Der verlorene Prinz im Fernsehen

Das Leben eines nahezu unbekannten Onkels der Queen wird verfilmt. Das Drama um John, den jüngsten Sohn von König Georg V. und Königin Mary wird von der BBC mit einem Aufwand von 5,5 Millionen Pfund produziert. Der Junge, der unter epileptischen Anfällen und das, was man heute als Autismus bezeichnen würde, litt, lebte abgeschottet von seinen Brüdern und Schwestern in einem entfernten Winkel auf dem Landgut Sandringham. Seine einzige Gefährtin war das Kindermädchen Lalla Bill.Sie war es, die Queen Mary in Januar 1919 anrief und mitteilte, dass der 13-jährige John nach einem epileptischen Anfall nicht wieder aufgewacht war. Seine Eltern fuhren zu ihm. Später notierte die Königin in ihrem Tagebuch „Wir fanden Mary sehr gefasst, aber ihr Herz war gebrochen. Der kleinen Johnnie sah sehr friedlich dort liegend aus.“ John wurde drei Tage später auf dem Friedhof der Kirche in Sandringham beerdigt.

Das Drama, dass in zwei 90-minütigen Teilen gezeigt und noch einmal für das Kino herausgekommen wird, ist mit Stars besetzt: Mirinda Richrdson (bekannt aus Blackadder) spielt Königin Mary, Gina McKee („The Forsyte Saga“)“ das Kindermädchen. Mehr als 600 Jungen kamen zum Vorsprechen, die Wahl fiel auf Matthew Thomas, der eine kleine Rolle in „Billy Elliot“ hatte, für die Rolle des Kleinen John.

Der Film wird ein Schlaglicht werfen, wie die Royals mit behinderten Verwandten umgingen. In den achtziger Jahren wurde bekannt, dass zwei geistig behinderte Cousinen der Queen in einer Privatklinik versteckt wurden. Der Autor des Dramas Stephen Poliakoff hatte Zugang zu den königlichen Archiven in Windsor und schildert die Zeit aus den Augen eines Kindes. „Es ist Geschichte gesehen durch die halb offene Tür am Vorabend des Ersten Weltkrieges.“

Der Produzent meint: „Es ist eine anrührende Geschichte, die mit großer Sensibilität erzählt wird. Etwas wie „Der letzte Kaiser“, nur etwas kleiner.“

Clarence House demnächst für Besucher geöffnet

Das neue Heim von Prinz Charles wird für die Öffentlichkeit geöffnet. Damit sollen die Steuerzahler darüber hinweg getröstet werden, dass sie für die Restaurierung von Clarence House zahlen werden. Clarence House in London, Heim der verstorbenen Queen Mum, wird nach dem Einzug des Prinz of Wales zu besichtigen sein. Der Steuerzahler wird für ein umfängliches Modernisierungsprogramm aufkommen müssen. Das Haus war seit 1953, als die Queen Mother einzog, unverändert geblieben. Das vierstöckige Haus in der Mall wurde 1820 von John Nash für den Duke of Clarence, später William IV, gebaut. Traditionell ist es das Heim des Thronerben. Das Haus bewohnten auch die Königin und der Herzog von Edinburgh bis die Königin den Thron bestieg. Auch Prinzessin Margaret lebte hier bis zu ihrer Hochzeit 1960. Einige Millionen Pfund sind in den letzten Jahrzehnten für den Unterhalt des Hauses verbraucht worden, nun ist aber eine umfangreiche Modernisierung und neue Verkabelung erforderlich. Da viele der Kosten durch Feuersicherunganlagen und Sicherheitsschutz entstehen, muss die Regierung den Hauptteil der Gelder aufbringen.

Die geführten Touren werden auf dass Erdgeschoss beschränkt bleiben sowie auf den großen Garten, wo die Queen Mum gerne Ihre Gäste zum Lunch bewirtete, und das auch nur in den Sommermonaten August und September.

Andrew, Herzog von York, dagegen wird die Kosten für die Umbauten im Royal Lodge, Windsor, aus eigener Tasche bezahlen müssen. Dafür wird das Gebäude, in dem die Könige Mutter starb, nicht für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Hier lebte die Königinmutter von 1931, als König Georg V. es ihr und ihrem Ehemann überließ. Ein Mitarbeiter des Hofes sagte: „Es ist ein Haus, wo die Zeit stehen geblieben ist.“ Andrew wird dafür seinen Wohnsitz in Sunninghill Park, Yorkshire, dass ein Hochzeitgeschenk seiner Mutter war, verkaufen.