Mischt sich Prinz Charles zu sehr in die Politik ein?

Der britische Thronfolger steht in der Kritik, weil er sich zu häufig in die Politik einmischen soll. Nach Informationen der „Daily Mail“ führt der künftige König einen „Briefkrieg“ gegen die „Regierung Ihrer Majestät“. Etwa alle zwei Wochen landet demnach ein Beschwerdebrief bei Premierminister Tony Blair oder einem seiner Minister. Justizminister Lord Irvine fühle sich geradezu von Charles „bombadiert“. Für den Fall, dass die Labour-Regierung wie geplant die traditionelle Fuchsjagd verbietet, soll Charles – wohl scherzhaft – gedroht haben, ins Ausland zu emigrieren und den Rest seines Lebens Ski zu fahren.

(DPA)

Harry will Prinz der Herzen werden

Dianas Sohn wurde in diesem Jahr 18 Jahre. Der junge Mann hatte es nicht einfach dieser Tage. Im September wurde Henry Charles Albert David Windsor, den jedermann nur Prince Harry nennt, volljährig. Ist er aber schon erwachsen? Hat er seine Rolle schon gefunden? „Playboy-Prinz“ und „Kiffer-König“ wurde er genannt, seit er in der Vergangenheit mit Alkohol und Drogen experimentierte.

Jetzt versucht Harry selbst, sich ein neues Image zu geben. In Lady Dianas Fußstapfen will er treten und besuchte jetzt Krankenhäuser und Obdachlosenheime. Die Geburtstagsparty wurde abgesagt, stattdessen wird er den Tag im Gedenken an seine Mutter begehen.

Wer Prinz Harry am 11. September beim Gedenkgottesdienst in der St. -Paul’s Cathedral sah, bekam einen ersten Eindruck vom Imagewandel. Hochgeschossen, einen ganzen Kopf größer als sein Vater, mit mit rotem Wuschelschopf und ernster Miene stand er da und gab den Briten zu verstehen, dass er Abscheid von seiner wilden Jugend genommen hat. Tatsächlich scheint der Imagewandel zu funktionieren. Die britischen Zeitungen haben für ihn jetzt einen neuen Namen parat: Prinz der Herzen.

Die Rolle als Dianas Erbe ist damit die vorerst letzte Stufe in der Entwicklung eines durch die Medien gesteuertenn Charakterbildes. Es begann mit ihrem Begräbnis. Damals ging Harry tapfer hinter dem Leichenwagen der Prinzessin Diana durch die Straßen von London, und die ganze Welt hatte Mitleid mit dem zwölfjährigen kleinen Prinzen. „Es war die erstaunlichste Demonstration von Mut, die ich jemals sehen werde“, bewunderte ihn dafür sein Onkel Earl Spencer. Ein paar Jahre später machten Fotos Schlagzeilen, die den 14-jährigen bei einem halsbrecherischen Abseilen kopfüber von einer Talsperre zeigten. Sie unterstrichen, dass Harry wohl eher ein Sportsmann als ein Bücherwurm ist.

Joanne K. Rowling enthüllt im Interview mit der Times zwei Geheimnisse

Rowling war in den letzten Monaten äußerst produktiv: statt – wie von Zeitungen behauptet – an einer Schreibblockade zu leiden – seien die Worte nur so geflossen. Das Ergebnis: ein dickes Manuskript in ihrem Büro in Edinburgh – inmitten eines „unbeschreiblichen Durcheinanders“. „Nett, ordentlich, unverdorben – und dick“ – so dick wie „Harry Potter und der Feuerkelch“. Das Buch mit dem Titel „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ sei bereits lesbar und sie ist zufrieden mit dem Ergebnis. Sie ist gerade beim Feinschliff. Ob ihre Millionen Fans vielleicht mit einem Harry-Potter-Roman zu Weihnachten rechnen könnten, wird sie von Times-Reporter Brian MacArthur gefragt. „Möglicherweise“, schmunzelt sie. Das könnte man als „Ja“ interpretieren, meint darauf MacArthur. „Vielleicht“ murmelt Rowling darauf und betont, dass die Entscheidung bei ihrem Verlag Bloomsbury liegt. „Der Feuerkelch“ war nach langer und mühsamer Arbeit entstanden und das Editieren musste im Schnellverfahren erfolgen, damit sie die Zeitvorgabe ihres Verlegers erfüllen konnte. Sie war entschlossen, dass sie sich beim fünften Band nicht wieder unter Druck setzen lassen würde. Rowling hat auch schon den Plot für Band 6 und 7 festgelegt. Mit dem siebten – versichert sie – sei definitiv Schluss.

Und mit einer weiteren Neuigkeit wartet die Schriftstellerin auf: sie erwartet ein Baby im kommenden Frühjahr. Ihre Tochter Jessica wird dann nicht mehr Einzelkind wie Harry sein.

Der Plagiatsprozess gegen sie in den USA endete für sie diese Woche mit einem Freispruch erster Klasse. Die Klägerin wurde sogar mit einem Bußgeld belegt, wegen gefälschter Beweismittel!

Ist Diana schon vergessen?

Fünf Jahre nach ihrem Tod widmen die Briten der Prinzessin keine Schlagzeilen mehr Als die Princess of Wales am 31. August in einem Autotunnel in Paris starb, nahm die Trauer um sie bald exzessive Fomen an. Hunderttausende strömten nach London, um Blumensträuße vor dem Kensington-Palast niederzulegen.

Fünf Jahre nach ihrem Tod bestimmt stilles Gedenken ohne jede offizielle Feier den fünften Todestag von Prinzessin Diana. Vor ihrer Londoner Residenz, dem Kenington Palast, und an dem Pariser Straßentunnel, wurden am Todestag Blumen niedergelegt.

Doch ansonsten scheint die Prinzessin nahezu vergessen. Die britischen Zeitungen haben schon lange erkannt, dass mit Diana keine Auflage mehr zu machen ist und auf den Druck umfangreicher Sonderbeilagen verzichtet.

In Althorp, dem Familiensitz, den der Bruder Earl Spencer zum Diana-Museum umfunktioniert hat, hat der Andrang der Besucher stark nachgelassen. Und auch der Diana-Erinnerungsfond, der ihr Image weltweit für wohltätige Zwecke vermarketet, nimmt immer weniger Spenden ein.

Fünf Jahre nach ihrem Tod scheint vom emotionalen Überschwung wenig übrig zu sein.

(Quelle: Westfälische Nachrichten, Jochen Wittmann)