Nach der ersten Halbzeit seiner vierjährigen Studiumzeit gab Prince William, der am 21. Juni 21 Jahre wird, ein Interview. Darin gestand er seine Schwäche für Apfelwein ein und dass er St. Andrews nach dem ersten Jahr verlassen wollte, ihn sein Vater aber überzeugen konnte zu bleiben. Außerdem berichtete er von seiner Liebe zu Afrika.
Das entspannte Interivew wrude von Peter Archer, dem Hofkorrespondenten der Press Association durchgeführt. Prince William trug eine verwaschene Jeans, einen Pullover (mit Löchern!) und abgetretene Halbschuhe. Die Prüfungen zum Abschluss des Semesters lagen gerade hinter und die Semesterferien vor ihm.
Der Prince bedankte sich dafür, dass ihn die Presse in St. Andrews weitgehend in Ruhe gelassen hat. Auch die Einwohner von St. Andrews hätten sich schnell daran gewöhnt, dass William – der zweite in der Thronfolge – sich in ihrer Stadt aufhält. Nur die Touristen stören seinen Frieden gelegentlich.
Das Studium gefällt William, auch das viele Lesen und die Vorlesungen. Nur die Prüfungen seien nicht so einfach. St. Andrews sei die richtige Wahl gewesen, auch wenn damals die Wahl zwischen Edinburgh und St. Andrews nicht leicht gewesen sei. Am Anfang war die Eingewöhnung allerdings – wie bei vielen Studenten – schwierig gewesen. William berichtete in den Ferien seinem Vater von seinen Sorgen. “Mein Vater war sehr verständnisvoll und erkannte, dass ich dieselben Probleme hatte, die er wahrscheinlich gehabt hatte. Er ging wirklich sehr gut damit um und am Ende haben wir beide erkannt – ich jedenfalls bestimmt – dass ich zurückkommen musste.”
Das Wohnen im Studentenheim half ihm, neue Freunde zu finden. Mittlerweile hat er zahlreiche Freunde: Schotten, Engländer und Amerikaner von unterschiedlichem sozialen Hintergrund. In seinem zweiten Jahr zog er mit drei anderen Studenten in ein Haus im Stadtzentrum. Meistens übernimmt er die Einkäufe, denn Kochen ist nicht seine Sache. Das können die anderen besser, sie essen aber oft außerhalb. Nur mit dem Putzplan hab es nicht so geklappt: “Es endete in totalem Chaos”. Nun erledigt das eine Cleaning lady.
Demnächst zieht er in ein Haus am Rande der Stadt. “Ich denke, ich bin in meinem Herzen ein Landjunge. Ich liebe die Geräusche der Stadt und mit meinen Freunden auszugehen. Aber ich liebe daneben Platz und Freiheit.”
Er treibt viel Sport. Er ist Kapitän des Water-Polo-Teams der Uni, spielt Rugby, Fußball, Quick Golf und schwimmt – wenn auch nur ganz kurz – in der Nordsee. Auch in den schottischen Tänzen versucht er sich gerne. “Ich werfe meine Arme gefährlich um mich herum und Mädchen fliegen über den Tanzboden.” An das Kilt-Tragen habe er sich aber noch nicht gewöhnt. Das Kleidungsstück sei etwas “zugig”.
Häufig fährt er mit dem Auto die 70 Kilometer nach Edinburgh, wo er mit Freunden ins Kino geht oder Bars und Restaurants besucht. Statt Bier trinkt er lieber Apfelwein. Aus der Studentenpolitik hat er sich lieber rausgehalten.
William überlegt, im neuen Semester seinen Schwerpunkt von Kunstgeschichte auf Geographie zu verlegen. Auch versuche er, Suaheli zu lernen. “Wegen meiner Liebe zu Afrika. Ich liebe die Menschen in Afrika und möchte mehr über sie wissen – und mit ihnen sprechen können.” Nach dem Studium will er in Afrika möglicherweise an einem Umweltprojekt teilnehmen oder dort ein Postgraduate-Studium machen – und nicht wie sonst im Königshaus eine militärische Laufbahn einschlagen. William, der “Jenseits von Afrika” als Thema seiner privaten Geburtstagsfeier in Windsor Castle gewählt hat, entdeckte seine Liebe zu Afrika wähernd seines Gap-Years nach dem Abitur, wo er sich drei Monate in Tansania, Kenia und Botswana aufhielt. Damit werden auch Spekulationen hinfällig, William würde nach dem Studium in die USA gehen, um weniger im Rampenlicht zu stehen.
Williams wichtigstes Einrichtungsstück ist wie bei vielen jungen Leuten die Stereoanlage. Er liebt vor allem R&B. Von der Times nicht ganz richtig als “rhythm and bass” aufgelöst. Es muss natürlich Rhythm and Blues heißen.
Im Gegensatz zu seinem Vater, der mit 21 Jahren zum Prince of Wales inthronisiert wurde und in dem Alter schon zahlreiche öffentliche Auftritte hatte, möchte Prince William weiterhin keine königlichen Verpflichtungen übernehmen und lieber William Windsor bleiben.
Immerhin ist er der erste Royal, zu dessen 21. Geburtstag die britische Post Sondermarken herausgibt. Etwas verärgert soll er gewesen sein, dass eines der vier Fotos, die den Marken als Grundlage dienten, ausgerechnet von einem Paparazzo stammt, der seine Mutter Diana häufig bedrängt hat. St. James’s Palace hatte für die Veröffentlichung schon das OK gegeben, weil die Aufnahme von William bei einem offiziellen Fototermin entstanden war. Die Royal Mail erhofft sich gute Umsätze mit den Marken – im In- und Ausland. Außerdem gibt es Sondermünzen auf den Kanalinseln Guernsey und Alderney mit dem Porträt des Prinzen.David Cornwell, der die Münzen entwarf meinte: “Es war ein schöne Aufgabe, weil Prince William so ein gut aussehender Bursche ist.” William bestand darauf, dass er auf den Münzen lächelt. “Es ist schwierig, eine lächelnde Münze herauszubringen, weil es schwierig ist, die Zähne herauszubringen. Aber ich habe es am Ende geschafft.”
250 geprägte Einladungskarten wurden für Williams-Geburtstagsparty verschickt. Die PR-Berater der Royals wollten eine Wohltätigkeits-Pop-Konzert mit vielen Stars ähnlich dem zum Golden Julilee der Queen veranstalten. Aber William hat dabei nicht mitgespielt. So kommen nur Freunde und Familienmitglieder zur Feier. Die Queen hat dafür Windsor Castle zur Verfügung gestellt, ein paar wenige Freunde dürfen auch über Nacht im Schloss bleiben. Neben der Queen, Prince Philip, Prince Charles, seine Cousin Zara und Vetter Peter Phillips werden Schulfreunde aus Eton und der Uni in St. Andrews und das Polo-Team kommen. Es soll eine üppige Party werden – heißt es.
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