Wirbel um die Memoiren der Queen Mother

Paul Burrell Skandalbuch über seine Zeit in königlichen Diensten, die bei Penguin erschien, hat nun Buckingham Palace veranlasst, die Abmachung mit dem Verlag über die Veröffentlichung der offiziellen Biographie der Königinmutter zu kündigen. Penguin hatte sich die Rechte von William Shawcross, dem offiziellen Biographen gesichert. Aber die Veröffentlichung von Burrells „A Royal duty“, hat die Freunde der Queen Mum so verärgert, dass dieser die Vereinbarung kündigte.

Das Buch, das mehr als 250.000 Käufer allein in Großbritannnien finden soll, wird nun von Macmillan herausgebracht. Der Autor war von der Queen im Sommer 2003 gebeten worden, das Leben ihrer Mutter aufzuzeichnen.

Es gilt sogar als unwahrscheinlich, das Buckingham Palace je wieder einem Autor des Penguin-Verlages gestatten wird, die königlichen Archive einzusehen.

Macmillan ist nun der dritte Verlag, dem die Biographie angeboten wurde, nachdem sich Harper-Collins, kurz vor Weihnachten 2003 zurückzog. Harper-Collins lis durchblicken, der Palast mische sich zu sehr in die Veröffentlichung ein.

Shawcross wird beispiellosen Zugang zu den königlichen Archiven haben. Sein Buch wird wahrscheinlich neues Licht werfen auf die Rolle der Queen Mother während der Abdankungskrise 1936, als ihr Mann ungewollt den Thron erhielt. Und man wird vielleicht erfahren, ob sie die Amerikanerin Wallis Simpson, die die Krise verursachte, wirklich so hasste.

Dog eats Dog

Ein Bullterrier von Princess Anne hat den Lieblingscorgi der Queen so sehr verletzt, dass er eingeschläfert werden musste. Der Vorfall ereignete sich als Princess Anne in Sandringham eintraf, um mit ihrer Familie die Weihnachtstage zu verbringen. Sie klopfte an eine Tür mit ihren Bullterriern Dottie und Florence. Als diese von einem Diener geöffnet wurde, sausten die Corgis der Queen die Treffe herunter, um sie und die anderen Hunde zu begrüßen. Aber plötzlich verbiss sich einer der Terrier in die Hinterbeine von Pharos, dem Lieblingshund der Queen. Mit seinem kräftigen Maul wurde eines der Beine gleich dreimal gebrochen.

Die Queen, die sich in den oberen Gemächern aufhielt und von einer Knieoperation erholte, hörte die Hilfeschreie und kam herangehumpelt und fand Pharaos blutend mit schweren Verletzungen. Der herbeigerufene Tierarzt nahm den Hund mit in die Praxis, wo er die Nacht verbrachte. Dann aber musste er mit Einverständnis der Queen eingeschläfert werden.

Die Queen sei erschüttert und aufgelöst. „Jeder weiß, wie viel ihr die Corgis bedeuten“, sagte ein Mitglied des königlichen Haushalts. Die Queen hatte bereits für Pharos – wie für die anderen Corgis – einen Strumpf zu Weihnachten mit Doughnuts und Schokoladenbonbons füllen lassen. – Nun bleiben ihr noch fünf Corgis: Emma, Linnet, Rush, Minnie und Monty.

Nicht alle im Hause werden Trauer empfunden haben. Viele Diener hassen Corgis, weil sie immer wieder von den ihnen gekniffen wurden. Und selbst Prince Philip rief einmal aus: „Verdammte Hunde! Warum muss es bloß so viele von euch geben?“. Die Queen selbst dagegen, kann sehr ungemütlich werden, wenn jemand ihre Lieblinge nicht angemessen behandelt.

Zunächst war Dottie, einer der beiden English Bull Terrier von Princess für den Angriff auf den Corgi der Königin verantwortlich gemacht worden. Tierschützer hatten bereits gefordert, das Tier müsse eingeschläfert werden, weil es bereits im April 2002 zwei Kinder gebissen hatte. Anne war deswegen als erstes Mitglied der königlichen Familie seit Charles I. (1649) von einem Gericht verurteilt worden. Doch dann gab eine Sprecherin bekannt, es war der andere Terrier Florence. Warum tagelang Dottie beschuldigt wurde, konnte die Sprecherin nicht erklären. Diese überraschende Wende führte zu Spekulationen, die Schuld werde Florence zugeschoben, um zu verhindern, dass Dottie eingeschläfert werden müsste. Denn der RSPCA (der englische Tierschutzverein, dessen Schirmherrin die Königin ist) fordert, dass Hunde, die zweimal ernstliche Verletzungen zufügen, eingeschläfert werden müssten.

Doch der Ärger mit den Hunden ging weiter. Als eine Bedienstete mit drei anderen Dienern ein Zimmer betrat, bellten die beiden Terrier. Das Personal geriet in Panik und lief weg. Das Dienstmädchen mit dem Namen Ruby (50) war nicht schnell genug und Florence biss es unterhalt ihres Knies. Laut Sun schrie die Frau „vor Schmerzen am Spieß. Es floss eine Menge Blut.“

Anne war mit ihrem Mann beim Dinner, als sich der Vorfall ereignete. Das Personal versorgte die Wunde des Zimmermädchens, die Prinzessin bestand aber darauf, dass ein Arzt gerufen wurde. Die Wunde wurde bandagiert und die Frau bekam eine Tetanus-Spritze. Seit dem Vorfall mit dem Corgi waren die Terrier im Hause gehalten worden, was ihnen vielleicht nicht gut bekommen ist.

Trotzdem wurde Florence nicht eingeschläfert, sondern wird sich einer Therapie unterziehen, wie sie schon Dottie hinter sich hat. Bessert sich ihr Verhalten nicht, wird der Hund eingeschläfert werden müssen. Die Therapie wird wahrscheinlich Dr. Roger Mugford übernehmen, der bereits Dottie therapiert hat. Die Erfolgsaussichten liegen bei 50 Prozent. Englisch Bull Terrier gelten – im Gegensatz zu den Pitbulls – eigentlich als friedfertig.

Weihnachten fast wie in jeder Familie

Auch bei den Royals war die Stimmung zu Weihnachten fast wie in jeder Familie: es gab etwas Knatsch und beim Gang zum Weihnachtsgottesdienst fiel besonders eine flippig gekleidete Teenagerin auf. Kurz vor Weihnachten musste sich die Königin am Gesicht und zum zweiten Mal am Knie operieren lassen. Von der Operation war an ihrem Gesicht nichts mehr zu sehen, als sie am ersten Weihnachtstag zusammen mit ihrer Familie den Gottesdienst in Sandringham besuchte. Sie wurde mit dem Auto vorgefahren, da ihr Knie noch bandagiert war. Mit ihr im Wagen Schwiegertochter Sophie Wessex, die ihr ersten Kind im November vorzeitig zur Welt gebracht hatte.

Der Rest der Familie legte die halbe Meile von Sandringham Haus zu Fuß zurück. Nach dem Gottesdienst gingen die Royals – die Queen voran – auf die ca. 600 Zaungäste zu, die der Queen frohe Weihnachten wünschten und Blumen überreichten.

Das Interesse der Zuschauer galt insbesondere Princess Anne, deren Bullterrier kurz vor Weihnachten den Lieblingscorgie der Queen tödliche Verletzungen beigebracht hatte. Anne – am Schluss der königlichken Prozession – fand sich plötzlich in Gesellschaft zweier Corgis wieder. Es passierte aber nichts, weil Anne wohlweislich ihre Hunde im Haus gelassen hatte.

Für angeregte Unterhaltung unter den Zuschauern sorgte auch Prinzessin Beatrice mit ihren hohen Stiefeln, die so spekulierte man – hundesicher seien. Sie waren mit Pailletten besetzt. Einige Beobachter vermuteten, dass Anne die Stiefel „ätzend“ finden würde.

Die Queen konnte sich des Mitgefühlt der Menge sicher sein und lächelte trotz des Verlustes ihres Hundes. Schwiegertochter Sophie bekam einen Stoffhund für das Baby überreicht, der hoffentlich noch nicht vom Annes Bullterrier zerfetzt wurde. William und Harry, der gerade von seiner Australienreise zurückgekehrt war, unterhielten sich mit der Menge.

Am Nachmittag wurde dann die Weihnachtsbotschaft der Queen ausgestrahlt. Die Ansprache war vor ihrem Krankenhaushalt in den Cumbermere Kasernen (dem Quartier der Household Cavalry) aufgenommen worden. In ihrer Rede würdigte die Königin den Dienst der Streitkräfte im Irak, in Afghanistan und anderen Krisenregionen, aber auch die Leistungen von Bürgern und Gruppen. Wie jedes Jahr finden Sie die deutsche Übersetzung der Christmas Message auf meiner Website.