Queen baut Brücken zu Dianas Familie

Die Queen wird persönlich im Juli den Diana-Gedächtnis-Brunnen eröffnen. Anwesend werden Mitglieder der Spencer-Familie wie auch der Windsors sein. Der erste gemeinsame öffentliche Auftritt beider Familien seit Dianas Beerdigung 1997. Höchstwahrscheinlich werden auch Dianas Söhne, Prince William und Prince Harry bei der Zeremonie dabei sein. Dianas Bruder, Earl Spencer, und Dianas Schwester, Lady Sarah McCorquodale, Mitglied des Gedächtnis-Komitees, das den Brunnen in Auftrag gab, werden die Delegation der Spencer-Familie anführen.

Die Rede der Königin steht noch nicht fest. Berater empfehlen ihr, das Wort „Liebe“ zu verwenden, das in ihrer Ansprache nach dem Tod von Diana fehlte. Ein Ratgeber meinte: „Was auch immer die wahren Gefühle der Familien sind, es wird nicht ausreichen, wenn sie Gefühle nur vortäuschen.“

Sieben Jahre dauerten die Planungen für ein Denkmal für Diana. 10 000 unterschiedliche Pläne wurden begutachtet. Dann entschied man sich zum Bau des 3 Millionen Pfund teuren Springbrunnens. Ein Komitee unter dem Vorsitz von Schatzkanzler Gordon Brown hatte den Plan ausgewählt. Zu den anderen Vorschlägen gehörte die Idee, den Flughafen Gatwick nach Diana zu benennen, eine ewige Flame – ähnlich der für Präsident Kennedy auf dem Arlington Friedhof – zu errichten und eine Diana-Statue auf dem Trafalgar Platz oder vor der Kensington Palace, wo sie gelebt hatte, zu stellen.

Der Grundstein für den Springbrunnen wurde bereits im letzten Sommer gelegt. Zu der Anlage gehört auch ein Kinderspielplatz.

Bilder der sterbenden Diana schocken nicht nur die königliche Familie

Fotos der nach dem Autounfall sterbenden Diana wurden vom amerikanischen TV-Sender CBS ausgestrahlt. Es handelt sich um undeutliche Schwarz-weiß-Fotokopien von Aufnahmen des Mercedes-Wracks, die die französische Polizei bei von Paparazzi beschlagnahmt hatte. Bisher waren die Fotos tabu für die Medien, selbst die englische Presse hielt sich daran. Ein Freund von Dianas Familie meinte: „Das ist krank, nur krank. Das wird William und Harry verletzen. Es ist ein sehr trauriger Tag für die Pressefreiheit, wenn ein respektables Medienunternehmen meint, Fotos von Sterbenden für kommerzielle Zwecke verwenden zu können.“

Die Aufnahmen wurden in der CBS-Reihe „48 Stunden“ gezeigt und stammen aus dem vertraulichen Untersuchungsbericht der französischen Staatsanwaltschaft. Wie der Sender an den Bericht und die Bilder kam, ist unklar. Vermutlich ist eine Menge Geld im Spiel. CBS wollte so seine Sendung, die sonst nicht viel Neues brachte, mit den Fotos sensationeller machen.

Clarence House gab keine offizielle Stellungnahme ab. Aber Palastmitarbeiter sprachen von Ärger und Unglauben über die Ausstrahlung der Fotographien. Prince Charles und seine Söhne befürchteten, dass das Beispiel Nachahmer findet und die Fotos auch im britischen Fernsehen ausgestrahlt werden könnten.

Mohammed Al Fayed, Vater von Dodi Al Fayed, der ebenfalls bei dem Unfall getötet wurde, sagte: „Sie wollen nur an der Tragödie verdienen. Das ist für mich und Prince William und Prince Harry niederschmetternd.

Auch die Politik kommentierte die Sendung. Premierminister Blair nannte die Veröffentlichung der Fotos „geschmacklos“.

9,4 Millionen Amerikaner sahen die Sendung, die Quote war um 800.000 höher als die Sendung der Vorwoche. Doch die Fotos waren für die Amerikaner weniger schockierend als die Fotos von Särgen mit toten amerikanischen Soldaten, die fast zeitgleich in der amerikanischen Presse erschienen. Die Veröffentlichung dieser Fotos war von einem amerikanischen Verleger erstritten worden.

Grabsteinentwurf für Corgi der Queen kommt doch nicht unter den Hammer

Eine Skizze der Queen für einen Grabstein ihres Corgis wurde kurzfristig von einer Auktion zurückgezogen. Das Mindestgebot sollte bei 300 £ liegen, es lagen Angebote von mehreen Tausend Pfund vor. Auf dem Blatt hatte die Queen ein abgerundeten Grabstein mit der Aufschrift: „Susan, gestorben 26. Jan. 1959. 15 Jahre lang treue Begleiterin der Queen“ gezeichnet.

Die Königin hatte das Papier damals an den Verwalter von Sandringham, Robert Marrington, geschickt worden. Der hatte es jemandem überlassen, der in 70-ern starb und es einem Verwandten vermachte.

Buckingham Palace argumentierte, der Brief sei Marrington als Angestelltem der Queen zugestellt worden und damit gehöre die Zeichnung weiterhin der Queen.

Der Corgi war 1944 der damaligen Princess Elizabeth zum 18. Geburtstag geschenkt worden und wurde schnell zu ihrem Liebling. Am 4.2.1959 schrieb sie an Marrington: „Ich habe Susans Geburtstag herausgefunden: 20. Februar 1944. Können Sie das bitte auf den Stein einfügen lassen. ER.“

Prince Charles als Heimwerker-King?

Bisher war Tim Allen in der Comedy-Serie „Hör mal wer da hämmert“ der (selbst ernannte) Heimwerker-King. Nun will ihm wahrscheinlich Prince Charles den Titel streitig machen. Für das britische Fernsehen plant der Thronfolger eine Sendung, in der junge Leute zu Handwerkern ausgebildet werden. Charles will mit der Serie das schlechte Image der britischen Handwerkszunft aufpolieren. In seiner Serie soll ein Team von jungen Anfängern, angeleitet von Handwerksmeistern, aus einem heruntergekommenen Gebäude des ehemaligen königlichen Waffenlagers in Woolwich ein Apartment im Wert von 400.000 £ machen. Vorbild der Serie ist die von Starkoch Jamie Oliver, in der er mit 15 arbeitslosen Jugendlichen zusammen ein Trendrestaurant eröffnete. Oliver und sein Team bekamen eine Einladung nach Clarence House, wo sie für den Prince ein organisches Essen kochen durften.

Das „Casting“ für die Serie läuft bereits und wird wohl ein Highlight der sechsteiligen Serie sein, die 1 Million £ verschlingen wird. Sie trägt den Arbeitstitel „Tricks und Mörtel“.

Sechs Monate wird das 10-köpfige Kandidatenteam Zeit haben, ein wohnliches Appartment zu bauen. Frü jeden Fehler gibt es einen Abzug von ihrem 10.000 £ Bonus. Am Ende der Serie wird die Wohnung versteigert. Der Gewinn soll dem Prince’s Trust zufließen, der damit weiteren Jugendlichen einen Arbeitsplatz finanzieren wird.

Prince Charles ist sehr engagiert bei dem Projekt, zwei Sitzungen hat er dazu schon mit den Programmmachern und Vertretern des Handwerks abgehalten. Ihm geht es darum, die Handwerks-Standards zu heben und für das Handwerk als Beruf zu werben.

Der Thronfolger wird die Sendung aber nicht moderieren, aber vor dem Bildschirm gelegentlich auftreten. Wahrscheinlich wird er die angehenden Bauleute auf eine Tour durch Poundbury (sein Modelldorf in Dorset) und London mitnehmen, um ihnen zu zeigen, welche Architektur er mag – und welche er verabscheut.

Was die Queen auf der „hohen Kante“ hat

Zum ersten Mal wurden detaillierte Zahlen zum Vermögen der Queen bekannt gegeben. Danach besitzt die Königin Schmuck (darunter die Tiara der russischen Zarin) und historische Wagen im Wert von 10 Millionen £, Möbel und Kunstgegenstände im Wert von 20 Millionen £. Ihre Besitztümer in Sandringham und Balmoral werden zusammen auf 61 Millionen £ geschätzt.

Trotz großzügiger Spenden zu wohltätigen Zwecken und ihrer Sparsamkeit, gibt sie ihm Jahr mehr als 1 Million £ aus, um ihren Landsitz Balmoral und die Verlust bringenden Reitpferde zu unterhalten.

Das wertvollste was die Queen besitzt, ist ihre Briefmarkensammlung, die bedeutendste der Welt, die mehr wert sein soll, als die beiden Landsitze zusammen.

Vertraulich bleibtder Aktienbesitz der Köngin. Schätzungen von 100 Millionen £ seien aber „total übertrieben“. In den vergangenen Jahren hat der Palast einiges getan, um die Vermögensverhältnisse der Queen und wie die Steuergelter verwendet werden, transparenter zu machen. Bisher wurden Details zu ihrem Privatvermögen nicht preisgegeben. Nicht zu ihrem Privatvermögen gehören z.B. Windsor Castle, Buckingham Palace und die königliche Kunstsammlung, die laut Liste 10 Milliarden £ wert sind. Diese verwaltet die Königin nur als Monarchin und kann sie nicht veräußern.

Auf der Liste der Reichsten der Sunday Times rutschte das Staatsoberhaupt 44 Plätze auf Platz 177 ab.

Am profitabelsten ist ihr Gut Sandringham. Tourismus und Landwirtschaft bringen 500.000 £ jährlich. Damit und mit Einahmen eines neuen Farmladens in Windsor werden die Verluste von Balmoral, die sich auf 1 Million £ belaufen, aufgefangen.

Laut ihrem Finanzberater habe die Queen kein Interesse an Geld und überlässt Investitionen ihren Experten, kaufe aber lieber britisch. Ein Luxus, den sich die sonst sehr sparsame Königin leistet, sind Pferde. Das Defizit, das ihr Rennstall verursacht, soll sich auf 300.000 £ belaufen. Diese Zahl sei nicht weit von der Realtität entfernt, gab der Finanzberater zu.

Quelle: The Times, 11.04.2004

Prince Charles und William zum Skifahren in Klosters

Vor Ostern entspannte sich Thronfolger Prince Charles mit seinem Sohn Prince William in Klosters, Schweiz. Beide verbrachten dort einen Skiurlaub. Beim offiziellen Fototermin zeigte sich Prince William ungewohnt entspannt. Sein Vater sei der bessere Skifahrer, lachte er, er mache es ihm aber nicht leicht.

Prince Charles präsentierte sich der Presse im praktischen Einteiler, während Prince William eine leuchtend rote Hose und eine kontrastierende Skijacke trug sowie einen gestreiften Hut, den er von seinem Gap year in Chile mitgebracht hatte.

Der letzte gemeinsame Skiurlaub liegt schon eine Weile zurück. Im letzten Jahr kam Charles ein Bruch dazwischen, wenn er überhaupt wegen des Irakkrieges gefahren wäre. 2002 musste der Urlaub abrupt unterbrochen werden, als die Queen Mother starb.

Prince Harry musste auch 2004 auf Klosters verzichten. Er war noch immer auf seiner Afrikatour. William wurde dafür von Uni-Freunden und alten Familienfreunden begleitet. Man logierte im exklusiven Walserhof-Hotel (200-300 Franken pro Nacht).

Ostern bei den Royals

Beim traditionellen Ostergottesdienst der Royals fehlten prominente Gesichter. Prince Charles und Prince William blieben in Schottland, Prince Harry weilte noch zu seinem Gap Year in Afrika. Dafür nahmen Prince Edward und Frau Sophie teil. Die ca. 200 Zuschauer, die sich trotz des kalten und grauen Wetters vor der George’s Chapel in Windsor versammelt hatten, bekamen neun Royals zu sehen. Der erste, der zu Fuß vor der Kirche ankam, war Prince Philip, begleitet von Princess Anne. Dann folgte Princess Beatrice, Tochter von Prince Andrew (der selber die US-Golfmeisterschaften in Augusta dem Kirchgang in Windsor vorzog), mit Commander Tim Laurence, dem Mann von Princess Anne und ihr Sohn Peter Phillips sowie Prince Edward. Seine Frau Sophie fuhr dagegen mit der Queen im Auto vor, in dem auch Beatrice Schwester Eugenie saß.

Derzeit wird viel um die Gesundheit von Louise Windsor, der ersten Tochter von Edward und Sophie spekuliert. Die Mail on Sunday berichtete, dass das Kind Augenprobleme habe, was bisher noch nicht offiziell bestätigt wurde.

Hollywood spaltet Christie-Familie

Agatha Christies Romane sollen ein Update erfahren. Ihr Enkel, Matthew Prichard, stimmte zu, dass Hollywood sich an die Überabeitung ihrer bekanntesten Krimis macht. Seine Mutter, Rosalind Hicks, ist darüber gar nicht glücklich. Sie findet es nicht gut, dass die Werke in die heutige Zeit versetzt werden. Unter den Werken, die eine Überarbeitung a là Hollywood erfahren werden, gehört auch „Zeugin der Anklage“, das in der Verfilmung von Billy Wilder mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle ein Klassiker geworden ist und 1982 mit Diana Rigg ansprechend neu verfilmt wurde. Nun soll sich David E. Kelley, der die Gerichtsserie „Ally McBeal“ entwickelt hat und in den 80ern Drehbücher für „LA Law“ verfasste, des Stückes annehmen. Kelley ist mit Michelle Pfeiffer verheiratet, die am Ende noch Zeugin der Anklage wird.

Rosalind Hicks, einzige Tochter von Agatha Christie, hält es für falsch, die Werke ihrer Mutter zu entstellen. In einem seltenen Interview (Mrs. Hicks ist 85 Jahre) sagte sie der Times: „Ich befürworte nicht, dass die Handlung in die Gegenwart verlagert wird. Meine Mutter schrieb alle ihre Bücher zu ihrer Zeit.“ (Was nicht ganz korrekt ist, „Rächende Geister“ spielt im Antiken Ägypten).

Mrs. Hicks ist besonder über das Remake von „Blausäure“ (Sparkling cyanide) empört, in dem aus dem Opfer, ein Industrieller im mittleren Alter, der Vorsitzende eines Erst-Liga-Clubs gemacht wurde. „Ich lehne das ab, weil sie neue Charaktere dazu erfunden haben“, sagt sie. Die TV-Fassung „behandelt eine Zeit, über die meine Mutter nicht schrieb – Fußball, Drogen und moderne Technologie, um Mordfälle aufzuklären. Wenn die Leute Geschichten, die in der heutigen Zeit spielen, schreiben wollen – warum müssen sie Agatha Christie sein?“

Mrs. Hicks wrid die modernen Adaptionen nicht verhindern können, da ihr Sohn Aufsichtsratsvorsitzender von Agatha Christie Ltd. ist, die über die Rechte an dem Werk der Christie iverfügt. Die amerikanische Firma Chorion wiederum hält die Mehrheit an Agatha Christie Ltd.

Auf der Liste der weiteren Filmprojekte stehen „Der unheimliche Weg“ (Destination unknown“, produziert von Mike Medavoy, der „The 6th day“ mit Arnold Schwarzenegger produzierte und „Das krumme Haus“ (Crooked house).

Phil Clymer, Geschäftsführer von Agatha Christie Ltd., erklärte, es sei wichtig, dass die Romane einer jüngeren Generation zugänglich gemacht würden. „Ich möchte diese großartigen Geschichten in einen modernen Kontext übertragen. „David E. Kelley wird den Kern der Sache treffen. Er kann Christie einer neuen Generation vorstellen, die an einem Zwanzigerjahre-Drama nicht interessiert ist.“

Über die Rechte von „Zehn kleine Negerlein“ (mittlerweile wurde der Titel des Buches in „Und dann gab’s keinen mehr“ geändert) wird noch verhandelt. 1989 wurde das Buch zum fünften Mal verfilmt – der letzte Kinofilm nach einem Christie-Roman.

Ob die Neuinterpretationen funktionieren, hängt vom Publikum ab, meint Mrs. Hicks. Und da scheint die Rechnung der Modernisierer nicht aufzugehen: Die neue TV-Fassung von Mord im Orient Express (mit Alfred Molina und Fritz Wepper) war ein Flop und „Sparkling cyanide“ erreichte mit 3,6 von 10 Punkten ein geradezu katastrophales Ergebnis in der imbd-Nutzerbewertung.

Glücklicherweise gibt es auch originalgetreue Verfilmungen. David Suchet verkörperte Detektiv Poirot wieder in „5 little pigs“, “ Sad Cypress“, „The hollow“ und „Death on the Nile“, letzteres erzielte ausgezeichnete 8,5 Punkte bei imbd.com.

1928 wurde mit „Die Abenteuer GmbH“ zum ersten Mal ein Buch von Agatha Christie verfilmt. Interessanterweise in Deutschland. Übersicht der Verfilmungen

Agatha Christie auf dem PC

PC-Fans können jetzt die Fälle der Queen of Crime am Computer lösen. Ihr Enkel, Mathew Prichard, hat zugestimmt, dass fünf PC-Spiele basierend auf der Krimis seiner Großmutter in den nächsten sechs Jahren entwickelt werden dürfen. Wechle der 79 Krimis und Kurzgeschichten-Bände Verwendung wurde noch nicht bekannt gegeben. Unter den Favouriten sind „Tod auf dem Nil“ und „Mord im Orient Express“. Über zwei Milliarden Bücher der Christie wurden in mehr als 45 Sprachen verkauft, diese Zahlen werden nur von der Bibel und Shakespeare übertroffen.

Mehrere Hundertausend Pfund dürften in die Entwicklung der Computerspiele investiert werden. Die amerikanische Gesellschaft Chorion, die die Mehrheit an der Verwertungsgesellschaft „Agatha Christie Limited“ besitzt, erhofft sich davon, eine neue Generation für die Stoffe der Queen of Crime zu begeistern.

„Mein Großmutter war immer darauf aus, neue Wege zu beschreiten, um Menschen zu erreichen, die ihr Werk lieben“, sagte Mathew Prichard. Christie Fans dürfte diese Aussage verwundern, war die im viktorianischen England aufgewachsene Autorin doch eher konservativ veranlagt: Fernsehen mochte sie, sie zog das Theater dem Kino vor. Was sie von Computern gehalten hätte, wissen wir nicht. Ihre Romane tippte sie auf einer altmodischen Reiseschreibmaschine, die heute im Museum ihrer Heimatstadt Torquay steht.

Quelle: BBC News