Rockefeller Centre, Warten auf das Pick-up und Rückflug

Ich nutze noch einmal mein Gutscheinheft und laufe die 5th Avenue hinauf zum Rockefeller Centre. Mit dem Lift fahre ich in nur in 46 Sekunden in den 70. Stock. Wieder eine Gelegenheit, zu viele Fotos zu schießen.
Ich checke anschließend im Hotel aus, setze mich in die Lobby und warte auf das Pick-up. Nachdem es eine halbe Stunde überfällig ist, lasse ich über den Concierge nachfragen. Der Wagen sei um die Ecke, heißt es. Es muss eine sehr lange Ecke sein, nach weiteren zehn Minuten immer noch keine Spur vom Pick-up. Ich lasse noch einmal nachfragen. Das Fahrzeug sei noch vier Blocks entfernt. Mit fast einstündiger Verspätung trifft es endlich ein. Unwirsch winkt der Fahrer mir zu, meinen Koffer zum Auto zu bringen. Wir geraten in dichten Feierabendverkehr. Dennoch komme ich mehr als rechtzeitig am Flughafen an. Die Abwicklung dort und der Flug selber verlaufen ohne Komplikationen. Um 9.30 Uhr stehe ich am anderen Morgen auf dem Frankfurter Flughafen. Die Deutsche Bahn bringt mich zum Alltag zurück. Um einen anderen ICE, der Verspätung hat, vorbeizulassen, verlassen wir Duisburg mit zehn Minuten Verspätung. Dadurch verliere ich in Dortmund meinen Anschluss, weil der IC nach Münster nicht warten kann oder will. So schleppe ich meinen Koffer zum Gleis 23. Doch der Regionalzug scheint nicht einzutreffen. Plötzlich verschwindet er ganz von der Anzeigetafel. Einige Fluggäste, die wie ich in Dortmund gestrandet sind, verlassen bereits den Bahnsteig. Nach einigen Minuten gebe auch ich auf und gehe mit meinem Koffer die Treppe hinunter. Kaum bin ich unten, höre ich die Durchsage, dass der Lokalzug 15 Minuten Verspätung hat. Also wieder mit dem Gepäck die Treppe herauf. Mit fast einstündiger Verspätung erreiche ich dann Münster. Wieder einmal geht eine erlebnisreiche Reise zu Ende.

Die Fotos des Tages in meinem Fotoalbum

And then there were too many (solider boys left on the mantlepiece)

Morgens gleich nach dem Frühstück laufe ich zum Empire State Building. Da ich in meinem New York Pass einen Voucher dafür habe, muss ich nicht für ein Ticket anstellen. So stehe ich recht zügig in der 102. Etage und kann die Aussicht genießen und Fotos machen.
Anschließend fahre ich zum Brooklyn Museum. Auch hier gibt es eine umfangreiche Ägyptische Sammlung. Eine Sonderausstellung beschäftigt sich mit „The rise of the sneaker culture“. Ausgestellt sind 150 Paar Schuhe. Die Ausstellung konzentriert sich dabei auf amerikanische Marken wie Nike und Converse, kommt aber an Adidas natürlich nicht vorbei.

Ich wage mich wieder in die Subway und fahre zu den UN Headquarters. Viel gibt es von außen nicht zu sehen – nur einen großen Gebäudekomplex mit einer stattlichen Anzahl an Flaggen davor.

Abends steht diesmal eine Off-Broadway Show an. „And then there were none“, aufgeführt von Halbprofis. Man darf sich nicht wundern, dass der Regisseur auf dem Programmzettel ungenannt bleibt. Oft geht das Licht zu früh an, die Ermordeten werfen sich noch in Position. Die Polizeisirenen, die von draußen in das Theater dringen, vermitteln auch nicht gerade ein Gefühl, auf einer einsamen, abgelegenen Insel zu sein. Am Ende vergessen die Darsteller, die Figuren vom Kaminsims abzuräumen. Und wenn sie dann wie im Skript sagen „Look, there are only three solider boys left on the mantlepiece“, dort aber noch fünf stehen, wirkt das unfreiwillig komisch. Was für ein Kontrast zu dem perfekt einstudierten Musical vom Vortag, wo selbst der Hund genau wusste, wie er sich auf der Bühne zu bewegen hat!

Die Fotos des Tages in meinem Fotoalbum.

Ancient Egypt in New York

Nach dem Frühstück legen wir uns endlich fest, welche Broadway Show wir besuchen wollen. Wir entscheiden uns für das brandneue Musical „Finding Neverland“, müssen dafür aber deutlich tiefer von die Tasche greifen als im Westend.

Früh morgens mache ich mich zum Metropolitan Museum of Art auf. Man sollte sich im Museum auf einen bestimmten Bereich oder eine bestimmte Epoche konzentrieren. Das komplette Museum an einem Tag zu besichtigen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich beschränke mich im Wesentlichen auf die Ägyptische Abteilung. Was hier an Kunstschätzen zusammengetragen wurde, ist schlicht unglaublich. Der gesamte Tempel von Dendur wurde hier wiederaufgebaut, ansonsten wäre er von den Fluten des Assuan-Staudamms überdeckt worden. Leider ist es erlaubt, im Museum zu fotografieren. Und so stehen überall Leute, die sich gegenseitig mit Smartphones oder Tablet ablichten, ohne richtig aufzunehmen, vor was sie eigentlich stehen. Oft müssen das Aufsichtspersonal ermahnen, die Steine nicht zu berühren: „Don’t touch. They are originals!“

Ich begehe mich in die Subway und fahre in Richtung Meatpacking district. Dort begebe ich mich auf die alte High Line. Auf den Trassen der stillgelegten Hochbahn wurde ein Naturpark angelegt. Es ist sehr erholsam, auf dem alten Bahndamm zu gehen, mit ungewöhnlichen Ausblicken auf die Gebäude links und rechts.

Nach einem Dinner, bei dem filmreif beim Servieren einer der drei Burger auf dem Boden landet, begeben wir uns zum Lunt-Fontanne Theatre. Uns erwartet mit „Finding Neverland“ ein perfekt inszeniertes Musical. In der Hauptrolle als „James Barrie“ Matthew Morrison (Will Schuster aus „Glee“). Es geht um die Entstehung von „Peter Pan“. Zu der Geschichte wurde Barrie durch die Kinder der Familie Llewelyn-Davies inspiriert. Die jugendlichen Darsteller der Llewelyn-Davies-Jungen sind hochprofessionell. Aidan Gamme als Peter hat heute seinen vorletzten Auftritt als „Peter“ in „Finding Neverland“. Von ihm wird man sicher noch hören. Auch ein Hund wirkt mit. Sehr sicher bewegt er sich auf der Bühne. Mike überzeugt der schottische Akzent von Matthew Morrison überhaupt nicht. Wenn er mit der Show im West End auftreten wolle, müsse er daran noch arbeiten. Die Musik stammt aus der Feder von Gary Barlow (Take That). Beim ersten Hören wirkt sie etwas eintönig, lediglich „When your feet don’t touch the ground“, „Believe“ und „The world is upside down“ bleiben hängen. Aber sehr gut unterhalten verlassen wir das Theater.

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Meeting Lady Liberty

Heute frühstücke ich früh, denn ich habe eine Verabredung mit Lady Liberty. Kurz nach neun Uhr bin ich schon am Battery Park, tausche mein Voucher gegen ein Ticket ein und fahre mit einen der ersten Schiffe nach Liberty Island. Im Podest der Statue ist ein Museum untergebracht, das über die Pläne für die Statue, die Entwürfe und die Stützkonstruktion von Gustave Eiffel berichtet. Auch die diversen Sanierungsarbeiten sind beschrieben. Am Anfang und am Ende ist allerdings der Patriotismus über den Audio Guide etwas zu viel.
Weiter geht es mit dem nächsten Schiff zu Ellis Island, wo bis 1917 die Einwanderer abgefertigt werden. Allerdings mussten sich nicht alle Passagiere der Inspektion unterziehen, Fahrgäste der ersten und zweiten Klasse wurden bereits auf dem Schiff kontrolliert. Wegen der Folgen von Wirbelsturm Sandy können derzeit nicht alle Exponate gezeigt werden. Die Klimaanlage wurde beschädigt, deswegen liegen einige Ausstellungsstücke noch in Magazinen.
Die Ausstellung zeigt ausführlich, wie die Immigranten nach der langen Schiffsreise die große Halle betraten und dabei von Inspektoren oben auf der Galerie beobachtet wurden. Ärzte untersuchten die Menschen auf sichtbare medizinische Auffälligkeiten und markierten gegebenenfalls mit Kreide auf den Mäntel der Einreisewilligen, ob sie näher untersucht werden sollten. Etwa zehn Prozent mussten sich weiteren medizinischen Checks unterziehen oder ihre Papiere wurden näher geprüft. Es kam auch vor, dass Passagiere einige Tage auf Ellis Island bleiben mussten. Wer ernsthaft erkrankt war, wurde im Krankenhaus auf der Insel versorgt.
Wer einreisen durfte, konnte eine Fahrkarte für die Eisenbahn sowie Proviant kaufen. Für einen Dollar konnte man eine große Tüte Lebensmittel kaufen, die auch noch ausgezeichnet geschmeckt haben sollen. 36 Stunden soll man davon haben zehren können. Das Essen im Café auf Ellis Island ist mittlerweile etwas teurer und hält auch nicht mehr so lange vor.
Mit dem Boot geht es dann wieder zurück nach Battery Park.

Am Nachmittag gehe ich vom Hotel zur nahe gelegenen New York Public Library und sehe mir die Nobel-Kaufhäuser in der 5th Avenue an.

Die Kontaktaufnahme mit Mike, der den Tag in Fleshing Meadow verbringt (dort laufen im Moment die Qualifikationen für die US Open), gestaltet sich schwierig. Es stellt sich heraus, dass Mike mit seinem gestern gekauften Telefon nur in den USA telefonieren und auch keine Auslandsgespräche annehmen kann. Also muss Jackie als „Woman in the Middle“ fungieren: Mike ruft Jackie an, Jackie ruft mich an und gibt meine Antwort an Mike weiter, etc. pp. Dennoch kommt eine Dinner Verabredung zustande.

Auch heute wird meine Nachtruhe gestört. Um vier Uhr morgens klingelt mein Handy. Es ist der Media Markt, der mir mitteilen willen, dass die Reparatur meines Kopfhörers leider länger dauern wird. In diesem Fall wäre mir eine E-Mail lieber gewesen!

Die Fotos des Tages in meinem Fotoalbum

Welcome to New York

Mike hat ein Problem mit seinem Smartphone. Es lässt sich plötzlich nicht mehr aufladen. Auch mit meinem Ladekabel funktioniert es nicht. Tipps in diversen Foren helfen auch nicht weiter. Mike beschließt, ein billiges Pay-as-you-go Handy zu kaufen. Also gehen wir in das nächst beste T-Mobile-Geschäft. Doch 100 Dollar soll das günstigste Gerät kosten. „100 dollars! I can get a mobile phone in the UK for 10 pounds!“, ruft Mike geschockt. „Welcome to New York!“, antwortet der junge Verkäufer mit einem frechen Grinsen. “ Oh, you loved to say that, didn’t you?“. „Yes.“ Wir versuchen es noch in zwei Drogerien. Ein Geschäft hat keine Handies, im anderen soll es immerhin 40 Dollar kosten. Schließlich landen wir bei Best Buy. Best Buy mag zwar die besten Preise haben, den besten Service aber nicht. Es dauert eine ganze Weile, bis wir eine Verkäuferin gefunden haben und das Gerät bezahlt ist. Als Mike sie bittet, die Telefonnummer auf die Rückseite des Gerätes zu kleben, reist sie den Klebestreifen mit den Zähnen ab.

An der Subway wartet ein neues Abenteuer auf uns. Wir schaffen es zwar noch, ein Wochenticket für günstige 31 Dollar zu erstehen. Doch die Benutzung der New Yorker U-Bahn ist erheblich komplizierter als die Londoner. Erschwert wird es noch dadurch, dass es in den meisten Wagons keine Anzeigetafeln gibt. Erst nach einer ganzen Weile merken wir, dass wir in die falsche Richtung fahren. So kommen wir erst am Mittag am Battery Park an.

Mit der Hornblower fahren wir zu Liberty Island und weiter nach Governor Island und Ellis Island – bei strahlendem Sonnenschein. Nach einer Stunde ist die Schiffsfahrt beendet.
Anschließend gehen wir zum Ground Zero, schauen uns das Mahnmal und (von außen) den neuen Freedom Tower an. Das Mahnmal kann nur unzureichend zum Ausdruck bringen, was am 11. September 2001 geschah, aber wie sollte man auch das Unvorstellbare darstellen?

Mike besichtigt noch Fraunces Tavern, die Kneipe, die schon George Washington besuchte. Ich besuche dagegen The Museum of Natural History. Als es schließt, fahre auch ich zu Fraunces Tavern, denn wir sind hier mit Jackie zum Dinner verabredet.

St. Patrick ’s und Great Central

Am Sonntag gehen Mike und ich in die St. Patrick’s Cathedral. Wir haben Glück: die Messe wird von Kardinal Tim Dolan persönlich zelebriert. Unser Consierge James nannte ihn „quite a character“. Und tatsächlich wirkt er sehr natürlich, als er ohne großen Klerus in die Kathedrale einzieht. Ab und zu winkt er Bekannten in der Gemeinde zu. In seiner Predigt geht er auf den Freien Willen der Menschen ein. Nach „tough teachings“ in den Lesungen der vergangenen Wochen hätten einige Jünger Jesus nicht mehr folgen können. Die Antwort Petrus auf die Frage Jesus, ob auch sie ihn verlassen wollten: „Herr, zu wem sollten wir gehen?“ sei genau die richtige. „Decisions, Decisions, Decisions, all these decisions!“ Warum kann Gott dem Menschen die Entscheidung nicht abnehmen?, fragt der Kardinal. Als Antwort zitiert er Johannes Paul II., der von dem einladenden Gott gesprochen hat, der niemandem etwas aufzwingen wolle. Da Liebe nicht aufgezwungen werden könne, sei der Mensch aufgerufen, die Einladung Gottes anzunehmen.

Nach der Messe besichtigen wir Grand Central. In der Bahnhofsbuchhandlung entdecke ich eine Sonderausgabe der Newsweek aus Anlass der Tatsache, dass die Queen in wenigen Wochen Königin Victoria als englische Monarchin mit der längsten Regierungszeit überholen wird.

Am Nachmittag fahren wir im Doppeldecker nach Brooklyn. Anschließend laufen wir selber über die Brooklyn Bridge, um Fotos von der Skyline von Manhattan zu machen.

Am Abend begeben wir uns zum Times Square, um eine nächtliche Stadtrundfahrt durch das beleuchtete New York zu unternehmen. Die Schlange an der Haltestelle ist gewaltig und jeder möchte oben sitzen. Doch wenig später kommt ein weiterer Bus und wir bekommen einen guten Platz. „Wie lange fahren Busse?“, fragt Mike einen Angestellten, der die Fahrgäste auf die Busse verteilt. „Solange hier Leute stehen und auf Busse warten.“ Das ist Amerika.
Die Fahrt über den Broadway mit seinen zahllosen Lichtreklamen, über die Manhattan Bridge – mit Blick auf die beleuchteten Wolkenkratzer – ist mehr als beeindruckend. Es ist Sonntagabend, doch die Menschen shoppen in den Supermärkten, die wir passieren, als wenn es ein Werktag wäre.

Nach einem späten Dinner kehren wir in unser Hotel zurück.

Nachts gibt es ein nicht bestelltes Unterhaltungsprogramm. Kurz vor Mitternacht schrillt auf dem Flur der Feueralarm. Ich nehme die Treppe und begebe mich so schnell wie möglich in die Lobby. Dass es falscher Alarm ist, zeigt sich spätestens, als die New Yorker Fire Brigade ganz entspannt hereinkommt. Sie stellen erst einmal den Aufzug ab, weil tatsächlich einige Gäste mit dem Fahrstuhl herunterfahren. Leider schalten sie ihn nicht wieder ein, als der Alarm vorbei ist. So muss ich die 12 Etage über die Treppen erklimmen.

Die Fotos des Tages in meinem Fotoalbum

Uptown – downtown: im Doppeldecker durch NYC

Erholt gehe ich um neun zum Frühstück. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hotels in New York ist es im Hotel Metro in der Übernachtung inbegriffen. Es ist allerdings ein süßes Frühstück. Der einzige herzhafte Bestandteil ist Philadelphia Frischkäse. Und: das Besteck ist aus Plastik, die Teller sind aus Styropor und die Kaffeebecher aus Pappe. Alles landet anschließend in einem großen Müllsack.

Unser Concierge James empfiehlt uns einen Deal: drei Tage können wir Up- und Downtown durch Manhattan auf einem offenen Doppeldeckerbus fahren, eine Fährt nach Brooklyn und eine Schiffsfahrt entlang Liberty Island und Governor Island ist auch eingeschlossen.

Mike und ich entscheiden uns dafür und eine Stunde später sitzen wir oben im Bus. Man hat die Wahl zwischen einem Livekommentar oder kann über Kopfhörer aufgezeichnete Kommentare in verschiedenen Sprachen hören. Unser erster Tourguide ist in seiner Freizeit Stand-up Comedian und das fließt auch in seine Kommentierung ein.

Am Nachmittag machen wir dann mit einem anderen Guide auf einem anderen Bus die Up-town Fahrt. Auf dem Weg zum Hotel verlaufen wir uns ein wenig und beschließen, in einem Pret a manger Geschäft unseren Durst zu stillen. Auf die Floskel „How are you doing?“ antwortet Mike ehrlich „I am tired and I am lost“. Plötzlich sind die Drinks on the house und eine Wegbeschreibung gibt es gratis obendrauf.

Zum Dinner sind wir wieder mit Jackie verabredet.

Fotos von diesem Tag in meinem Fotoalbum

Auf in die Neue Welt!

Nach mehr als 25 Jahren dachte ich, es sei wieder einmal Zeit für eine Reise in die USA. Schon am Freitagmorgen begebe ich mich zum Frankfurter Flughafen, wo mittags der Flug nach New York JFK starten soll. Das Einchecken verläuft sehr routiniert: dank ESTA liegen schon alle Daten vor und es folgen nur ein paar Sicherheitsfragen. Der Delta Security Inspektor wünscht mir noch einen guten Flug und weist amerikanisch bescheiden darauf hin, dass sie bei Delta die besten seien. Ich habe Glück und bekomme einen Sitzplatz im Flieger mit mehr Beinfreiheit zugewiesen.
Während des Fluges stelle ich fest, dass sich das Unterhaltungsprogramm auf Langstreckenflügen weiterentwickelt hat. Beim letzten Mal lief ein Film auf mehreren Bildschirmen im Flugzeug und man hatte nur die Wahl, ob man den Ton dazu hören wollte oder nicht. Mittlerweile ist man selber Programmchef und kann zwischen Hunderten von Filmen und Serienfolgen auswählen und am Monitor am Sitz vor einen den ausgewählten Film betrachteten. Ich kann Downton Abbey nicht widerstehen und sehe mir ein paar Folgen der fünften Staffel an.

Wir landen pünktlich um 16.15 Uhr Ortszeit. Auch die Passkontrolle geht sehr schnell über die Bühne. Dabei werden allen Einreisenden sämtliche zehn Finger eingescannt und die Iris fotografiert. Ich steige mit einer Familie, die auch in das Hotel Metro will, in das wartende Pick-up. Allerdings fahren wir nicht direkt dort hin, sondern wir spielen „Lumpensammler“, wie mein Vater das immer nannte. Wir halten noch an drei anderen Terminals, weitere Fahrgäste steigen zu, es wird immer enger, bis kein Platz mehr im Kleinbus frei ist. Die Gäste des Metro Hotels sind dann auch die letzten, die nach knapp zwei Stunden Fahrt aussteigen dürfen.

Das Hotel Metro macht auf mich einen sehr guten Eindruck, der sich während meines Aufenthalts dort auch bestätigt. Das Einchecken läuft schnell ab und ein paar Minuten später stehe ich in meinem geräumigen Zimmer im 12. Stock. Kurz darauf erhalte ich eine SMS von einer Agatha-Christie-Bekannten namens Jackie aus Staten Island. Sie wartet in der Hotelbar auf mich, um mich zu begrüßen. Eine halbe Stunde später stößt Mike aus dem UK dazu. Er ist zwar zwei Stunden nach mir gelandet, hatte aber mehr Glück mit seinem Pick-up. Nach einem Drink an der Bar gehen wir in einen benachbarten Irish Pub zum Dinner. Endlich mal wieder ein Guinness! Zurück im Hotel falle ich nur noch müde ins Bett und verschiebe das Kofferauspacken auf den nächsten Tag.