Ein Bullterrier von Princess Anne hat den Lieblingscorgi der Queen so sehr verletzt, dass er eingeschläfert werden musste. Der Vorfall ereignete sich als Princess Anne in Sandringham eintraf, um mit ihrer Familie die Weihnachtstage zu verbringen. Sie klopfte an eine Tür mit ihren Bullterriern Dottie und Florence. Als diese von einem Diener geöffnet wurde, sausten die Corgis der Queen die Treffe herunter, um sie und die anderen Hunde zu begrüßen. Aber plötzlich verbiss sich einer der Terrier in die Hinterbeine von Pharos, dem Lieblingshund der Queen. Mit seinem kräftigen Maul wurde eines der Beine gleich dreimal gebrochen.
Die Queen, die sich in den oberen Gemächern aufhielt und von einer Knieoperation erholte, hörte die Hilfeschreie und kam herangehumpelt und fand Pharaos blutend mit schweren Verletzungen. Der herbeigerufene Tierarzt nahm den Hund mit in die Praxis, wo er die Nacht verbrachte. Dann aber musste er mit Einverständnis der Queen eingeschläfert werden.
Die Queen sei erschüttert und aufgelöst. “Jeder weiß, wie viel ihr die Corgis bedeuten”, sagte ein Mitglied des königlichen Haushalts. Die Queen hatte bereits für Pharos – wie für die anderen Corgis – einen Strumpf zu Weihnachten mit Doughnuts und Schokoladenbonbons füllen lassen. – Nun bleiben ihr noch fünf Corgis: Emma, Linnet, Rush, Minnie und Monty.
Nicht alle im Hause werden Trauer empfunden haben. Viele Diener hassen Corgis, weil sie immer wieder von den ihnen gekniffen wurden. Und selbst Prince Philip rief einmal aus: “Verdammte Hunde! Warum muss es bloß so viele von euch geben?”. Die Queen selbst dagegen, kann sehr ungemütlich werden, wenn jemand ihre Lieblinge nicht angemessen behandelt.
Zunächst war Dottie, einer der beiden English Bull Terrier von Princess für den Angriff auf den Corgi der Königin verantwortlich gemacht worden. Tierschützer hatten bereits gefordert, das Tier müsse eingeschläfert werden, weil es bereits im April 2002 zwei Kinder gebissen hatte. Anne war deswegen als erstes Mitglied der königlichen Familie seit Charles I. (1649) von einem Gericht verurteilt worden. Doch dann gab eine Sprecherin bekannt, es war der andere Terrier Florence. Warum tagelang Dottie beschuldigt wurde, konnte die Sprecherin nicht erklären. Diese überraschende Wende führte zu Spekulationen, die Schuld werde Florence zugeschoben, um zu verhindern, dass Dottie eingeschläfert werden müsste. Denn der RSPCA (der englische Tierschutzverein, dessen Schirmherrin die Königin ist) fordert, dass Hunde, die zweimal ernstliche Verletzungen zufügen, eingeschläfert werden müssten.
Doch der Ärger mit den Hunden ging weiter. Als eine Bedienstete mit drei anderen Dienern ein Zimmer betrat, bellten die beiden Terrier. Das Personal geriet in Panik und lief weg. Das Dienstmädchen mit dem Namen Ruby (50) war nicht schnell genug und Florence biss es unterhalt ihres Knies. Laut Sun schrie die Frau “vor Schmerzen am Spieß. Es floss eine Menge Blut.”
Anne war mit ihrem Mann beim Dinner, als sich der Vorfall ereignete. Das Personal versorgte die Wunde des Zimmermädchens, die Prinzessin bestand aber darauf, dass ein Arzt gerufen wurde. Die Wunde wurde bandagiert und die Frau bekam eine Tetanus-Spritze. Seit dem Vorfall mit dem Corgi waren die Terrier im Hause gehalten worden, was ihnen vielleicht nicht gut bekommen ist.
Trotzdem wurde Florence nicht eingeschläfert, sondern wird sich einer Therapie unterziehen, wie sie schon Dottie hinter sich hat. Bessert sich ihr Verhalten nicht, wird der Hund eingeschläfert werden müssen. Die Therapie wird wahrscheinlich Dr. Roger Mugford übernehmen, der bereits Dottie therapiert hat. Die Erfolgsaussichten liegen bei 50 Prozent. Englisch Bull Terrier gelten – im Gegensatz zu den Pitbulls – eigentlich als friedfertig.