Bodies from the Library 2017

Schln zum dritten Mal findet an der British Library die Tagung „Bodies from the Library“ statt, die vergessene Autoren des Golden Age of Detective Fiction wieder in Erinnerung ruft.

Ich reise via Dortmund an und erreiche pünktlich am Vortag das Premier Inn, wo sich die Veranstalter und Freunde treffen.

Nachdem Simon Brett die beiden vorherigen Veranstaltungen eröffnet hatte, ist es diesmal am neuen Präsidenten des ehrwürdigen Detection Club, Martin Edwards, dies zu tun.
Im Anschluss daran diskutieren Edwards, Len Tyler und Seona Ford mit Jake Kerridge über die anhaltende Popularität von „Golden Age“. Tony Medawar, der schon mehrfach auf „Bodies“-Konferenzen referiert hat, erzählt dann vom Leben und Werk von Cecil Street, der auch unter den Pseudonymen Miles Burton und John Rhode schrieb.

Professor Kirsten Saxton berichtet anschließend über Lois Austen-Leigh – eine Nachfahrin von Jane Austen , deren Krimi „The Incredible Crime“ kürzlich wieder aufgelegt wurde.

Dr John Curran, nicht nur Agatha-Christie-Experte, sondern auch den ganzen Genres, zieht in seinem Vortrag „Clues and Corpses“ Parallelen zwischen Kreuzworträtseln und Kriminalliteratur.

Vor der Mittagspause ist Martin Edwards neues Buch „The Story of Classic Crime in 100 Books“ Thema.

Traditionell ist nach der Pause ein Hörspiel zu hören, bevor Ethel Lina White und Elizabeth Daly unter der Moderation von Jake Kerridge (im Daily Telegraph für Kriminalliteratur zuständig) über die „vernachlässigten Queens of Crime“ Christine Poulson und Sarah Ward erzählen.

„Murder and Music in the life and work of Edmund Crispin“, heißt es anschließend bei Dr David Whittle und dabei sind auch Musikclips von Crispin zu hören, der nicht nur Krimiautor war, sondern auch Komponist. Unter anderem stammt der Soundtrack zu einigen Filmen aus der „Ist ja Irre“-Reihe (Oroinal „Carry on“) aus seiner Feder.

Schon traditionell letzte Vortragende ist Dolores Gordon-Smith. Diesmal ist der Theologe, Priester – und Kriminalschriftsteller – Ronald Knox ihr Thema. Er stellte auch die – nicht ganz ernst gemeinten – „Zehn Regeln für einen fairen Kriminalroman“ zusammen.

Alle Vortragenden werden zum Abschluss nach dem Buch gefragt, das sie mit auf eine einsame Insel nehmen würden.

Neu diesmal neu im Programm: die Preisverleihung des „Dagger In The Library Award“ der Crime Writers’ Association, mit der die Veranstaltung endet. Erste Gewinnerin ist Mari Hannah.

Damit geht eine interessante Tagung zu Ende und es steht schon fest, dass im Juni 2018 wieder eine Bodies from the Library Conference stattfinden wird. Ein Ende der Reihe wie der Beliebtheit der Golden Age Autorinnen und Autoren ist derzeit nicht in Sicht.

Fotos von der Tagung in meinem Fotoalbum

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