Harry Potters Schulbücher erschienen

zur Buchmesse in Leipzig erschienen zwei Lieblingebücher Harry Potters:
„Quidditch im Wandel der Zeiten“ vom Quidditch-Experten Kennilworthy Whisp
(Original-Exemplar aus der Hogwarts-Schulbibliothek)
und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“
vom berühmten Mitarbeiter im Amt für Drachenforschung und Drachenzähmung
Newt A. F. L. Scamander
(Harrys ganz persönliches Exemplar).
Die Auflage betrug 650.000 Exemplare.

In England erschienen die Bücher zum „Comic Relief Day“. Der Verkaufserlös kommt größtenteils einem guten Zweck zugute.
Inhalt der Bücher

Williams Brückenjahr

Im Dezember 2000 beendete William den ersten Teil seines „Gap years“ (Brückenjahrs). Die BBC zeigte eine Dokumentation über seine Tätigkeit für die Raleigh Gesellschaft, die inzwischen auch von Nord 3 ausgestrahlt wurde. Die zehn Wochen in Südchile haben dem Prinzen großen Spaß bereitet. „Hier kann man tatsächlich das Leben anderer verbessern … Die Lebensbedingungen sind nicht das, woran ich sonst gewohnt bin. Wir leben in einer alten Schule. Sie hat eine Art Teppich und wir haben ein Dach über dem Kopf … Wir schlafen zu ungefähr 16 Personen auf dem engen Boden in Schlafsäcken.“ Auch die englische Presse berichtete ausführlich mit Schlagzeilen wie „Well done, Will!“ und „Will power“. Das Interview, das der Prinz der BBC gab und die Bilder zeigten, dass William seine Schüchternheit überwunden habe.

Anfang März 2001 brach Prince William zu einem drei Monate langen Trip nach Afrika auf, eine weitere Phase seines „Gap years“. Der genaue Verlauf der Reise wurde nicht bekannt gegeben, ist gibt keinen Fototermin für die Presse. Vermutlich wird William von Mark Dyer, früher Stallmeister von Prinz Charles, begleitet. Die Reise ist privat organisiert und soll eine Safari und ein erzieherisches Projekt umfassen. Vor der Reise verdiente sich William etwas Taschengeld auf einer Milchfarm in Südwest-England, auf der er ein Monat arbeitete. Für 4.70 £ (ca. 15 DM) pro Stunde stand er um 5 Uhr morgens auf, melkte Kühe, stapelte Heuballen und pflügte Felder – und das 12 Stunden am Tag. William suchte sich den Job selbst aus. Auf seiner Afrikareise wird er nach Presseberichten Südafrika, Botswana, Swasiland und Namibia besuchen. Auf der Safari wird der Prinz nur mit seiner Kamera schießen, sagte eine Sprecher des St. James’s Palace.

William wird während seines Studiums der Kunstgeschichte, das im kommenden Herbst beginnt, im schottischen St. Andrews im Studentenwohnheim „St. Salvator’s“ zusammen mit 188 anderen Studenten wohnen. Die Zahl der Bewerbungen in St. Andrews ist seit Williams Einschreibung um 44% gestiegen, überwiegend junge Frauen. William kündigte bereits an, die Fußballspiele des schottischen Liga-Vereins Aberdeen zu besuchen.

Williams Pläne für das Brückenjahr

Anfang Oktober 2000 gab William seine Pläne in einem kurzen Statement der Presse bekannt: Prince William wird sich zu einer zehnwöchigen Expedition nach Südchile aufmachen. Dabei muss er sein eigenes Klo graben, sich von magerer Armee-Ration ernähren, er wird am offenen Feuer kochen, aus dem Rucksack leben, unter Segeltuch schlafen und sich monatelang nicht richtig waschen können. Die Expedition wird ihn in den entlegendsten Teil des Landes führen, wo Raleigh International seit 10 Jahren ein Camp hat. Der Prince wird zusammen mit 110 jungen Freiwilligen, alle im Alter von 17 bis 25, und 39 Mitarbeitern aus aller Welt an einem Umwelt- und Entwicklungsprojekt arbeiten. Er wird dabei helfen, lokale Gebäude auszubessern, Wege anzulegen und bei dem Erstellen von Karten mitwirken.

William begründete seine Wahl damit, dass er etwas Konstruktives in seinem Brückenjahr tun wolle. „Ich dachte, dass dies ein Weg ist, zu versuchen, Leuten zu helfen und eine Menge Leute aus anderen Ländern zu treffen und zugleich Menschen in entfernten Regionen Chiles zu helfen.“

William organisierte ein Wasserpolo-Spiel, um Geld für die Organisation zu sammeln. Über 6 000 DM kamen dabei zusammen, 15 000 steuerte sein Vater noch einmal dabei. Außerdem sammelte der junge Prinz Geld, um einer finanziell benachteiligen Person die Teilnahme an der Expedition zu ermöglichen.

Die Raleigh Organisation war begeistert, dass sich William der Expedition anschließen will, eine 21-jährige freiwillige Teilnehmerin soll laut Times sogar laut aufgeschrieen haben, als sie von der Neuigkeit erfuhr.

Die lässige Garderobe des zweiten in der Thronfolge im Gegensatz zum Thronfolger war der Times einen ganzen Artikel wert. William trug bei der Pressekonferenz ein hellbraunes Sweatshirt mit rundem Ausschnitt, Jeans und schwarze Sportschuhe, Prinz Charles einen grauen Anzug. William sah braungebrannt und entspannt aus nach einem Sommeraufenthalt in mittelamerikanischem Dschungel und auf einer Insel im indischen Ozean. Bei einem Projekt der Royal Geographical Society studierte er Korallenriffe nahe Mauritius.

Harry Potter verzaubert Wissenschaftler

Experten suchen nach literarischem Erfolgsrezept

Wolfenbüttel
Die Kurzformel für einen geradezu wunderbaren literarischen Erfolg lautet „Harry Potter“. Weltweit haben die ersten vier Bände über Joanne K. Rowlings pfiffigen Zauberlehrling rund 40 Millionen Käufer und noch mehr jugendliche wie erwachsene Leser gefunden. Selbst in China fliegt bald ein „Hali Bote“ durch die Lüfte. Wie können wir diese Potter-Manie erklären?
Potterexperten haben am vergangenen Wochenende [= Ende September 2000] versucht, dieses Geheimnis zu ergründen. Die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel hatte dafür zur ersten bundesweiten Harry-Potter-Tagung eingeladen. In welcher literarischen Tradition stehen Rowlings zauberhafte Geschichten? Welche Mythen und Fakten gehen bei Potter und seiner Autorin magisch ineinander über? Befriedigt Harry nur Sehnsüchte nach Zauber in einer entzauberten Welt? Darum kreisten die Referate, die aus kindertherapeutischer, didaktischer, literaturkritischer und literaturwissenschaftlicher Sicht das „Phänomen Potter“ beleuchteten.
Von besonderem Interesse waren darüber hinaus die „Einblicke ins Potter-Marketing“ die Klaus Kämpfe-Burghardt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland und der Schweiz eröffnete.
„Das Marketing hat aus Potter keinen Star gemacht“, meinte der kaufmännische Geschäftsführer des Carlsen-Verlags, bei dem Potter erscheint. Carlsen habe diesen Star lediglich „begleitet“. Das Potter-Fieber zieht erst ab Band drei größere Kreise. Für Carlsen sieht das konkret so aus: Sechs Monate nach Erscheinen von Band eins „Harry Potter und der Stein der Weisen“, waren rund 25 000 Exemplare verkauft – schon das ein exzellentes Ergebnis für ein Kinder- und Jugendbuch. Nachdem im August 1999 der dritte Band der Potter-Serie erschienen war, explodierten die Verkaufszahlen. Bis Ende 1999 gingen mehr als eine halbe Million der Zauberer-Romane über die Ladentheke.
Ähnliche Trends waren auf der Potter-Homepage von Carlsen zu beobachten. Im September 1999 stellte der Verlag die Website ins Netz und verzeichnete im Startmonat knapp 5000 Besucher. Im August 2000 griffen eine Million, im September gar fünf Millionen Menschen auf www.harrypotter.de zu. Trauriger Nebeneffekt solch eminenter Nachfrage: Rechtsradikale nutzten den Potter-Chat, um ihre Parolen zu verbreiten. „Wir mussten den Chatroom leider schließen“, bedauerte Kämpfe-Burghardt. In Kürze gebe es aber einen moderierten Chat, der Potter-Fans vor dem Missbrauch ihres Forums schützt.
40 Millionen verkaufter Potter-Bücher lassen sich nicht allein mit ausgefuchstem Marketing oder literarischer Qualität erklären. Vieles bleibt trotz der ertragreichen Expertentagung an der Bundesakademie in Wolfenbüttel – so wunderbar wie die Geschichten um den armen, zauberhaften Waisenknaben aus dem Ligusterweg 4. Warum aber lesen so viele Menschen Harry Potter? Vielleicht verbindet sie der Wunsch, einmal vom Gleis 9 3/4 die schnöde Wirklichkeit verlassen zu können. Oder ist es der kleine Harry in uns allen, der geheime Wunsch nach Glück?

Olaf Kutzmutz, Westfälische Nachrichten vom 03.10.2000

Bohnen und Schokofrösche versüßen die Potter-Premiere

Buchhändler ordern Rekordmengen des Jugend-Bestsellers

Münster. Harry Potter verzaubert Münster: Acht Tage vor dem Erscheinen des vierten Buches über den Nachwuchs-Magier erwartet Stephanie Walterbach „einen Ansturm, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt“. Die Leiterin der Jugendbuchabteilung bei Poertgen Herder ist auf alles gut vorbereitet: Mit 3000 Exemplaren hat die Buchhändlerin in der Salzstraße „das Zehnfache der Menge bestellt, die wir gewöhnlich bei Bestsellern vorab ordern“. Damit lässt Harry Potter selbst den Roman „Sofies Welt“ von Jostein Gaarder mit großem Abstand hinter sich.
Ganz Ungeduldige können sogar in der Nacht zuvor den Band kaufen. Dies allerdings nur, wenn sie an einer der Potter-Partys teilnehmen.
Die Kinder- und Jugendbuchhandlung Nallepuh und das Kinder- und Jugendtheater der Städtischen Bühnen feiern im neuen Begegnungszentrum Coerde. Dort lesen am 13. Oktober (Freitag) ab 21 Uhr Cornelia Kupferschmid sowie der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Andreas Robertz. Einen Höhepunkt des Abends gestaltet der Zauberer Jacobi aus Oldenburg mit seinem speziellen Harry-Potter-Magieprogramm. Eine Sängerin der Städtischen Bühnen präsentiert das Schullied der Harry-Potter-Bücher, verrät Gisela Haak, Dramaturgin im Kinder- und Jugendtheater.
Ab Mitternacht können Harry-Potter-Fans zehn Exemplare des Bestsellers gewinnen. Dazu müssen sie ihr Fachwissen aus den ersten drei Bänden unter Beweis stellen. Eintrittskarten zum Preis von fünf und zwei Mark gibt es bei Nallepuh am Spiekerhof und an der Theaterasse.
In der Buchhandlung Poertgen Herder liest ab 23 Uhr der Schauspieler Guido Gallmann. Im Anschluss an beide Partys können die Teilnehmer den vierten Band erwerben. Während der Lesung bei Poertgen naschen die Zuhörer „Schokofrösche“, die Lieblingssüßigkeit Harry Potters. Mit 80 Karten ist nur noch gut die Hälfte der Tickets erhältlich. Sie kosten acht Mark.
Am 14. Oktober verwandelt sich die Buchhandlung in die Zauberschule „Howards“ aus den Romanen: Angestellte verkleiden sich als Magier, bieten den Kindern ein Quiz rund um Harry Potter an und verschenken „Bertie Botts beste Bohnen“.
Ebenfalls am Vorabend stimmt Ellens Buchhandlung in der Münzstraße auf das Erscheinen des neuen Harry Potter ein. Ellen Piechura-Ristau hat Anja Glock von den Städtischen Bühnen zu Gast. Ihre Lesung, die bereits ausverkauft ist, beginnt um 21 Uhr. Um Mitternacht können auch dort die Besucher das neue Buch erwerben.
In der Buchhandlung Phönix tritt am 14. Oktober um 11 und 12.30 Uhr ein Zauberer auf. Besucher können Gespenster basteln, sich schminken und einen alkoholfreien Zaubertrank kosten.
„Eine Million Exemplare Erstauflage – das sprengt alles, was ich in 30 Jahren erlebt habe“, staunt Buchhändlerin Piechura-Ristau. Sie wundert sich, dass zurzeit vor allem Großmütter den Schmöker bestellen. „Die wollen ergründen, was ihre Kinder und Enkelkinder fasziniert.

Von Katja DiehI und Jens Joest, Westfälische Nachrichten, Münster, 06.10.2000

Harry kriegt sie alle

Potter-Mania, vierter Teil

Ein Jugendbuchheld verzaubert die Welt: Harry Potter. Am 14. Oktober erscheint in Deutschland der vierte Band. Dorle Neumann traf den Übersetzer Klaus Fritz.

Mehr als 90 Tage hat Klaus Fritz an seinem Schreibtisch geackert. Drei Monate lang gönnte sich der Schwabe keinen freien Tag, las sich Kapitel für Kapitel durch 636 Seiten eines Buches, dem vor allem zahllose deutsche Jugendliche entgegenfiebern. Klaus Fritz ist der Übersetzer des Weltbestsellers „Harry Potter and the goblet of fire“, das am nächsten Samstag als „Harry Potter und der Feuerkelch“ endlich auch in Deutschland verkauft wird. Startauflage: eine Million Exemplare.

„Ich habe versucht, zu vergessen, welches Buch da vor mir liegt“, erklärt Klaus Fritz, der jegliche Popularität scheut. Aber ab und zu überfiel ihn doch der Gedanke an die hohen Erwartungen der künftigen Leser.“ Dann habe ich nur noch gedacht: was machst du hier eigentlich …“

Als er vor Jahren den ersten Band der Geschichte vom ebenso schüchternen wie mutigen Harry Potter und dessen phantastischen Abenteuern in der Zauberschule Hogwarts übersetzte, konnte er noch in Ruhe und ohne Zeitdruck arbeiten. Weder der Aufschrei der Fans nach einem neuen Potter-Roman noch die internationale Marketingmaschine saßen in ihm im Nacken. „Kein Vergleich zu dem Aufstand jetzt“, meint er amüsiert. Und schwärmt: „Es ist eine der besten Aufgaben, die man sich vorstellen kann. Die Sprache ist klar, die Personen wachsen einem ans Herz.“

Seine Arbeit wird zweifellos durch die „generalstabsmäßige“ Arbeit der Potter-Verfasserin Joanne Kathleen Rowling erleichtert. „Sie hat detaillierte Psychogramme ihrer Hauptperson Harry, seiner Freunde Ron und Termine, der Schüler und Lehrer auf Hogwarts und natürlich auch des Herrn der Finsternis, Lord Voldemort, erstellt.“ Das verhindert logische Brüche. „Die Vielschichtigkeit ihrer Figuren ist sicherlich auch ein wichtiger Grund für das Phänomen, dass ein Jugendbuch auch ein Erfolg bei Erwachsenen hat“, erläutert Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, die Ende September ein Potter-Symposium veranstaltet hat. Für Kutzmutz ist Harry eine „Mischung aus Held und Verlierer“. Deshalb falle es auch nicht schwer, sich mit ihm zu identifizieren. Aber auch die Eskalation der Gewalt zwischen Harry und Lord Voldemort geht unter die Haut. Eine Gefahr für die jugendlichen Leser? Gundel Mattenklott von der Hochschule der Künste in Berlin hält auf dem Treffen in Wolfenbüttel dagegen, dass schon die Grimmschen Märchen voller Grausamkeiten sind. Und Olaf Kutzmutz gibt zu bedenken: „Die Jugendlichen reden ja mit anderen über die Bücher, auch über die Kampfszenen. Das bietet ein Ventil.“

Und er nimmt auch die britische Autorin Joanne K. Rowling gegen jeden Vorwurf in Schutz, die Erfolge von Harry & Co. seien nur Konsequenz einer gigantischen Marketingstrategie. „Die Bücher sind einfach glaubwürdig, und deshalb wurden sie als Geheimtipp per Mund zu Mundpropaganda empfohlen.“ Das Datum des internationalen Durchbruchs kann Kutzmutz auch genau nennen: Am 4.Oktober 1999 erschien Harry Potter auf der Titelseite des renommierten US-Magazins „Time“. Von da an explodierten die Verkaufszahlen in den USA, wurden auch die europäischen Medien neugierig auf die Geschichten, die beim Espresso in Edinburgher Cafes entstanden.

Denn die Story der arbeitslosen, allein erziehenden Joanne Rowling hat selbst märchenhaften Charakter. Sie schreibt das erste Potter-Buch 1994 auf Notizblocks in den Cafes, weil sie zu Hause die Heizkosten sparen will. Neben ihr schlummert Töchterchen Jessica im Kinderwagen. Nach einem Verlag sucht sie zunächst vergebens, erst das Haus Bloomsbury nimmt sie mit den 320 Seiten über „Harry Potter und der Stein der Weisen“ unter Vertrag. Weil man aber befürchtet, dass das „Jungenbuch“ sich nicht verkauft, wenn eine weiblicher Autor auf dem Cover steht, erscheint Harry 1 nur unter den Initialen J. K. Rowling. Inzwischen ist das einstige Aschenputtel, das auf Sozialhilfe angewiesen war, dank der Millionenauflage seiner Bücher zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens geworben – und jeder gönnt es ihr.

Während die Experten Wolfenbüttel ganz unbefangen wie die Kinder darüber spekulieren, ob der große Zauberer Dumbledore als Leiter von Hogwarts und Mentor von Harry bis zum siebten und damit letzten Band durchhält oder Ron Weasleys Freundschaft zu Harry nicht doch in die Brüche geht, hat Joanne K. Rowling die ersten 20 Seiten des fünften Bandes schon geschrieben. Klaus Fritz wird in der Nacht zum 14. Oktober in einer Berliner Buchhandlung aus dem vierten Band vorlesen. Auf die Reaktion der Zuhörer ist er schon gespannt. Eine Woche Urlaub hat er sich zwischen der Übersetzung und dem Erscheinen des Buches gegönnt. In England? „Nein, ein bisschen Abstand musste sein, in Frankreich.“

Hat er jetzt die Nase voll von Harry?“ Nein, auf Band fünf freue ich mich schon …“

Die Bundesakademie für kulturelle Bildung (Postfach 1140, 38281 Wolfenbüttel) wird im Dezember eine Dokumentation des Harry-Potter-Symposiums veröffentlichen, 16 DM.

Westfälische Nachrichten , 07.10.2000

Von Flensburg bis Garmisch: mit Butterbier bis Mitternacht

In zahlreichen Buchhandlungen und an anderen Orten warteten am 13. Oktober Tausende Harry-Potter-Fans bis Mitternacht auf die Veröffentlichung des 4. Bandes „Harry Potter und der Feuerkelch“. Mit Butterbier und anderen Hogwarts-Spezialitäten, Lesungen und Zauberspielen wurde das Warten überbrückt. Der 4. Band ging mit einer Rekordauflage von 1 Million Exemplaren an den Start. Der Verkauf läuft gut, aber es gibt noch genügend Exemplare. Mehrere Fernsehsendungen beschäftigten sich mit dem Phänomen Harry Potter.

Interview mit Prince William zu seinem 18. Geburstag

Zu seinem 18. Geburtstag am 21. Juni hat Prince William schriftlich die Fragen von Peter Archer, dem Hofberichterstatter von PA News beantwortet. Hier sind die Fragen und Antworten in Deutsch.

Was machen Sie an ihrem Geburtstag und haben Sie eine Prüfung an dem Tag?

Ich habe keine Prüfung an dem Tag, aber ich werde für meine Prüfung in Kunstgeschichte am nächsten Tag lernen.

Wann werden Sie Ihr Examen beenden?

Ein paar Tage nach meinem Geburtstag.

Wann und wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern?

Ich habe noch nicht richtig darüber nachgedacht. Aber zweifellos werde ich privat mit einigen Freunden feiern.

Hat es Ihnen in Eton gefallen und was werden Sie am meisten vermissen, wenn Sie Eton verlassen?

Ja, es hat mir sehr gefallen. Ich werde meine Freunde und Dr. Gailey (den für Williams House zuständigen Lehrer), der mich sehr unterstützt hat, vermissen. Ich habe es sehr genossen, mich in Eton so wie jeder andere Schüler ohne die Medien bewegen zu können.

Mögen Sie noch immer die Uniform – was ist anders an einer „Pop’s“ Uniform – und haben Sie es genossen, ein Pop zu sein?

Ich habe es genossen, ein Pop zu sein [Anmerkung: In Eton werden 21 Aufsicht führende ältere Schüler „Pop“ genannt]. Ich habe immer die Uniform gemocht, insbesondere die Pop-Uniform, bei der man seine eigene Weste und seinen eigenen steifen Kragen und Krawatte tragen darf.

Werden Sie ein Brückenjahr einlegen und falls ja, was haben Sie vor?

Ja, ich werde ein Brückenjahr [vor dem Studium] machen, aber im Moment ziehe ich es vor, die Details für mich zu behalten bis alle Arrangements getroffen sind.

Zu welcher Universität wollen Sie gehen?

Bis ich meine Ergebnisse bekomme bin ich noch unsicher. Ich weiß, dass viel spekuliert wird, aber Sie müssen sich gedulden.

Was werden Sie studieren?

Kunstgeschichte.

Möchten Sie im Ausland studieren?

Ich kann ehrlich sagen, dass ich darüber noch nicht nachgedacht habe. Darauf bin ich noch nicht gekommen.

Welche Sportarten mögen Sie am liebsten?

Ich mag Wasser-Polo, Fußball und Rugby – meistens Mannschaftssportarten.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich mag es, mit meinen Freunden zusammen zu sein, ins Kino zu gehen, Fußball- und Rugby-Spiele zu schauen.

Lesen Sie gerne und wenn ja, wer sind Ihre Lieblings-Autoren?

Ja, ich lese, wenn ich die Zeit dazu habe. Ich mag unterschiedlichste Bücher, aber habe keine besonderen Lieblings-Autoren.

Welche Art von Musik lieben Sie?

Eigentlich dieselbe wie vor ein paar Jahren: Dance und Pop-Musik.

Mögen Sie es, in Clubs oder zum Tanzen zu gehen?

Ich mag Tanzen, aber in Clubs gehe ich nicht so oft.

Wie oft gelingt es Ihnen, ins Kino zu gehen und welche Filme gucken Sie?

Ich gehe ins örtliche Kino, wenn ein guter Film gezeigt wird. Ich bevorzuge Action-Filme.

Kaufen Sie noch immer ihre eigene Garderobe und welchen Stil bevorzugen Sie?

Ja; ich bevorzuge stark casual wear (ungezwungene Kleidung).

Wie schwierig ist es, mit der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Medien fertig zu werden?

Ich mag die Aufmerksamkeit nicht. Ich fühle mich unwohl dabei. Aber ich habe es es besonders genossen, in Eton in Ruhe gelassen worden zu sein, was es mir möglich gemacht hat, mich auf meine Arbeit an der Schule zu konzentrieren und mich mit meinen Freunden zu treffen, ohne dass ich von Kameras verfolgt wurde. Ich bin den Meiden dankbar, dass sie geholfen haben, meine Privatsphäre zu schützen und ich hoffe, dass ich dieselbe Freiheit an der Universität genießen kann.

Wie werden Sie mit der Aufmerksamkeit der Medien fertig?

Auf meine eigene Art. Wenn ich versuche zu erklären wie, könnte das kontraproduktiv sein!

Wie denken Sie darüber, mit Personen aus dem Showgeschäft wie Britney Spears in Verbindung gebracht zu werden?

Da ist eine Menge Unsinn von PR-Firmen verbreitet worden. Ich mag es nicht, wenn man mich so ausnutzt. Aber da ich älter werde, wird es schwieriger so etwas zu vermeiden.

Glauben Sie, dass Sie der Armee beitreten, wenn Sie die Universität verlassen und wenn ja, welcher Einheit?

Das ist zu früh zu sagen. Ich habe noch nicht richtig darüber nachgedacht.

Haben Sie über irgendeinen anderen Beruf nachgedacht?

Zu diesem Zeitpunkt möchte ich nur die Universität durchlaufen. Ich weiß, dass viel spekuliert wird, aber die Wahrheit ist, dass ich mich noch nicht entschlossen habe.

Wann werden Sie königliche Pflichten allein wahrnehmen?

Mein Vater möchte, dass ich meine Ausbildung abschließe, bevor ich königliche Pflichten übernehme und das möchte ich auch. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis ich königliche Termine habe, obwohl ich annehme, dass ich wie in der Vergangenheit, meinen Vater gelegentlich begleite.

Freuen Sie sich darauf?

Ich weiß nicht, weil das noch ein weiter Weg ist. Ich habe noch nicht richtig darüber nachgedacht.

Wie oft können Sie andere Familienmitglieder treffen?

So oft wie möglich, besonders meine Cousinen.

Was gefällt Ihnen besonders daran, Ihr eigenes Auto zu fahren?

Wie die meisten in meinem Alter gibt es mir etwas Unabhängigkeit.

Besitzen Sie ein Pferd?

Nein, aber ich reite die meines Vaters.

Wie geht es Ihrem Hund, Widgeon und haben Sie andere Tiere?

Widgeon hatte acht Welpen vor ca. 18 Monaten. Ich besitze keine anderen Haustiere.

Jetzt, wo Sie 18 sind, werden Sie eigenes Personal für Ihre Termine und Korrespondenz haben?

Nein, das brauche ich nicht. Das Büro meines Vaters kümmert sich um meine Post und Termine und das wird so weitergehen.

Haben Sie eine Freundin?

Ich möchte mein Privatleben privat halten.

Warum haben Sie zugestimmt, in Eton zu ihrem 18. Geburtstag fotografiert zu werden?

Die Medien haben mich in meiner Zeit in Eton in Ruhe gelassen. Dafür bin ich dankbar. Aber ich wusste, dass ein großes Interesse der Medien an meinem 18. Geburtstag besteht und ich wollte nicht, dass ganze Scharen von Medienvertreter darin involviert sind. Außerdem wollte ich keine Ablenkungen beim Lernen für das Abitur. So habe ich zugestimmt, dass ein Fotograf und ein Kameramann etwas Zeit mit mir in Eton verbringt.

William’s future – Was kommt nach Eton?

Prince William macht in diesem Sommer seinen Abschluss in Eton College in den Fächern Geographie, Biologie und Kunstgeschichte. Was er danach macht, ist noch nicht offiziell verkündet worden.

Es wird aber erwartet, dass Prince William ein Jahr im Ausland verbringt und anschließend ein Studium, voraussichtlich Kunstgeschichte beginnt. Das Rennen um den jungen Prinzen scheint überraschenderweise die University of East Anglia gemacht zu haben und nicht – wie gerüchteweise verlautete – die Universität in Edinburgh oder auch in St. Andrews. Das Motto der Universität von East Anglia ist „Be different – sei anders“. Die Uni liegt nur 45 Autominuten von Sandringham entfernt, wo die Queen eine Residenz besitzt. Sein bester Freund Edward van Cutsem wohnt ebenfalls ganz in der Nähe. East Anglia schnitt auch im Ranking für das Fach Kunstgeschichte besser ab als Edinburgh und St. Andrews. Von einer militärischen Ausbildung, mit der William auch einmal geliebäugelt hat, ist zurzeit nicht die Rede.

Vor seinem Studium will Prince William ein Jahr Pause machen und ein „Gap year“ einlegen. Vermutlich wird er es im Ausland verbringen. Es wurde darüber spekuliert, dass er nach Australien, Argentinien oder Kanada geht. Wahrscheinlicher ist aber Paris oder Florenz, wo es genügend Kunstobjekte zum Bewundern gibt. Beraten wird ihn bei der Entscheidung Mark Dyer, ein Angestellter von Prince Charles, auch unter den weiblichen Bediensteten als „Prince Charming“ bekannt. Der ehemalige Offizier der Welsh Guards genießt das Vertrauen von Charles und Camilla und auch Prince William vertraut ihm. Als Medienberaterin fungiert die 28-jährige Lisa Mackenzie.

Prince William wird weiterhin keine königlichen Pflichten (also Termine, oder Arbeit in Wohltätigkeitsorganisationen, was diese sich erhofft hatten) übernehmen, sondern zunächst seine Ausbildung beenden. Prince Charles musste dagegen in seinem Alter schon Termine übernehmen. Aber es ist möglich, dass William seinen Vater bei offiziellen Auftritten begleitet. Ferner verzichtet er für die Zeit des Studiums auf den Titel „Königliche Hoheit“, der ihm mit 18 zusteht und möchte lieber „William Wales“ genannt werden. Außerdem möchte er nicht, dass man sich vor ihm verbeugt oder ihn mit „Sir“ anredet. Dafür legt er sich ein eigenes Wappen zu, das Bestandteile des Familienwappen der Spencer (zu Ehren seiner Mutter) enthält.

Mit dem Verlassen der Schule geht auch die „Schonfrist“ der Medien für Prince William vorbei. Dann läuft der Schutz für Schulkinder nach dem Codex der Press Complaints Commission (PCC) aus. Lord Wakeham, Vorsitzender der PCC, verzichtete auf spezielle Restriktionen für die Berichterstattung über den Prinzen. Er appellierte vielmehr an Zeitungs- und Magazinherausgeber, wenigstens bis zum Ende der Universitätszeit, sich mit der Berichterstattung zurückzuhalten. In einer Rede vor Zeitungsverlegern legte Lord Wakeham Ende Juni die neue Richtlinien fest: in der Öffentlichkeit dürfen in Zukunft Fotos von Prince William gemacht werden. Prince William soll aber nicht von Fotographen gejagt oder eingeschüchtert werden oder Aufnahmen auf Privatgrundstücken gemacht werden. Die Geschichten, die über ihn geschrieben werden, sollen auf Fakten beruhen. Wegen seiner Stellung sei William für die Medien interessant und die Öffentlichkeit habe ein Recht auf Berichterstattung, er sei aber kein Freiwild. Ihm müsse Gelegenheit gegeben werden, normale Beziehungen aufzubauen. Als Beispiele für unangemessene Berichterstattung führte Wakeham drei Fälle an, in denen Prince William mit Mädchen in Verbindung gebracht wurde: eine hatte er noch nie gesehen, eine traf er zuletzt im Alter von acht Jahren, eine lediglich ein Mal. (Das Mädchen, mit dem der achtjährige William Sandburgen baute und dann nie wieder sah, war übrigen Holly Brandson, Tochter des Multi-Millionär Richard Branson. Die Familie Brandson nahm die Berichte mit Humor, Sir Richard Brandson nannte im Scherz seine Frau „Queen Mother“).

Ob die Medienmacher sich daran halten werden, ist fraglich. Bilder des Prinzen mit weiblicher Begleitung dürften auf dem weltweiten Fotomarkt heiß begehrt sein. Dennoch unterstützten die Herausgeber der bedeutendsten Massenblätter „The sun“ und „The mirror“ den Aufruf von Lord Wakeham, der wohl mit den meisten Verlegern abgestimmt ist. Übringens auch mit Prince William, mit dem der Lord die Angelegenheit bei einem Lunch und auch telefonisch besprach. In einer Umfrage für den „Daily telegraph“ sprachen sich 81 Prozent der Befragten dafür aus, dass William auf der Universität nicht belästigt werden sollte. Außerdem scheinen sich Geschichten über die Royals und Prinzen nicht mehr so gut zu verkaufen. Zu wünschen wäre es William, dass er nicht wie seine Mutter von der Presse verfolgt wird. Ansonsten könnte der Prinz, der zu der Presse bereits ein gespanntes Verhältnis hat, mit dem Gedanken spielen, auf den Thron zu verzichten.

William’s Big Party: Wie feiert der Prince Geburtstag?

William feiert seinen 18. Geburtstag sehr schlicht. Der Prinz, dem die Volljährigkeit offiziell den Titel „Königliche Hoheit“ verschafft, verzichtet auf Diener, Feuerwerk und Fanfaren und gibt für vierzig seiner engsten Freunde eine Party in einem Bistro. Die Musik spielt dazu eine Jazz-Band aus Eton.

Ein tätowierter Metzger serviert rohe Fleischstücke und Fisch; die Gäste müssen ihr Abendessen selbst auf einem heißen Granitblock grillen. Das Bistro, „Hot Rocks“ liegt eine Meile vom Eton College entfernt, wo Prince William sich zurzeit auf die Abschlussprüfungen vorbereitet. Wegen der Abschlussprüfungen wurde der Termin für die Party verlegt. Vielleicht unterbricht er seine Arbeit und geht auf einen Sprung zu einer Riesenparty in Windsor Castle, wo die Royals mit 600 Gästen vier runde Geburtstage feiern: den Hundersten der Queen Mother, den 70. von Prinzessin Margaret, den 50. von Prinzessin Anne und den 40. von Prince Andrew.

Ursprünglich wollte William mit seinen Freunden in einem Londoner Nachtclub feiern, wovon sein Vater, Prince Charles, wenig begeistert war. Charles ist besorgt, weil Einige aus Williams Freundeskreis, gelegentlich zu Drogen griffen. Darunter auch Tom Parker Bowles, der Sohn von Camillia. Dann sollte die Party in einer Privatdisco in Highgrove, dem Sitz von Prince Charles, steigen.

Prince William wird übrigens das jüngste Mitglied der Royals sein, der auf Briefmarken abgebildet ist. Der Post der Kanalinsel Jersey bringt vier Sondermarken mit dem Konterfei des jungen Prinzen heraus.

Prinz Charles feierte seinen 21. Geburtstag (damals das Alter für Volljährigkeit ganz anders): mit einem Festkonzert in Buckingham Palace mit einem Solo-Auftritt von Yehudi Menuhin.