Wikinger und Weinhändler in Waterford 

Mit einem hochmodernen Regionalzug fahre ich von Dublin nach Waterford. Nicht nur mit einer „Reserviert“-Anzeige ist mein Platz gekennzeichnet, sondern mit meinem vollen Namen. Und es gibt WLAN im Zug. Daran können sich Deutsche Bahn und British Rail ein Beispiel nehmen. Pünktlich erreiche ich Waterford und mache mich zu meinem Hotel auf, das ein wenig außerhalb des Stadtzentrums liegt. Nach einer kurzen Rast mache ich mich daran, Waterford zu erkunden. 1991 war ich hier auf einer Etappe meiner Radtour von Dublin nach Cork. Nur wenig erkenne ich wieder.

Das Medieval Museum gab es bei meinem ersten Besuch in Waterford noch nicht. Ich nehme an einer Führung teil. Waterford wurde von den Wikinger gegründet und bezeichnet sich selbst als älteste Stadt Irlands. Im Mittelalter war Waterford nach Dublin die wichtigste Stadt Irlands. Der englische König sicherte mehrfach der Stadt zu, dass der Weinhandel exklusiv über den Hafen der Stadt laufen musste. Eines der wichtigsten Ausstellungstücke ist die Waterford Charter Roll. Unser eloquenter Führer bezeichnet sie als einen Vorläufer einer Powerpoint-Präsentation. Auch der Queen wurde bei ihrem Staatsbesuch 2011 in Irland die Charter gezeigt. Mit der Reformation endeten die traditionell guten Beziehungen der Stadt zur englischen Krone. Waterford blieb katholisch. Oliver Cromwell, beendete die katholische Allianz der Stadt mit Kilkenny. Erst im 18. Jahrhundert kehrte der Wohlstand in die Stadt zurück.

Am Abend esse ich in einem netten italienischen Lokal, in dem auch viele Einheimische speisen, das so abseits gelegen ist, dass ich es ohne die Hilfe von Google Maps nie gefunden hätte.

Fotos aus Waterford in meinem Fotoalbum

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