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Mittwoch, 08. Feb. 2012, 03:49
 
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Ganz nah am Buch - aber nicht ganz so gut wie das Buch

Meine Filmbesprechung zu "Harry Potter und der Stein der Weisen"

Über zweieinhalb Stunden ist er lang (in einigen Kinos wird er sogar mit Pause gezeigt), aber dennoch könnte er ruhig noch länger sein. (Man darf übrigens gespannt sein, wie lang die Filme drei und erst einmal vier werden, wo die Bücher mehr als doppelt so dick sind wie Band eins).

Regisseur Chris Columbus und Drehbuchautor Steve Kloves haben gute Arbeit geleistet. Die Episoden und Dialoge aus dem Buch wurden adäquat umgesetzt. An einigen Stellen wurde aber ein starker Zeitraffer eingesetzt: die Flucht vom Ligusterweg auf die Felseninsel war sehr abrupt und dass Hermines Flaschenrätsel am Schluss fehlte, war bedauerlich (trotzdem gab ihr Schuldirektor Dumbledore 50 Punkte). Auch die Schnitte waren zwischen einzelnen Szenen zu hart. Wer das Buch nicht gelesen hatte, hatte wahrscheinlich manchmal Schwierigkeiten mitzukommen.

Die Schauspieler gefielen, die Dursleys waren gut getroffen, die Jungdarsteller überzeugten. Daniel Radcliffe (zurückhaltend schüchtern, aber nicht blass wie einige Kritiker meinten), Emma Watson als Besserwisserin und leicht schnippische Hermine, ebenso Tom Felton als Draco Malfoy. Ein besonderes Highlight ist Rupert Grint in der Rolle des pfiffigen Ron! Auch die anderen jugendlichen Darsteller, die mit kleineren Rollen bedacht waren - sei es die von Fred und George Weasley oder Oliver Wood - waren durchgängig gut besetzt. Robbie Coltrane war erwartet gut als Hagrid, ebenso Richard Harris als Dumbledore; Maggie Smith war als Minerva McGonagall ein wenig zu alt. Von Alan Rickman als Professor Snape hätte man gerne mehr gesehen, leider war auch der Kopflose Nick alias John Cleese nur kurz zu sehen.

Die Kulissen (die Winkelgasse, die große Halle, der Gemeinschaftsraum, der Hogwarts Express und vor allem das Haus der Dursleys) waren aufwendig und mit Liebe zum Detail nachgebaut worden. Lediglich Hagrids Hüte erinnerte sehr an das Hexenhäuschen aus Hänsel und Gretel. Während - obwohl mit amerikanischem Geld produziert - der Film herrlich englisch war, bildete die Musik von John Williams eine Ausnahme. Der Soundtrack ist zu gleichförmig und erinnert stark an die zu "Kevin allein zu Haus" - ebenfalls von Williams.

Was befürchtet wurde, ist meiner Meinung nach nicht eingetreten: die Bilder aus den Romanen verblassen nicht und werden nicht von denen des Films überlagert.

Ein Kritiker meinte, wer das Buch gelesen hätte, für den böte der Film nicht viel Neues. Das kann ich nicht sagen: ich habe mich nicht gelangweilt, sondern freue mich schon auf den zweiten Film "Harry Potter und die Kammer des Schreckens". Die Dreharbeiten haben bereits begonnen und im November 2002 soll der Film in die Kinos kommen soll.

Für Teil eins gibt es aber erst einmal 8 von 10 Punkten.

Stand: 11.04.2007

 
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