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George Carey, der Erzbischof von Canterbury, hatte es verschuldet. Als sich 500 Gäste erhoben, um mit ihr - dem Ehrengast - anzustoßen, musste die Königinmutter feststellen, dass ihr Glas fehlte. Dr. Carey hatte es versehentlich in der Hand. Mit scharfen Auge erkannte sie sofort die Situation und sagte resolut "Das ist meins". Carey errötete, allgemeines Gelächter und eine Entschuldigung des Bischofs waren zu vernehmen. Die Verwechselung passierte, nachdem die Königinmuter eine kurze Dankesansprache für die guten Wünsche und die beiden Gemälde, die ihr die Stadt London zum Geburtstag überbracht hatte, beendet hatte.
Die Königliche Familie und 700 Freunde tranken auf das Wohl von Prince William an seinem Geburtstag am 21. Juni. Doch das Geburtstagskind selber büffelte in Eton für seine Prüfung, während in Windsor Castle zu drei Live-Bands und in einer Disko bis 2 Uhr morgens getanzt wurde. Die Party wurde von der Queen ausgerichtet zu den runden Geburtstagen der Queen Mother (100), Princess Margaret (70), Princess Anne (50) und Prince Andrew (40). Für die Königinmutter wurde ein Ständchen gesungen: "A nightingale sang in Berkeley Square", ihr Lieblingslied. Das Fest kostete die Queen über 300 000 DM und begann mit einem Dinner für 80 enge und weiter entfernten Familienmitglieder. Sarah, Herzogin von York, war noch nicht bei dem Dinner, ebenso wenig Prince Harry, den man zu jung dafür hielt. Nicht beim Fest anwesend war Camilla Parker Bowles, die am Vorabend noch zusammen mit Prince Charles ein Gala-Dinner besucht hatte im Rahmen ihrer Kampagne, ihre Beziehung zum Thronfolger populär zu machen. Dafür war ihr Ex-Mann, Andrew Parker Bowles, auf der königlichen Party in Windsor. Mr. Parker Bowles ist weiterhin ein guter Freund von Charles.
Da die neuen Kleiderschränke (und deren Inhalt) zu schwer waren, mussten in Buckingham Palace die Decken verstärkt werden. Die Umbaumaßnahmen beliefen sich deswegen statt auf die veranschlagten £ 51 000 auf mehr als 70 000 £. Das brachte nun der Rechnungsprüfer ans Licht. Ansonsten fiel der Bericht für die königliche Haushaltsführung sehr gut aus. Seit 1991 ist der königliche Haushalt für den Unterhalt der königlichen Paläste (Buckingham Palace, St James's Palace, Windsor Castle, Kensington Palace, Clarence House, Marlborough House Mews und Hampton Court Royal Mews und Paddocks) selbst verantwortlich; vorher war das Kultusministerium finanziell verantwortlich. Seitdem sanken die Ausgaben von £ 29 Millionen auf £ 15 Millionen.
Obwohl die Königin nie einen Preis als bestangezogenste Frau gewonnen hat, kann man zweifellos behaupten, dass ihre Sammlung zu den größten der Welt gehört. Wie viele Outfits sie besitzt, kann niemand sagen. Jedes ist mit einem Etikett versehen und erfasst mit der Angabe, wann es zum letzten Mal getragen wurde. Zu ihrem Besuch in Australien im Frühjahr nahm die Queen drei Tonnen Gepäck mit: drei unterschiedliche Outfits pro Tag plus Abendgarderobe, 22 Paar Schuhe und 50 Paar Handschuhe (natürlich weiße). Die Queen wirft Kleidungstücke selten weg. Einige lässt sie umarbeiten, andere verschenkt sie an ihre Schwester Margaret. Auf diese Weise sollen einige Kleidungsstücke auch schon ihr eigenes Silberjubiläum gefeiert haben.
Die Herzogin von York verkündete auf einer Party ihres engen Freundes des Grafen Gaddo della Gherardesca, das eine zweite Hochzeit nicht in Frage komme: "Andrew und ich leben in dem selben Haus mit den Kindern. Heirat oder Wiederheirat steht im Moment nicht zur Debatte. Das Wohl der Kinder zählt allein." Fergie ist seit zwei Jahren mit dem toskanischen Grafen befreundet. Vertraute des Grafen meinten, sie habe ein Verhältnis mit ihm, nicht mit ihrem Ex-Mann. Prince Andrew hatte mit einem Interview Spekulationen über eine Wiederheirat ausgelöst.
Beatrice (11), Tochter von Prince Andrew und Sarah, Herzogin von York, wird vorerst doch nicht auf ein exklusives Schweizer Internat geschickt. Die Schule war in die Schlagzeilen geraten, da der Schulleiter zwei Jungen missbraucht haben soll. Prince Andrew hatte zunächst an der Schule festgehalten, da er mit besagtem Schulleiter auf das Internat Gordonstoun gegangen war. Auf Intervention der Queen besucht Beatrice nun St. George's School in Ascot, nahe Sunningdale, wo sie mit ihren Eltern wohnt. Auch diese Schule verfügt über einen ausgezeichneten Ruf. Der Monarch ist gemäß dem Royal Marriages Act von 1772 mit für die Erziehung der direkten Nachkommen verantwortlich. Beatrice wäre der erste hochrangige Royal gewesen, der im Ausland ausgebildet wird.
Da das britische Verteidigungsminister für Flüge mit Militärmaschinen von den Royals statt bisher £ 1 200 nun £ 8 000 pro Stunde verlangt, steigen diese zunehmend auf normale Charterflüge um und entlasten so den Reiseetat von £ 9,3 Millionen, der in diesem Jahr kräftig unterschritten wird.
Donatella Versace und Valentino lieferten bereits Kleidungsstücke für die Frau an Prince Charles' Seite. Nun will auch Vivienne Westwood, nur ein paar Jahre älter als Camilla, diese einkleiden.
Prince Charles enthüllte eine blaue Plakette an dem ehemaligen Wohnsitz seines Lieblings-Großonkels Lord Mountbatten im Londoner Stadtteil Belgravia. Mountbatten war ein Mentor von Prince Charles, als dieser ein Teenager war. Mountbattten starb 1979 bei einem Bombenanschlag der IRA.
Die Queen und die Lebensgefährtin von Prince Charles, Camilla Parker Bowles, hatten ein kurzes Treffen bei einem Grillfest zu Ehren des griechischen Ex-König Konstantin. Camilla machte vor der Königin einen tiefen Knicks, beide unterhielten sich kurz. Charles soll danach äußerst erfreut gewesen sein. Es war das erste Treffen der beiden Frauen, seit die Ehe von Charles und Diana zerbrach. 1998 hatte es die Königin noch abgelehnt, beim 50. Geburtstag des Thronfolgers anwesend zu sein, da Camilla das Fest ausrichtete. Die Queen macht Camilla für das Scheitern der Ehe ihres Sohnes verantwortlich. Das Tauwetter kommt um so überraschender, da die Queen sich noch zwei Wochen vor dem Treffen beim Grillfest verärgert zeigte, weil Charles seine Gefährtin zu einer Versammlung der schottischen Kirche nach Edinburgh mitbrachte. Hinter den Kulissen muss anschließend viel ausgehandelt worden sein und Sir Robin Janvrin, der Privatsekretär der Königin, hat offenbar zwischen der Queen und Prince Charles vermittelt. Dazu beigetragen hat auch die Tatsache, dass Prince William Camilla längst akzeptiert hat. Camilla wurde zwar zur großen Familienparty in Schloss Windsor am 21. Juni eingeladen, auf der der 100. Geburtstag der Queen Mother, der 70. von Princess Margaret und der 50. von Princess Anne sowie der 40. Geburtstag von Prince Andrew gefeiert wird, lehnte es aber ab zu kommen, um den Geburtstagskindern nicht die Show zu stehlen. Überraschenderweise wurde auch Sarah, Herzogin von York, eingeladen. Eine Heirat zwischen Charles und Camilla wird derzeit kategorisch ausgeschlossen. Noch. Denn, wenn die Reaktionen der Öffentlichkeit auf die öffentlichen Auftritte von Charles und Camilla positiv sind, könnte eine Ehe in Betracht kommen. Allerdings erkennt die englische Staatskirche, deren Oberhaupt Charles einmal sein wird, Ehen von Geschiedenen nicht an. Wie seine Schwester Anne, die 1992 in zweiter Ehe Captain Tim Laurence heiratete, könnte Charles sich nach Schottland wenden. Die Kirche von Schottland sieht in Ehen von Geschiedenen kein Problem. Aber auch in der Kirche von England könnte sich dass ändern. Zurzeit wird dort eine Reform debattiert, die eine Wiederheirat Geschiedener möglich machen soll. Das nächste Problem wäre dann, dass es nicht akzeptiert würde, wenn Camilla den Titel "Princess of Wales" bekäme. Charles und Camilla haben also noch einen langen Weg vor sich ...
Auch Royals können unterschiedlicher Meinung sein. Zwar nicht zum Thema Fuchsjagd, aber beim Thema genmanipulierte Lebensmittel. Der Standpunkt von Prinz Charles ist bekannt: "Genetisch veränderte Feldfrüchte bringen den Mensch in einen Bereich, der Gott gehört und Gott allein." Nun haben sich auch Prinzessin Anne und Prince Philip zu Wort gemeldet. Anne meinte, die Menschheit habe schon ewig an der Nahrungsproduktion und Pflanzenentwicklung herumgebastelt, dass es verwunderlich sei, dass Genmanipulationen, die ja nicht viel anderes seien, so kritisiert würden. Etwas später relativierte sie ihre Äußerungen. Sie habe sich noch kein Urteil über genmanipulierte Nahrung gebildet. Wenn man etwas nicht vorschnell verdamme, bedeute das noch nicht, dass man dafür sei. Prince Philip, immer an Technologie und Naturwissenschaften interessiert, nahm wie üblich kein Blatt vor den Mund: "Die Einführung von exotischen Arten in dieses Land wie das graue Eichhörnchen war weitaus schädlicher als eine genetisch veränderte Kartoffel." Ob Philip hier nicht Äpfel mit Birnen vergleicht?
Heiße Kandidaten für den Posten des Image-Beraters am Hof sind zwei "Spin doctors", die bereits für die "eiserne Lady" Margaret Thatcher und den konservativen Premierminister John Major gearbeitet haben. Der derzeitige Berater stieß bei der alten Garden im Palast wegen seiner Nähe zu New Labour auf Ablehnung und wurde hinter dem Rücken "der Gasableser" getauft, in Anspielung an seinen früheren Arbeitgeber British Gas.
Der Herzog von Edinburgh, berüchtigt für seine undiplomatischen Äußerungen, fiel diesmal unangenehm auf der Landwirtschaftsausstellung Royal Cornwall Show auf. Als man ihm Meeresfrüchte des berühmtesten Fischhändlers anbot, verzog er das Gesicht zu einer Grimasse und sagte: "Nein. Ich würde wahrscheinlich den Fisch über alle ausspucken." Die Angestellte, die den Herzog durch das Geschäft führte, interpretierte seine Bemerkung mit viel gutem Willen positiv: "Ich denke, er meinte, dass der Fisch recht bröckelig war und er Angst hatte, ihn auf die Leute zu verteilen." Ansonsten benahm sich Philip diesmal tadellos zwischen den Zwei- und Vierbeinern aller Größe und Sorte.
Eine Woche reiste der Prince of Wales, der auch den schottischen Titel "Duke of Rothesay" führt, durch Schottland. Es war eine heikle Tour, da Schottland ein Jahr nachdem es wieder ein eigenes Parlament besitzt, zunehmend eigene Wege geht. Doch, so berichtet die Times, war die Reise des Thronfolgers äußerst erfolgreich. Der Prince gründete einen schottischen Ableger des Prince's Trust, der jugendlichen Arbeitslosen eine Starthilfe gibt und versprach ein Förderer der Kunst in Schottland zu sein. Höhepunkt war ein rauschendes Fest in Holyroodhouse, bei dem Tradition und Moderne überbrückt wurden.
Kaum hatte Prince Charles, der sich rühmt einen grünen Daumen zu haben, die gigantische Wasserlilie Victoria amazonica auf der Chelsea Flower Show bewundert, bekam sie braune Blätter und fing an zu welken.
Prince Andrew hat erneut Spekulationen, er könne Sarah Ferguson wieder heiraten, ausgelöst. In einem Interview mit dem Magazin Tatler sagte der Herzog von York, er schließe eine Wiederheirat nicht aus. Andrew und Fergie leben seit drei Jahren wieder unter einem Dach in Sinninghill Park, Ascot. Sie nehmen die Mahlzeiten gemeinsam mit ihren zwei Töchtern ein und fahren zusammen in Ferien. Andrew stellte aber klar, dass derzeit eine zweite Heirat nicht geplant sei.
Prince William geht unter die Motorradfahrer. Nach bestandener Prüfung im April interessiert er sich nun für eine 125cc Kawasaki. Vermutlich wird William das gute Stück in seinen Ferien im Juni erwerben. Aber er wird die Maschine nur zu Hause in Highgrove fahren dürfen - mit dem Anfänger-Zeichen natürlich.
Unter den Glückwunschkarten zu ihrem 90. Geburtstag fand Gwen Amis eine Karte und einen Blumenstrauß von Prince Charles. Er schrieb, dass ihm seine Zeit im Pleasure Boot Inn, in dem Mrs. Amis Gastwirtin war, in bester Erinnerung sei. Vor nunmehr 41 Jahren stiegen die Royals in dem Gasthof ab, weil ihr Quartier unter Wasser stand. An einem Tag überraschte sie den damals 11-jährigen Charles, wie er sich mit Timothy Buxton und Philip Knatchbull (heute Lord Romsey) eine Kissenschlacht lieferte. Beherzt ging die Wirtin dazwischen. Nun schrieb ihr der Prinz: "Sie werden froh sein, zu hören, dass ich mittlerweile weniger gewalttätig bin, da ich in den mittleren Jahre stecke."
Seit den frühen 90-er Jahren setzt sich Charles für die Region, insbesondere für den Erhalt historischer Gebäude ein. Seitdem genießt "Zee Prinze Charles" in den kleinen Dörfern Siebenbürgen eine Popularität, von der er im Vereinigten Königreich nur träumen kann.
Anfang April machte Prince Charles mit seinen beiden Söhnen William (17) und Harry (15) Ski-Urlaub im schweizerischen Klosters. Beim Fototermin zeigte sich der gegenüber der Presse scheue William erstaunlich aufgeschlossen. Die Fotos brachten es ans Licht: Inzwischen sind sowohl William als auch Harry ihrem Vater über den Kopf gewachsen.
Während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis zum Ostertag verzichtete Charles auf das Mittagsmahl. Das fiel auf, als er europäische Chefkochs im Rahmen seiner Promotion-Tätigkeit für britisches Beef zum Mittagessen eingeladen hatte, selber aber die Fleischtöpfe mied. Mediziner meinen, dass ein Verzicht auf den Lunch zur Übellaunigkeit führt.
Prince Charles soll überlegen, wenn er den Thron antritt, sich George VII. anstatt Charles III. zu nennen. Der Thronfolger, dessen voller Name Charles Philip Arthur George ist, Charles erinnere zu sehr an Charles I., der 1649 geköpft wurde. Auch die Regierungszeit Charles II. war nicht viel rühmlicher. Mit der Namensänderung würde Charles dem Beispiel zweier Monarchen der jüngeren Zeit folgen: Edward VII. (eigentlich Albert Edward) und George VI. (sein Großvater, George war nur sein 4. Vorname).
Im Mai soll die Queen zum ersten Mal ein Gesetz nicht mit ihrem eleganten "Elizabeth R" unterzeichnen, sondern ein Gesetz mit digitaler Unterschrift versehen. Passenderweise ist es ein Gesetz über elektronische Kommunikation, das digitale Unterschriften denselben Wert verleiht wie auf Papier geschriebenen. Sicherheitshalber - sei es auch nur für die Bibliothek des Oberhauses - wird die Queen zusätzlich eine gedruckte Fassung des Gesetzes unterschreiben.
Aus ihrer Privat-Schatulle investierte die Königin Geld in Internet-Start-Up-Firma Gatmapping.com. Am Ausgabe-Tag schoss der Kurs der Aktie in die Höhe, dass die Queen £ 900 000 gewann.