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Harry (17) hat einen vorläufigen Führerschein. Der Teenager darf nun bis zu seinem 18. Geburtstag im nächsten September ein Auto steuern, wenn ein voll qualifizierter Fahrer neben ihm sitzt. Danach kann er nach einem weiteren Test ohne Begleitung fahren. Am Silvestertag bestand Harry seine Fahrprüfung im ersten Anlauf. Er hatte in der Umgebung von Highgrove, dem Landsitz seines Vaters in Gloustershire, 20 Fahrstunden genommen. Wie sein älterer Bruder William wird Harry voraussichtlich zum 18. Geburtstag sein eigenes Auto bekommen.
Harry hatte mit seinen Fahrkünsten schon vor fünf Jahren Schlagzeilen gemacht. Damals hatte das königliche Kindermädchen, Tiggy Legge Bourke, dem Zwölfjährigen erlaubt, auf Schloss Balmoral in Schottland einen Geländewagen zu steuern.
Anders als die Untertanen hat die britische Königsfamilie auch in diesem Jahr wieder eine "deutsche" Weihnacht gefeiert: mit der Bescherung am Heiligabend statt am Morgen des ersten Weihnachtstages. Mit der Bescherung unter dem Tannenbaum am Heiligabend hielten die Windsors an einer Familientradition fest, die der Ehemann von Königin Victoria, der Deutsche Albert Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha, eingeführt hatte. Britische Medien berichteten, dass die Königin gerne "praktisch" schenkt und wie viele Normalbürger vorzugsweise Handschuhe, Krawatten und Pullover aussucht.
Am Morgen des ersten Weihnachtstages besuchte die Königin mit dem engen Familienkreis den Gottesdienst auf ihrem Landsitz Sandringham. Auch in diesem Jahr durfte Sarah ("Fergie") nicht im Schloss übernachten, sondern musste als Gast der Queen auf der Wood Farm auf den Gütern der Königin übernachten. Auch zum Lunch am ersten Feiertag war sie nicht eingeladen, wohl aber ihre Töchter. Sophie, Ehefrau von Prince Edward, erschien erstmals wieder in der Öffentlichkeit, seit sie am 10. Dezember aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Die Königinmutter (101) fehlte beim Kirchgang, sie hat sich noch nicht von einer Erkältung erholt und in Sandringham war es sehr kalt. Auch Prinzessin Margaret, die bereits drei Schlaganfälle erlitt, blieb der Kirche fern. Während die anderen Familienmitglieder zu Fuß zur Kirche gingen, fuhr die Königin mit Sophie in einem Rolls-Royce vor. Sophie wurde von ihrem Mann Edward und Timothy Laurence, Ehemann von Princess Anne gestützt. Ihr Outfit war zurückhaltender als sonst: ein Tweed-Kostüm und ein Hut, vermutlich ihrer Lieblingsdesignerin Louise Kennedy. Im letzten Jahr kaufte sie die gesamt Winter-Kollektion von Kennedy. Die Königin trug einen seegrünen Mantel mit großkrempigem farblich passendem Hut. Ihre Tochter, Princess Anne, half ihr beim Einsammeln der zahlreichen Blumensträuße von über 1000 Zuschauern. Anne trug einen lavendelfarbigen Mantel. Ihre Tochter Zara (20) hatte einen Mantel an, den auch Popstars gerne tragen: figurbetont, mit Patchwork aus Kaschmir, Leder und Wolle. Das gute Stück kostet circa 1 200 £ (1 800 Euro).
Nach dem Gottesdienstes gab es "Weihnachtsküsse" für Prince William von einer jungen Verehrerin, die so entschlossen war, ihr Geschenk ihm zu überreichen, dass die ihm die ganze Auffahrt hinterherlief. William (19) übersah zunächst die sechsjährige Katherine Bennett, Tochter eines amerikanischen Armeearztes, aber das kleine Mädchen konnte ihm dann doch eine große Schachtel "Hershey's Kisses" (Amerikanische Schokolade) überreichen, die - wie sie sagte - das zweitbeste nach königlichen Küssen seien.
Prince William, 1,90 m groß, überragte die ganze Gruppe der Royals. Sein Bruder Harry (17) ist auch bereits 1,80 m. Die Prinzen kehrten am Freitag nach Weihnachten nach Highgrove, dem Landsitz ihres Vater, zurück. Dort geben sie eine Party für Freunde.
Die Ereignisse des 11. September dominierten die traditionelle Weihnachtsbotschaft der Queen. Ihre 50. Botschaft war in getragener und ernster Stimmung gehalten. In der sehr professionell vom privaten Sender ITN gemachten Sendung waren Ausschnitte zu sehen, die die Royals bei den Trauergottesdiensten sowie Prince Andrew am Ground Zero in New York zeigten. Außerdem ist ein Teil der amerikanischen Nationalhymne zu hören, die während des Wachwechsels direkt nach den Anschlägen in New York gespielt wurde. Diese Geste - die in Amerika großen Anklang fand - erfolgte auf direkte Anordnung der Königin. Die Queen betonte die Bedeutung von Glaube und Gemeinschaft als Antwort auf die terroristischen Anschläge. Der Beitrag schloss - auf heiterer Ebene - mit Carol Singers vor der Tür von Sandringham, die der Queen frohe Weihnachten und ein fröhliches 2002 wünschten. Mit leichtem Augenzwinkern waren dabei auch die Corgis der Queen zu sehen.
Hätte sich an der politischen Lage in Afghanistan oder an einem anderen Krisenherd noch kurz vor der Ausstrahlung geändert, oder hätte sich der Gesundheitszustand ihrer Mutter dramatisch verschlechtert, stand die Queen bis zum Morgen des ersten Weihnachtstages für Änderungen bereit. Der Königin war es wichtig, den richtigen Ton zu treffen: die einzelnen Sequenzen wurden vier bis fünfmal aufgenommen, bis sie zufrieden war. Die Times zollte in ihrem Leitartikel großes Lob für die Ansprache: "Es bleibt zu hoffen, dass ihre Worte die Herzen und Gemüter derer berührt, die am meisten den Wert der Toleranz verstehen müssen."
Weltweit kann man die Botschaft als Videoclip (Real Video und Windows Media) unter www.royal.gov.uk betrachten. Die deutsche Übersetzung finden Sie - wie jedes Jahr - auf meiner Website. Ebenso die Ansprachen der Jahre 1996 bis 2000 und ein Beitrag zur Geschichte der Weihnachtsbotschaften.
Ist das dasselbe Gesicht, dass auf Millionen britischer Briefe klebt? Das Diamant-Diadem, die Ohrringe, die Halskette und die steifen Locken sehen vertraut aus. Aber nie hat es ein weniger schmeichelhaftes Porträt der Königin als das, was der 80-jährige Lucian Freund ihr am 20. Dezember zum goldenen Thronjubiläum im kommenden Jahr überreichte.
Was die Königin selbst zu dem winzigen Ölgemälde (23,5 x 15,2 cm) sagte, ist nicht bekannt. Vielleicht ist das auch gut so. Ihre Haut auf der Leinwand ist faltig und und fleckig, der Mund mürrisch verzogen, ein Auge höher gezogen als das andere. Um das Kinn wirkt sie wie schlecht rasiert, der Nacken ist ist fleischig. Ihr Ausdruck ist wie eine Monarchin, die nicht nur ein "Annus horribilis" hinter sich hat, sondern eine ganze Regentschaft voll davon. Freud wird mit dem Gemälde der Queen wohl keine Freude bereitet haben.
Doch die Kunstwelt ist von dem Bild begeistert: "Brutal, aber ehrlich", "Möglicherweise das beste königliche Portrait seit Goya". Die Öffentlichkeit und die Boulevard-Presse ist empört über das Bild, für das die Queen viele Stunden dem Maler Modell saß. Der Daily Telegraph schrieb, das Portrait würde mehr ihrer Spitting-Image-Puppe ähneln. Die Sun fordere, Freud müsse in den Tower geworfen werden (Die Vorgängerin der Queen, Elizabeth I. hätte Freud wahrscheinlich sogar köpfen lassen).
Freud gehörte einst der "trinkfreudigen und heftig promiskuitiven Gesellschaft von Soho" an, wurde aber schon vor langer Zeit vom Establishment aufgenommen (The Times). Seine Gemälde erzielen Millionen und obwohl er bekannt für seine kompromisslosen und düsteren Portraits, hat er so viele Aufträge, dass er einige von bekannten Persönlichkeiten (z.B. Princess Diana) ablehnen konnte.
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Ich denke, man kann sich der Meinung von Times-Leser P. Whittle
anschließen, der folgenden Leserbrief schrieb:
"Sir, I wünschte, die Königin könnte sich durchsetzten und
sagen: 'Genug ist genug'. Zuerst die scheußliche "Royal Variety
Performance" und nun dieses furchtbare Portrait. |
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Kein gutes Jahr für Edward und Sophie, Graf und Gräfin von Wessex. Anfang des Jahres die peinliche "Sophiegate"-Affäre, dann der Wirbel, weil Edward ein Kamerateam auf Prince William in dessen Studienort St. Andrews angesetzt hatte und nun musste Sophie wegen einer Fehlgeburt notoperiert werden.
Sophie war wegen starker Bauchschmerzen mit einem Rettungshubschrauber von ihrem Landsitz in Südengland in eine Londoner Klinik geflogen worden. Grund für die Operation war eine Eileiterschwangerschaft. "Ich bin natürlich sehr traurig. Es hat einfach nicht sollen sein. Aber es wird sicher noch andere Chancen geben," erklärte die Gräfin am folgenden Tag. Prinz Edward sagte: "Jeder, der etwas darüber weiß, dürfte wissen, dass es so ziemlich das Schmerzhafteste ist, was man sich vorstellen kann."
Sophie musste ein paar Tage im Krankenhaus bleiben, ist aber inzwischen wieder entlassen. Nach einer solchen Operation ist es in den meisten Fällen möglich, erneut schwanger zu werden.
Im Mai kommenden Jahres bekommt die Queen zum ihrem goldenen Thronjubiläum ein besonderes Geschenk: einen speziell angefertigten Bentley. Es ist der erste Bentley, der extra für königliche Auftritte entwickelt wurde und kein umgemodeltes Standardmodell. Die Queen und Prince Philip waren an der Entwicklung beteiligt. Eine spezielle Tür macht es möglich, dass die Königin aufrecht stehen kann, bevor sie aus dem Fahrzeug steigt.
Charles Spencer (36), der jüngere Bruder von Princess Diana, hat zum zweiten Mal geheiratet. Der Earl gab seiner Jugendfreundin Caroline Freud (34), einer ehemaligen Aushilfslehrerin, Mitte Dezember das Jawort. Prince William und Prince Harry kamen nicht zu der Hochzeit, obwohl sie eingeladen waren. Sie schossen lieber mit ihrem Großvater Prince Philip (80) Fasane. Die britische Presse wertete dies als Zeichen für die zunehmende Entfremdung von ihrem Onkel.
Prince Charles verletzte sich beim Absägen eines Astes im Garten seines Landsitzes Highgrove am Auge. Dabei tat er Sägemehl ins Auge bekommen. Er konnte deshalb einige seiner Amtspflichten nicht wahrnehmen. Charles musste im Krankenhaus behandelt werden und ruhte sich anschließend zu Hause aus.
In der Woche zuvor hatten sich seine Söhne anlässlich seines 53. Geburtstages über seine zunehmenden Alterserscheinungen lustig gemacht. Charles, der eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstironie besitzt, klagte daraufhin, jeder mache entweder eine Bemerkung übe sein fortgeschrittenes Alter oder einen Witz über die Kriegsgegnerin, die ihn in der Woche zuvor mit einer Blume geschlagen hatte. Aber es sei ja gut, wenn alle ihre Spaß hätten, "dafür bin ich ja schließlich da."
Elizabeth II. erfreut die Euro-Gegner im Königreich, das bislang noch nicht der europäischen Währungsunion beigetreten ist. In ihren Palästen und Souvenirshops lässt sie die europäischen Münzen und Scheine nicht als Zahlungsmittel zu. Die Touristen vom Kontinent müssen weiter mit Pfund zahlen. Und das, obwohl ihr Premierminister Tony Blair ausdrücklich empfohlen hat, den Euro vom 1. Januar an zu akzeptieren. Eine ganze Reihe von Touristenattraktionen und die Hälfte aller großen britischen Ladenketten haben bereits angekündigt, dass bei Ihnen auch mit dem Euro gezahlt werden kann.
Die Queen verdient mit Eintrittsgeldern zu acht ihrer Paläste und Kunstgalerien jedes Jahr über zehn Millionen Pfund (15 Millionen Euro). Das Geld wird für den Unterhalt der Gebäude verwandt. Vor einiger Zeit soll die Queen allerdings in einer Privataudienz gesagt haben, Großbritannien schließe einen Beitritt zur Währungsunion keineswegs aus: "Wenn es klappt, machen wir auch mit", wurde sie zitiert. Öffentlich darf sich das Staatsoberhaupt zu solchen politischen Fragen nicht äußern. Die Königin gilt als gemäßigt-konservativ.
War die Königin von einem Männerstrip auf der Bühne schockiert oder eher amüsiert? Diese Frage beschäftigte die Briten. Mit Prince Philip war die Queen am 26. November in London zur "Royal Variety Performance" eingeladen. In dem wohltätigen Varieté-Programm war eine Bühnenversion des Männerstrips aus dem Film "The full monty" ("Ganz oder gar nicht") zu sehen. Dabei ließen die Akteure bei voller Beleuchtung die Hüllen fallen und entblößten für zehn Sekunden was in England als "Kronjuwelen" bezeichnet wird.
Die Uraufführung des Musicals "Lady Di - Diana - Ein Lächeln verzaubert die Welt" stand in der mit 1600 Besuchern nur etwa halb gefüllten Saarbrücker Saarlandhalle unter keinem guten Stern. Nur für wenige ins Ohr gehende Songs sie "Ich wünsch mir einen Prinzen" gab es Szenenapplaus und am Ende erst verhalten, dann kräftiger Schlussbeifall. Am meisten litt die gut zweistündige Aufführung darunter, dass die aus England kommenden Darsteller Deutsch mit so starkem britischen Akzent sprachen und sangen, dass die vor der farbenprächtigen Bühne oft ausgesprochen hölzern wirkten. Das für knapp zwei Millionen Mark Produktionskosten produzierte Stück soll später in Dänemark, Schweden, Belgien und der Schweiz in englischer Sprache aufgeführt werden. Komponist Peter Thomas und Autor Volker Führer zeigten sich nicht in allen Punkten mit der Inszenierung einverstanden. (Bericht: dpa).