Tausende von Neugierigen haben am Tag der Eröffnung des Diana-Museums das Gut der Spencers in Althorp besucht. Durch den eisenbewehrten Eingang des herrschaftlichen Anwesens der Familie wurde aber nur rund 2 500 Menschen durchgelassen, die tägliche Höchstzahl, die Dianas Bruder Graf Charles Spencer festgesetzt hat. Die ovalförmigen Insel, die mitten auf dem weitläufigen Grundstück liegt, konnten die Diana-Verehrer nur aus der Ferne betrachten. Die Gedenkstätte, rund 120 Kilometer von London entfernt, kann vom 1. Juli (Dianas Geburtstag) bis zum 30. August (ein Tag vor Dianas tragischem Unfall) von der Öffentlichkeit besucht werden. Diana verbrachte auf dem Gut den Großteil ihrer Kindheit.
Der Eintritt kostet £ 9,50 (rund 28,50 DM). Allein für diese Saison wurden 152 000 Eintrittskarten verkauft. Graf Spencer wies den Vorwurf der Geschäftemacherei stets zurück und erklärte, bei den Umbauten in Gut Althorp seien enorme Kosten entstanden. Außerdem werde er allein in diesem Jahr mindestens zehn Prozent der Einkünfte der gemeinnützigen Diana-Stiftung spenden. Am ersten Tag wurde auf dem Schwarzmarkt der sechsfache Preis für eine Karte verlangt.
Das Museum ist in den ehemaligen Kutschenhaus untergebracht. Der Umbau des 260jährigen Gebäudes und die Einrichtung des Museums kosteten schätzungsweise £ 4 Million. Kritiker bemerkten, dass Museum sei mehr ein Mausoleum und nannten es spöttisch "Dianaland". Ausgestellt sind neben privaten Fotos und Videos aus Dianas Kindheit auch einige ihrer Lieblingskleider sowie ihr Hochzeitskleid. Die Erinnerungsstücke stammen überwiegend aus Dianas früherer Wohnung in Kensington Palace. Die Ausstellung ist in sieben Themen unterteilt: die unabhängige Frau, öffentliche Tätigkeiten, ihr Einfluss auf die Welt, die Beerdigung, Ehefrau und Mutter, historische Verbindungen zur Monarchie und ihr Platz innerhalb der Spencer-Frauen. Graf Spencer, der die Filmaufnahmen zusammengestellte: "Ich war zwei Tage lang völlig niedergeschlagen. Es war so traurig, dieses kleine Mädchen herumrennen zu sehen und zu wissen, was später mit ihr geschehen sollte."
Der Parkplatz, außerhalb der sechs umliegenden Dörfern gelegen, ist durch einen Shuttle-Service für Gehbehinderte an das Diana-Museum angeschlossen. Eine von Eichen gesäumte Straße führt zu den ehemaligen Ställen, in denen das Museum untergebracht ist. An dem ovalen See, gegenüber der Insel, auf der Diana bestattet ist, wurde eine Art Tempel errichtet. Ein weiteres Monument ist auf der Insel geplant. Zu den Angeboten auf Althorp gehören ein Restaurant und ein Souvenirladen. Die Andenken, die dort zu kaufen sind, sollen "in keiner Weise das Andenken" an Diana "trüben". Das Museum wurde so eingerichtet, "dass es sich dem Stil angepasst, 500 Jahre Familiengeschichte respektiert, aber auch den Bedürfnissen des Besuchers des 21. Jahrhunderts gerecht wird." Die Befürchtungen, dass Althorp ein Diana-Park oder ein zweites Graceland werden könnte, hat sich nach der ersten Saison nicht bewahrheitet. Der Kartenverkauf für die zweite Saison blieb hinter den Erwartungen zurück. Eine Woche vor der Öffnung war noch ein Viertel der Karten, etwa 30 000 Stück, noch zu haben.
Besucher müssen vor dem Besuch telefonisch Karten bestellen. Wer ohne Ticket anreist, kann Althorp nicht betreten. Durch diese Maßnahme will man den Besucherandrang unter Kontrolle halten. Ab 1999 können auch ganze Busse anreisen
Stand: 04.06.2001