Archiv Juni 1999 – November1999

Sir Hugh Casson, Architekt und Künstler, der dem Prinzen
Mal- und Zeichenunterricht erteilt hatte, starb 89-jährig. Charles besitzt
einige Werke von Casson und teilte mit ihm die Leidenschaft für Architektur.

Königliche Pannenhelfer

Auch Prinzen können die Ärmel hochkrempeln.
Einem Londoner Autofahrer haben Prince William (17) und Prince Harry (14) beim
Wegschieben eines defekten Autos geholfen. Die beiden waren privat unterwegs,
als sie im Londoner Stadtteil Chelsea an dem Wagen mit der Panne vorbeikamen,
meldete der "Evening Standard". Der Buckingham Palace bestätigte die Hilfe
der Prinzen. Der 28-jährige Autofahrer sagte, dass die Prinzen sich verhalten
hätten, als wäre alles keine große Angelegenheit.

Anne: rank und schlank wie eh und je

Prinzessin Anne (49) hat nach wie vor die Figur
einer 23-Jährigen. Anne wurde nach Londoner Presseberichten bei einem
Wohltätigkeitsball in einem zeitlos schlichten blauen Kleid mit einem weißen
Oberteil gesichtet, das sie bereits 1973 in Berlin getragen hatte.

Ist William mit William verwandt?

Wenn die Theorie der Mainzer Literaturwissenschaftlerin
Hildegard Hammerschmidt-Hummel stimmt, handelt es sich bei der "Dunklen
Lady", mit der William Shakespeare eine Verhältnis gehabt haben soll, um
Elizabeth Wriothesley. Was auf den ersten Blick nur für Fans des größten
Poeten aller Zeiten interessant zu sein scheint, wird sehr viel interessanter,
weil ihre – und damit Shakespeares – uneheliche Tochter Penelope den zweiten
Baron Spencer heiratete. Damit wäre die verstorbene Prinzessin Diana – und auch
Prince William mit Shakespeare verwandt. Obwohl William in English ein
"sehr gut" haben soll, hat man bislang von einer poetischen Ader des
Prinzen nichts gemerkt – bislang. 

Zara will Osteopathie studieren

Zara, die 18-jährige Tochter von Princess Anne, hat sich
zum Studium der Osteopathie angemeldet. Wie viele Royals ist auch sie
eine Anhängerin von alternativer Medizin wie Akupunktur und Homoempathie.

William lernt Walisisch

Der zukünftige Prince of Wales hat die ersten
Walisisch-Stunden hinter sich. Sein Vater erfreute kürzlich die Mitglieder des
neuen Wales-Versammlung mit seinen Sprachkenntnissen, nun soll auch sein Sohn
diese Sprache lernen.

William darf jetzt Auto fahren

Mit einem gewagten Bremsmanöver stellte Prince William
seine Fahrkünste unter Beweis und jagte damit einigen Fotografen einen
Schrecken ein. Bei der Rückkehr von einer Fahrstunde brachte William den Wagen
nur wenige Zentimeter vor den wartenden Journalisten auf dem königlichen
Landsitz Highgrove zum Stehen. Kurz darauf bestand er seinen Führerschein im
ersten Anlauf. Der 17-jährige benötigte nur etwa 20 Fahrstunden, bevor er die
einstündige praktische Prüfung erfolgreich absolvierte. Nach den erlösenden
Worten des Prüfers sprang er aus dem Auto, boxte mit beiden Fäusten in die
Luft und rief "Ja!". Der Prinz ist aber auch schon lange in Übung.
Bereits mit 12 Jahren fuhr er auf den königlichen Besitzungen. Zum Geburtstag
schenkte ihm sein Vater einen VW Golf Diesel, hinter dessen Steuer nun William
auch auf öffentlichen Straßen sitzen darf.

Edward schlägt zurück

Nach Berichten der "Times" konnte Edward einige
der berühmtesten Hollywood-Stars für eine Fernsehdokumentation über
Sensationsreporter gewinnen. Vor den Kameras von seiner TV-Firma Ardent
äußerten sich unter anderem Tom Cruise, Brad Pitt und Johnny Depp.
Höchstwahrscheinlich wird die Dokumentation auch auf die Schwierigkeiten von
Princess Diana mit der Presse eingehen.

Kurz zuvor war Edwards Firma noch in den
Negativ-Schlagzeilen. Seine Firma Ardent schreibt nach sechs Jahren immer noch
Verluste. Ein Insider meinte, das jede andere TV-Firma unter diesen Umständen
längst pleite wäre. Die erste Produktion von "Ardent" über
"Real tennis" wollten nur 8000 Zuschauer sehen. 1995 liefen nur vier
Stunden Programm von Ardent im Fernsehen, 1996 floppte die politische Sitcom
"Annie’s Bar". Nur Dokumentationen über die königliche Familie
verkaufen sich – vor allem in Amerika – gut. In Planung: eine Biographie über
die Queen Mum.

Philip wieder ins Fettnäpfchen getreten

Nur 2 Stunden und 16 Minuten brauchte Buckingham Palace um
sich für die letzte Entgleisung von Prince Philip zu entschuldigen. Der
Prinzgemahl hatte bei einer Werksbesichtigung in Edinburgh auf einen
altmodischen Sicherungskasten gezeigt und gemeint, er sähe aus, als hätte ihn
ein Inder anmontiert. Schon mehrfach war Philip mit unbedachten Äußerungen
unangenehm aufgefallen. Unvergessen sein "Wenn ihr noch länger hier
rumsteht, krieg ihr noch Schlitzaugen" (sagte er zu britischen Studenten in
China), oder dass er die Einwohner von Papua Neuguinea als Kannibalen, die
Ungarn als Fleischtöpfe und von Helmut Kohl als "der Reichskanzler"
sprach. Auch über seine witzige Frage an einen schottischen Fahrlehrer
"Wie haltet ihr die Eingeborenen vom Saufen ab, damit sie nicht durch die
Prüfung fallen?" konnten nicht alle lachen.

Königliche Kreuzfahrt

Anfang August brach Prinz Charles zu einem zehntägigen
Yacht-Urlaub in der Ägäis auf. Mit an Bord: Camilla Parker Bowles, seine
beiden Söhne William und Harry. Auch unter den 23 Gästen: Tom
Parker Bowles
, der mit seinem Eingeständnis, Kokain geschnupft zu haben,
neulich für Schlagzeilen gesorgt hatte. Nicht dabei – wegen ihrer
vermeintlichen Alkoholabhängigkeit – Tara Palmer-Tomkinson, Tochter eines der
besten Freunde von Prinz Charles. Unter den weiteren Kreuzfahrern: Mitschüler
und Freunde von Prince William und Prince Harry, darunter die 21-jährige Laura Parker
Bowles. Die Queen soll es missbilligt haben, dass Camilla öffentlich als Gast
an Bord von Charles eingeführt wurde. 

Milliardär John Latsis hat dem Thronfolger seine 130
Meter lange Yacht "Alexander" dafür zur Verfügung gestellt. Hätte
Charles die Fahrt aus eigener Tasche bezahlen müssen, hätte das 600 000 £
gekostet. Dagegen wäre Tony Blairs Toskana-Trip mit £ 12 000 geradezu
preiswert gewesen.

Ausländische Fotographen und Fernsehcrews versuchten,
Bilder von den Urlaubern zu erhaschen, während sich ihre britischen Kollegen
weitgehend zurückhielten.

Die Queen stellt Kleider von Diana aus

Vom 14. Oktober werden acht Wochen lang 14 Kleider im
Kensington Palast ausgestellt. Mehr als 150 000 Besucher werden erwartet. Die
Preise liegen bei £ 8.50 für Erwachsene und £ 6.10 für Kinder. Der Erlös
kommt nicht den Diana-Stiftungen zu Gute, sondern  dem Unterhalt der
königlichen Paläste. Unter den Kleidern das pinkfarbene Seidenkleid, mit dem
Diana mit John Travolta im Weißen Haus tanzte, das "kleine Schwarze",
das die Prinzessin an dem Abend trug, an dem Charles im Fernsehen seine Affäre
mit Camilla Parker Bowles eingestand. – Außerdem soll ein Video über die Queen
und ihre Pferde veröffentlicht werden.

Happy Birthday, Queen Mum!

Sonnenschein und eine Menge von mehreren Tausend
Menschen begrüßte die Königinmutter an ihrem
Ehrentag. Um 11.15 Uhr trat sie aus Clarence House. Das erste Battalion der
Welsh Guards spielte Happy Birthday und die Menschenmenge sang dazu. Queen Mum
trug ein zitronenfarbiges Kleid mit passendem Hut. Sie ignorierte einen für sie
abgestellten Stuhl und stand volle 15 Minuten, um zahlreiche Kinder, die ihr
Blumen, Geschenke und Geburtstagskarten überreichten, zu begrüßen. Dann
überquerte sie die Straße und ging auf die Menschen hinter der Absperrung zu,
einige von ihnen warteten schon seit Morgengrauen, und unterhielt sich weitere
30 Minuten mit ihnen. Dann bestieg sie ihren Buggy und fuhr an der Menschenmenge
vorbei bis zur Mall. Unter den Geburtstagsgästen war Prince Charles mit seinen
Personen. Prince William ist nun das längste Familienmitglied – und auf dem Weg
zum größten Idol. Mädchen in der Menge riefen "I love you,
William". Prinzessin Margaret war nicht mehr an einen Rollstuhl gefesselt,
ging aber am Stock. Ferner dabei: die Queen, Prince Philip, Princess Anne mit
ihrem Sohn, aber ohne Tochter Zara, Prince Andrew und das frischgebackene
Ehepaar Edward und Sophie.

Trendsetter William

Nachdem sich Prince William bei einem Polo-Match
mit einer Rayban Killer Loop Sonnenbrille sehen ließ, berichten Hersteller von
wachsenden Absätzen. Junge Leute fragen verstärkt nach den Brillen, die
vormals Snowboardern und Popstars vorbehalten waren. Nicole Pinardon,
Pressesprecherin von Rayban: "Prince William war definitiv hilfreich, weil
Leute in die Läden kommen und gezielt nach der Brille fragen, die er trug. Wenn
das Geschäft sie nicht hat, wollen die Kunden eine im Stil möglichst ähnliche
Brille haben."

Fergies Töchter bald ohne Titel?

Nach Plänen aus dem Buckingham Palace sollen die Töchter von
Prince Andrew und Sarah ihre Titel "Königliche Hoheit" zurückgeben, sobald sie
volljährig sind. Die Modernisten im Palast haben auch schon durchgesetzt, dass eventuelle
Kinder von Edward und Sophie den Titel "Königliche Hoheit" erst gar nicht
erhalten werden. Fergie soll über diese Bestrebungen erbost sein, eine Freundin meinte,
sie empfinde den Schritt als "gemein und rachsüchtig". Den Steuerzahler wird es
freuen, werden dadurch Bewachungskosten in Höhe von £ 1 Millionen für die dann
nicht-mehr-Prinzessinnen eingespart. Wie es heißt, habe es Sarah immer sehr genossen, von
Sicherheitsbeamten umgeben zu sein.

Sicherheitsmängel bei der schottischen Parlamentseröffnung

Als die Queen, Prince Philip und der Prince of Wales in einer von
Pferden gezogenen Kutsche die Royal Mail in Edinburgh entlang zur Eröffnung des ersten
schottischen Parlaments seit 300 Jahren fuhren, stürmten etwa 10 Protestanten auf die
Kutsche zu. Die irischen Nationalisten konnten von der berittenen Leibwache der Königin
davon abgehalten werden, in die Kutsche zu klettern. Augenzeugen zufolge, soll sich die
Queen sehr erschrocken haben. Wenige Meter weiter wurde ihre Kutsche von Studenten, die
gegen Studiengebühren protestierten, mit Eiern beworfen. Nun sollen die
Sicherheitsvorkehrungen neu überdacht werden.

Falsche Freunde

Die Arlarmglocken läuteten im Buckingham Palace, als bekannt wurde,
dass Tom Parker Bowles, der Sohn von Camilla und Patenkind von Charles, Kokain nimmt. Die
Nachricht ist um so brisanter, weil Tom Vorbild von Prince William ist und beide viel Zeit
zusammen verbringen. Schon während seines Studiums wurde Parker Bowles mit Cannabis
erwischt. Tom befindet sich in "guter Gesellschaft Drogensüchtiger": Tara
Palmer-Tomkinson, Tochter eines engen Freundes des Prince of Wales und schon mal als
Prince Williams Ersatz-Schwester bezeichnet, checkte kürzlich in einer Drogenklinik in
Arizona ein.

Küssen verboten

Auf der nächsten Party der Queen dürfen die Gäste nur Ehepartner
mitbringen. Auf den letzten Parties war diese Regel gelockert worden: langjährige
Lebensgefährte durften auch kommen. Als die Queen aber kürzlich ihre Kapläne einlud und
diese ihre Partner mitbringen durften, und sich bei diesem Ereignis zwei Priester
küssten, war das Maß zuviel. Besonders Prince Philip war erbost und veranlasste, dass
die alten Prinzipien wieder gelten.

Neuer Hofdichter

Andrew Motion ist der neue Hofdichter. Premierminister Tony Blair
entschied sich für den mehr traditionellen Literaten als für einen
"Volksdichter". Poesie gehört nach allgemeiner Einschätzung nicht zu Blairs
besonderen Interessen. Die erste Aufgabe Motions: 12 Zeilen zur Hochzeit von Sophie und
Eward.

Für schnelle Surfer

Fast vier Millionen Zugriffe werden pro Woche für die Königliche WebSite erfasst. Nun gibt es eine weitere
Site, die weniger förmlich, dafür mehr an Informationen bietet, was die Royals zurzeit
treiben. Prince Andrew – laut königlicher WebSite erfahrenster Web-Surfer – eröffnete
die neue Site in einem Cybercafé in der Nähe von Buckingham Palace.

Königlicher Bus zur Taufe

Mit einem Bus statt mit Kutsche fuhren Mitte April zahlreiche
Mitglieder des europäischen Hochadels zur St.- Sophia-Kathedrale nach Bayswater in
West-London. Dort wurde Prince Konstantine Alexios, Enkelkind vom griechischen Ex-König
Konstantin getauft. Unter den acht Taufpaten Prinzessin waren Victoria von Schweden und
Prince William. William war dabei noch immer gehandikapt: den linker Arm musste er nach
seiner Operation am Zeigefinger in einer Schlinge tragen.

Kommt die Queen noch als Staatsoberhaupt nach Australien?

Wenn die Queen nächstes Jahr nach sieben Jahren wieder Australien
besucht, könnte sie, wenn die Australier sich ein einem Referendum, das bereits im
November dieses Jahres stattfinden wird, gegen die Monarchie entscheiden, nicht mehr
Staatsoberhaupt der ehemaligen Kolonie sein. Dennoch wolle man sie – so der Sprecher der
Republikanischen Bewegung – bei dem Besuch mit dem Respekt willkommen heißen, den sie
verdiene.

Williams Zeigefinger

Prince William hat sich wieder eine Sport-Verletzung zugezogen. Ein
beim Rugby-Spielen gebrochener Zeigefinger musste erneut eingegipst werden, weil die
Verletzung nicht heilen wollte. Gebrochen hatte William sich den Finger bereits vor
Weihnachten in Eton, die Schmerzen aber zunächst ignoriert.

Prinzessin Margret: zu heiß gebadet

Die Schwester der Queen hat sich mit heißem Badewasser Füße und
Beine verbrannt. Der Unfall passierte, als sie sich alleine in ihrer Hotelsuit befand. Als
sie in das viel zu heiße Bad gestiegen sei, habe sich sich erschrocken und sei
ausgerutscht.  Ihre Hilferufe habe niemand gehört. Über 10 Minuten brauchte sie, um
sich selbst aus dem Bad zu befreien. Nun wird sie auf Schloss Windsor gepflegt.

Die Queen verkauft Fergies Haus

Birch Hall, das Anwesen, das die Queen für ihre Ex-Schwiegertochter
und deren Töchter kaufte, steht nun wieder zum Verkauf. Sarah hatte sich geweigert dort
einzuziehen, da sie den jährlichen Unterhalt von ca. 80 000 £ für das Herrenhaus
nicht aufbringen könne. Stattdessen zieht sie es vor, bei ihrem Ex-Mann in Sunninghill
Park zu wohnen.

Die Queen Mum lebt auf großem Fuß

Trotz Einkünfte aus der Civil
List
in Höhe von £ 600 000 belaufen sich die Verbindlichkeiten der Königinmutter
bei ihrer Hausbank auf wenigstens £ 4 Millionen. Ursache dafür ist ihr großzügiger
Lebensstil. Nach der Queen beschäftigt sie das meiste Personal. Haushälterinnen, Butler
und Gärtner leben permanent auf ihren vier Hauptresidenzen. Wenn sie zum Lunch nach
Clarence House einlädt, biegen sich die Tische. Die Queen Mum soll solche Anlässe
bescheiden als "Picknick" bezeichnen. Außerdem liebt sie es, in den
exklusivsten Nobelrestaurants zu speisen. Ihre teuerste Leidenschaft ist das Pferderennen.
Ihre Einnahmen an Preisgeldern decken bei weitem nicht die Ausgaben für Zucht und Pflege
der Tiere.