Archiv: September 2000 bis Februar 2001

Weihnachten bei den Royals

Bei ihrer traditionellen Weihnachtsbotschaft
schlüpfte die Queen ungewohnt in die Rolle eines Laienpredigers. Sie sprach von
ihrer Verantwortung vor Gott und davon, dass ihr Glaube ihr oft Trost gespendet
habe.
Zuvor besuchte sie selber den Weihnachtsgottesdienst in St. Maria Magdalena auf
ihrem Gut Sandringham. 2 000 Menschen hatten sich vor der Kirche
versammelt, um der königlichen Familie frohe Weihnachten zu wünschen. Frisch
gebräunt von seinem Aufenthalt in Chile war diesmal auch Prince William dabei.
Prinzessin Anne sorgte dabei für Wirbel: als eine 75-jährige Frau Prince Harry
Blumen geben wollte, die für die Queen Mum bestimmt waren, soll sie den
Blumenkorb an sich gerissen und gesagt haben: "Was für eine lächerliche
Sache". Die Queen Mother aber enttäuschte ihre Fans nicht und besuchte
trotz kalten Wetters den Gottesdienst, strahlend royal blau gekleidet, ihre
Tochter, die Queen, mit passendem blauen Mantel, war dicht hinter ihr. Auch Zara
Philipps war nach ihrem Autounfall wieder anwesend.

Auch Silvester gab es Aufregung im Buckingham Palace. Die Organisation der
Silvesterparty lag in den Händen von Prince Edward. Und der hatte veranlasst,
das die Dienstboten zur Kasse gebeten wurden. 64 DM sollten sie zahlen, wenn sie
sich etwas vom Büffet nehmen wollten. Das hat zu großem Ärger unter dem
Personal geführt, das sich ohnehin für unterbezahlt hält. Angeblich bekommen
neue Angestellte neben dem Arbeitsvertrag gleich ein Antrag auf Sozialhilfe mit.

"Queen nimmt Dope"

so titelte der Daily Star. Hintergrund: Der Queen war bei einem Besuch eines
Kunstzentrums in Manchester eine Marihuana Pflanze von Pro-Drogen-Aktivistiken
überreicht worden.

Queen Mother gestolpert

Bei einem Dinner der Garden Society in einem Londoner Hotel sorgte die Queen
Mum für Aufregung: sie stolperte über den Saum ihrer langen Abend-Garderobe.
Das beliebteste Mitglied der Royals konnte unverletzt nach Clarence House
zurückkehren.

Prince Edward dreht nun Pop-Videos

Die angeschlagene Film-Produktionsfirma Ardent des Prinzen will nun offenbar
Videos für Pop-Songs produzieren. Ob man damit schwarze Zahlen schreibt, bleibt
abzuwarten.

Das Thronjubiläum der Queen wirft seine Schatten voraus

Nach dem 100. Geburtstag der Queen Mum steht schon das nächste Jubiläum vor
der Tür: Im Jahr 2002 kann die Queen ihr 50. Thronjubiläum feiern. Mit den
Planungen hat man bereits begonnen. Ein Thema soll die Entwicklung vom British
Empire zum Commonwealth sein, eine Entwicklung die in der Regentschaft der Queen
stattgefunden hat.

Prince Charles ernennt schwarze Pressesprecherin

Colleen Harris, 44, wurde im August von Prinz Charles als seine neue
Pressesprecherin vorgestellt. Sie folgt Sandy Henney nach, die über den Wirbel
um Prince Williams Geburtstagsfotos zurücktreten musste. Harris weckt
Erinnerungen an Michael Dobbs Politroman "To play the king", in dem
eine schwarze Pressesekretärin den Monarchen gegen den Premierminister
einnimmt.

Dianas Butler plaudert für 3 500 Pfund aus dem Nähkästen

Wenn Sie 3 500 £ (ca. 15 000 DM) übrig haben, so können Sie Paul
Burrell, Dianas ehemaligen Butler, für einen Vortrag engagieren. Wie der Sunday
Mirror
berichtet, würzt Burrell solche Vorträge mit Anekdoten aus dem
Königshaus.

Harry 16. Geburtstag

Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder William feierte Harry seinen 16.
Geburtstag in kleinem Rahmen. Harry verbrachte den Tag in Eton, sein Großonkel,
der Earl of Snowdon, schoss die offiziellen Fotos.

Der Diana Fund prozessiert weiter

Obwohl die Diana-Stiftung bereits 2 Millionen Pfund für einen Rechtsstreit
mit einer amerikanischen Firma, die Diana-Puppen produziert, ausgeben musste und
bisher jede Runde verloren hat, entschied der Vorsitzende Andrew Purkis, weiter
zu prozessieren. Da dürfen sich ein paar Anwälte freuen …

Immer noch Spekulationen um Diana

Widersprüchliches um Dianas Verhältnis zu Dodi Al Fayed, mit dem sie 1997 tödlich
verunglückte. Father Frank Gelli behauptet nun, dass Diana kurz vor ihrem Tod
ihn gefragt habe, ob er sie und Dodi trauen könne. Sein langes Schweigen
begründet der Priester damit, dass er wegen des umstrittenen Buches ihres
Leibwächters (siehe nächste Meldung) einige Dinge richtig stellen müsse.
Vorher hatte Imran Khan, ein pakistanischer Politiker und Ex-Cricket-Spieler
behauptet, dass Diana ihn gebeten habe, Kontakt mit ihrer "großen
Liebe", dem Herzchirurgen Dr. Hasnat Khan, aufzunehmen. "Sie stand mit
ihm seit zwei Jahren in Verbindung und wollte ihn heiraten."

William attackiert den "Verrat an seiner Mutter"

Prince William gab zusammen mit seinem Vater eine Pressekonferenz, in der er
das Buch des früheren Privatsekretärs Patrick Jephson als Verrat an seiner
Mutter kritisierte. Das Buch "Shadows of a princess" wird von
Harper-Collins veröffentlicht. Der Verlag gehört Rupert Murdoch, ebenso wie
die Sunday Times, die das Buch im Vorabdruck bringt. In dem Buch werden u.a. die
ständigen starken Gemütsschwankungen der Prinzessin beschrieben. Außerdem
wirft Jephson Diana vor, dass sie ihr Mitgefühl für sozial Schwächere
überwiegend nur vor der Kamera gezeigt habe. Darüber hinaus habe sie nicht zwischen
Wahrheit und Unwahrheit unterscheiden können, Unmengen von Tabletten
eingenommen und habe es ihr nichts ausgemacht, Angestellte zu entlassen:
"Sie kombinierte ein strahlendes Lachen mit einem Messer im Rücken."
William sagte, während sein Vater stumm neben ihm stand: "Natürlich sind
sowohl Harry und ich sehr erschüttert darüber, dass das Vertrauen unserer
Mutter so verraten wurde." Nach seiner 10-minütigen Erklärung umarmte
sein Vater ihn. Prince William nutzte auf einer Pressekonferenz, bei der er seine Pläne für sein
"Gap year", sein Brückenjahr vorstellte, die Gelegenheit, seiner Empörung Ausdruck
zu verleihen. Und damit sind wir beim
nächsten Thema.

Prince William unterstützt ein Jugendprojekt

Prince William wird sich zu einer zehnwöchigen Expedition nach Südchile
aufmachen. Dabei muss er sein eigenes Klo graben, sich von magerer Armee-Ration
ernähren, er wird am offenen Feuer kochen, aus dem Rucksack leben, unter
Segeltuch schlafen und sich monatelang nicht richtig waschen können. Die
Expedition wird ihn in den entlegendsten Teil des Landes führen, wo Raleigh
International seit 10 Jahren ein Camp hat. Der Prince wird zusammen mit 110
jungen Freiwilligen, alle im Alter von 17 bis 25, und 39 Mitarbeitern aus aller
Welt an einem Umwelt- und Entwicklungsprojekt arbeiten. Er wird dabei helfen,
lokale Gebäude auszubessern, Wege anzulegen und bei dem Erstellen von Karten
mitwirken.

William begründete seine Wahl damit, dass er etwas Konstruktives in seinem
Brückenjahr tun wolle. "Ich dachte, dass dies ein Weg ist, zu versuchen,
Leuten zu helfen und eine Menge Leute aus anderen Ländern zu treffen und
zugleich Menschen in entfernten Regionen Chiles zu helfen." 

William organisierte ein Wasserpolo-Spiel, um Geld für die Organisation zu
sammeln. Über 6 000 DM kamen dabei zusammen, 15 000 steuerte sein Vater noch
einmal dabei. Außerdem sammelte der junge Prinz Geld, um einer finanziell
benachteiligen Person die Teilnahme an der Expedition zu ermöglichen.

Die Raleigh Organisation war begeistert, dass sich William der Expedition
anschließen will, eine 21-jährige freiwillige Teilnehmerin soll laut Times
sogar laut aufgeschrieen haben, als sie von der Neuigkeit erfuhr.

Williams ‚lockere Kleidung‘

Die lässige Garderobe des zweiten in der Thronfolge im Gegensatz zum
Thronfolger war der Times einen ganzen Artikel wert. William trug bei der
Pressekonferenz ein hellbraunes Sweatshirt mit rundem Ausschnitt, Jeans und
schwarze Sportschuhe, Prinz Charles einen grauen Anzug. William sah
braungebrannt und entspannt aus nach einem Sommeraufenthalt in
mittelamerikanischem Dschungel und auf einer Insel im indischen Ozean. Bei einem
Projekt der Royal Geographical Society studierte er Korallenriffe nahe
Mauritius.

Die Liberalen Demokraten wollen die Rolle der Queen als Oberhaupt der
Kirche abschaffen

Die Lib Dems fordern bei der Reform ihres Parteiprogramms, das der Monarch
nicht länger mehr Oberhaupt der Anglikanischen
Staatskirche
ist, außerdem soll es nun auch dem Thronfolger
erlaubt sein, mit einer Katholikin verheiratet zu sein. Prince Charles wurde
für sein Verständnis, er wolle ein Verteidiger aller Glaubensrichtungen sein,
gelobt. – Sollte Premier Blair nach den nächsten Unterhauswahlen auf die
Stimmen der Liberalen angewiesen sein, darf man gespannt sein, ob dieses
Programm umgesetzt wird.