Archiv: Mai 2001 bis August 2001

Queen Mum nach Infusionen wieder auf den Beinen

Die anscheinend unverwüstliche Königin Mutter rundete ihren 101 Geburtstags
abends mit einem Besuch bei einer 4 1/2-stündigen Ballettaufführung
im Covent Garden ab. Mehrere Tausend Bewunderer standen am Samstagabend an der
Straße, um sie ankommen zu sehen und viele waren noch da, trotz strömenden
Regens, als sie 20 Minuten vor Mitternacht das Royal Ballet verließ.

Als die Queen Mother lächelnd und winkend die königliche Loge betrat,
stimmte das vollbesetzte Haus spontan "Happy Birthday" an. Die
Theaterbesucher wie die Zuschauer auf der Straße waren schockiert vom Zustand Prinzessin
Margarets, die zusammen mit ihrer Mutter und der Queen eintraf. Margaret sah
extrem gebrechlich aus und saß – an den Rollstuhl gefesselt – eingewickelt in
einer Decke. Die Prinzessin, die 71 Jahre in diesem Jahr wird – verließ das
Theater vor der Pause. Sie wurde dabei von Polizisten vor Fotographen
abgeschirmt. Am Mittag war Margaret zusammen mit ihrer Mutter vor Clarence House
aufgetreten, wieder im Rollstuhl, mit einer großen Sonnenbrille und ihrem
linken Arm in einer Schlinge. Beim Royal Ballet, dessen Präsidentin sie ist,
trug sie zwar keine Sonnenbrille, wirkte aber abgespannt und schien
Konzentrationsschwierigkeiten zu haben. Der Gesundheitszustand von Margaret hat
sich seit einer Reihe von Schlaganfällen – der letzte war Weihnachten in
Sandringham – rapide verschlechtert. Sie kann einen Arm kaum noch gebrauchen und
ihre Sehkraft ist zurückgegangen.

Wegen ihres vorzeitigen Aufbruchs verpasste Prinzessin Margaret die lobenden
Worte des Ballettdirektors, der sich in den Ruhestand verabschiedete. Er
würdigte den enormen Einsatz der Prinzessin für das Ballett. Aber der Abend
gehörte der Queen Mother, die kein Anzeichen von Müdigkeit zeigte, selbst nach
einem langen Tag mit Feierlichkeiten, davon 15 Minuten auf den Beinen vor
Clarence House und weiteren 40 Minuten im Buggy, um die Geburtstagswünsche von
mehreren Tausenden entgegen zu nehmen. Beim Ballet trug sie ein Ballkleid aus
schimmernder Seide in pinkfarbigen Ton. Nach der langen Vorstellung hat sie noch
Kraft, um den Regisseur und die Tänzer zu treffen.

Zu ihrem Geburtstagslunch war neben der Queen auch Prinz Charles gekommen.
Auch er zeigte sich unverwüstlich: am Vortag war er beim Polo vom Pferd
gefallen und war kurz bewusstlos. Prince William, Prince Harry, Prince
Andrew (mit seinen Töchtern Beatrice und Eugenie), Princess Anne mit ihrem Mann
Tim Laurence (der schon von den Medien auf die Vermisstenliste
gesetzt worden war) mit ihren Töchtern Peter und Zara Phillips kamen ebenfalls. Ebenso
waren Lady Sarah Chatto, die Tochter von Prinzessin Margaret, und ihr Mann
Daniel mit ihren beiden Töchter dabei. Somit kamen vier Generationen von
Royals zusammen.

Ihre Ärzte gaben der Queen Mother am Tag nach ihrem Geburtstag noch mal ein
Check-up, bevor sie zu ihren Sommerferien nach Balmoral in Schottland fuhr.

Martina Krehl und ihr Mann waren
zufällig in London, als die Queen Mum ihren 101. Geburtstag feierte.
Freundlicherweise stellten sie drei Fotos zur Verfügung. Thank you!

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Die Queen Mother mit in ihrem Buggy am 101. Geburtstag

Raucht William?

Englischen Zeitungen zufolge soll Prince William im Jahr zwischen Abitur und
Studium Raucher geworden sein. Sein Vater – eingefleischter Nichtraucher –
soll sehr enttäuscht darüber sein. Der ließ dementieren: William habe zwar
als Teenager eine Zigarette geraucht, das aber als widerlich empfunden.

Privat-Gärten der Queen geöffnet

Besucher des Buckingham Palace können in diesem Jahr zum ersten Mal in den
Gräten der Queen spazieren gehen. Nach einem Bericht des Londoner "Evening
Standard" wird es einen 500 Meter langen Spazierweg durch den für seine
seltene Flora und Fauna bekannten Privatgarten geben.

Spätere Heirat nicht mehr ausgeschlossen?

In einem Interview mit der Daily Mail antwortete Charles auf die Frage, ob er
noch einmal heiraten werde: "Werde ich morgen noch leben? Wer weiß schon,
was der gute Gott geplant hat? Man kann nie sicher sein. Ich weiß es
nicht." Kein klares Ja oder Nein, aber eine andere Aussage als das
strikte "Nein", das sonst aus dem Palast zu hören ist.

And then he kissed her

Die "öffentliche Beziehung" zwischen Thronfolger Charles und
Camilla Parker Bowles erreichte Ende Juni ein neues Stadium. Camilla war
Gastgeberin einer Wohltätigkeitsfeier für die Nationale
Osteoporose-Gesellschaft. Der Prinz kam in Begleitung der Königin von
Jordanien, ging auf seine Vertraute zu und begrüßte sie mit einem Wangenkuss.

Ist Annes Ehe am Ende?

Commander Tim Laurence, Ehemann von Prinzessin Anne, fiel bei wichtigen
Zusammenkünften der Royals in letzter Zeit auf, besser gesagt, er fiel durch
Nichtanwesendheit auf. In zahlreichen Zeitungen wurde über das Ende der Ehe
spekuliert. Der Mirror schrieb: "Die Familie behandelt Tim immer noch wie
einen Stallmeister. Er darf nur die Martinis mixen." Independent Television
meinte jedoch, dass Laurence seine Militärkarriere sehr ernst nähme, während
Princess Anne einen vollen Terminkalender habe. "Lange Trennungen scheinen
ein wesentlicher Bestandteil einer jeglichen königlichen Ehe zu sein. Es bleibt
abzuwarten, ob das die Zuneigung von Anne und Tim Laurence, die sie füreinander
hatten, als sie vor 8 1/2 Jahren heirateten, geschwächt hat."

Prinzessin Anne hat  – wie immer – jeden Kommentar über ihr Privatleben
abgelehnt. Stattdessen gab sie in einem Interview ein Teil ihrer
Lebensanschauung preis: sie versuche immer äußere Ruhe auch bei tragischen Anlässen zu
bewahren: "Mit der Zeit lernt man, dass es nicht gut ist, überaufgeregt zu
sein, wenn die Dinge falsch laufen, die Dinge werden dadurch noch
schlimmer."

Eine lächelnde Anne wurde dann auch vor der St. Giles Cathedral fotografiert. Die Queen hatte sie dort zum Dame Commander of the Order of the
Thistle gemacht. Commander Tim Laurence stand neben ihr.

Business as usual für die Royals

Es sollte eine große Reform werden, die der Lord Chamberlain, Lord Luce,
vorstellte. Experten hatten radikale Einschränkungen der geschäftlichen
Aktivitäten der "kleineren" Royals erwartet. Beobachter vermuteten,
dass Prince Philip dafür verantwortlich ist, dass die neuen Richtlinien kaum
Veränderungen mit sich bringen.

Vergiftete Drinks in Clarence House

Eine Szene wie bei Agatha Christie: Nach "Trooping of the colour"
wollte die Queen Mother mit Gästen bei Whisky mit Soda anstoßen. Vor ihren
Augen brachen zwei der hochrangigen Gäste zusammen. Sie wurden umgehend ins St.
Thomas’s Hospital gebracht. Was sie für Soda gehalten hatten, war
Reinigungsmittel, das das Personal in Schweppes-Flaschen aufbewahrte. Die
Flaschen waren nicht gekennzeichnet, da normalerweise nur das Personal Zugang
dazu hat. Bei dem Stoff handelte es sich um Perchlorethylen, das tödlich sein
kann. Besonders die Queen Mother hatte Glück: sie hatte das Glas schon an den
Lippen. Das Personal wurde schwer verwarnt.

Parlamentseröffnung bringt königlichen Terminkalender durcheinander

Tony Blair und die Maul-und-Klauen-Seuche hatten die Unterhauswahl in den
Juni verschoben – und damit fielen die Parlamentseröffnung und das Pferderennen
in Ascot zusammen. Wie die Queen es schaffte, morgens das Parlament in London
und am Nachmittag beim geliebten Pferderennen in Ascot zu sein, kann man in der
Times nachlesen.

"Sie kam am Eingang zum Palast von Westminster am
Victoria Tower – wie es die Tradition verlangt – beim Glockenschlag 11.15 Uhr an
und ging direkt in den Robing Room, wo sie die Staatskrone aufsetzte, die ein
Kilo wiegt und vom Schatzhaus im Tower extra für die Gelegenheit rübergebracht
wurde … Als konstitutioneller Monarch blickte sie nicht auf ihre Uhr, noch
rasselte sie die Rede herunter … hatte sie aber in zehn Minuten erledigt.
Runter mit der Krone und der Robe und auf mit dem Diadem George IX, das sie auch auf
den Briefmarken trägt. Schlag 12 Uhr Mittags war sie draußen vor Westminster
und in der Irish State Coach zurück nach Buckingham Palace und um 12.20 Uhr vor
ihrer eigenen Haustür." Normalerweise dreht die Kavallerie auf dem
Buckingham Palace noch Mail eine Ehrenrunde, aber diesmal war dafür keine Zeit.
"10 Minuten später war sie wieder dem Palast raus – in einem anderen Kleid
– und machte sich mit einer Polizeieskorte in Richtung M4 auf. Mühelos
schlängelte sie sich durch den Verkehr und war bereits kurz nach 13 Uhr am
Eingang von Windsor Castle. Versuchen Sie einmal als gewöhnlicher Sterblicher
in dieser Zeit Heathrow zu erreichen … Runter kam das Reisekleid und
reingeschlüpft in das pfefferminzgrüne Seidenkleid mit passendem Wollmantel
und Strohhut. Es blieb sogar genug Zeit, einen Bissen Lunch zu sich zu nehmen,
seine Gruppe von Privatgästen zu versammeln, bevor sie sich wieder durch den
Verkehr bohrte und um 14.15 Uhr auf der Rennbahn eintraf. Bis zum ersten Rennen
war sogar noch 15 Minuten Zeit."

Trooping the colour: Geburtstagsparade für die Queen

Einen persönlichen Bericht über diesjährige Geburtstagsparade
können Sie in meinem Reisebericht "London
2001
" nachlesen.

Giftige Spinnen in Windsor Castle entdeckt

9 cm große schwarz-rote Spinnen entdeckten Arbeiter bei Kabelarbeiten in
Windsor Castle. Ein Experte zeigte sich begeistert. "Das ist entweder eine
neue Art oder eine Art, die wir für seit Jahrtausenden ausgestorben in diesem
Land hielten."

Queen spart weiter

Sir Michael Peat, verantwortlich für die königlichen Finanzen, konnte zum
ersten Mal einen vollständigen Ausgabenbericht vorlegen. Die Royals sparten im
Vergleich zum Vorjahr drei Millionen Pfund ein (35 statt 38 Millionen £).
Besonders die Reisekosten für die ca. 3 000 offiziellen Termine konnten
erheblich gesenkt werden. Die Presse zeigte sich von den Zahlen ziemlich
beeindruckt.

Kein Geschenk für Prince Philip

Die Mail on Sunday berichtete, dass das Palastpersonal sich einvernehmlich
weigerte, Geld für ein Geburtstagsgeschenk für Prince Philip (er wurde 80
Jahre!) zu geben. Gesammelt werden sollte für eine 10 000 £ teuere
Nachbildung eines von Prinz Philips Kutschenwagen. Der Grund für die
Verweigerung sei einmal, das Philip sehr unbeliebt sei, weil er – im Gegensatz
zur Queen – oft sehr unhöflich zu Untergebenen sei. Zum anderen habe die
Streichung von Privilegien für das unterbezahlte Personal durch Sir Michael
Peat, Finanzchef der Königin, für Verärgerung gesorgt.

Inzwischen hat die Queen das Gehalt ihrer Bediensteten um 2,5 bis 16 Prozent
erhöht.

Tragödie in Nepal schockiert die Royals

Der Mord an fast der gesamten königlichen Familie in Nepal Anfang Juni
schockte auch das britische Königshaus, das über enge Verbindungen zur
nepalesischen Königsfamilie verfügt. Der Union Jack auf den königlichen
Palästen ging auf Halbmast.

Polizeibeamter muss nun woanders qualmen

Als die Queen sich kürzlich für einen Empfang zurecht machte, roch sie
plötzlich Rauch. Es war aber kein Feuer, sondern ein Polizist, der eine
selbstgedrehte Zigarette rauchte. Die Queen war darüber nicht amüsiert – schon
gar nicht nach dem großen Feuer in Windsor Castle 1992 – und ließ den Fall
untersuchen. Nun wird der Beamte den Buckingham Palace nicht mehr von innen
sehen.

Zerwürfnis zwischen Prince Philip und Prince Charles?

Laut dem Daily Telegraph hält Prince Philip seinen Sohn Charles für
"zu affektiert, verschwenderisch und disziplinlos, um einmal ein guter
König zu werden." Der Daily Express und die Daily Mail griffen die
Geschichte auf und ließen ungenannte Quellen behaupten, Prince Philip und sein
Prince Charles seien tief zerstritten. Buckingham Palace dementierte prompt die
Berichte. Philip sandte Charles einen handgeschriebenen Brief, in dem er
bedauerte, dass es zu den Zeitungsberichten gekommen ist.

Prince Charles besorgt wegen Williams Freunden

Nachdem Nicholas Knatchbull, ein Freund aus Williams Zeit in Eaton, der
bereits zweimal von der Polizei mit Cannabis erwischt wurde, nun eine
Entziehungskur machen soll, macht sich Charles angeblich Gedanken über Williams
Freunde. Die Zeitungen konnten eine Reihe junger Leute aus Williams Umgebung
auflisten, die Drogenprobleme hatten. St. James’s Palace wies darauf hin, dass
William und Mr. Knatchbull seit einigen Jahren keinen engen Kontakt mehr
hätten. In der königlichen Stellungnahme wurde allerdings verschwiegen, dass
Nicholas Knatchbull Neffe und Patenkind von Prince Charles ist. Er wird einmal
den Titel "Earl Mountbatten of Burma" erhalten.

William sorgt für einen Boom in St. Andrews

Prince William, der im September sein Studium der Kunstgeschichte an der
Universität von St. Andrew’s aufnehmen wird, sorgt bereits Monate vorher für
einen Mietboom. Die Preise für Studentenappartements sollen um 100 Prozent
gestiegen sein. Bewerbungen um Studienplätze an Schottlands ältester Uni
stiegen um 44 %, besonders junge Amerikanerinnen wollen sich einschreiben.

Prince Charles: Flower Power

Eine Silbermedaille erntete der Thronfolger für seinen "Islamischen
Garten" auf der Chelsea Flower Show, Der Garten, den der Prince auch stolz
in der BBC vorstellte, bekam auch viel Lob von den Medien.