Zwar beginnt meine Bildungsreise in Straßburg erst am Montagnachmittag, aber ich kenne die Deutsche Bahn. Daher reise ich schon am Samstagmorgen an. Natürlich verpasse ich – trotz 30 Minuten Zeit für den Umstieg – den Anschluss in Kaiserslautern. Zum Glück fährt in 30 Minuten ein ICE nach Straßburg, in dem ich sogar einen Sitzplatz finde. Ich kann schon im Grand Hotel am Bahnhof einchecken. So erkunde ich am Nachmittag die Stadt und nehme an der Abendmesse in der Kathedrale teil.
Am nächsten Morgen erkunde ich vor dem Check-out noch einmal die wunderbare Kathedrale. Dann fahre ich mit Bus und Bahn zur Tagungsstätte Centre Culturel St. Thomas. Die Tagungsstätte erinnert mich an meine Schulzeit in den 1980er Jahren. Unser Trakt sieht eher wie ein Schwimmbad als eine Unterkunft aus. Um 15 Uhr beginnt das Programm mit dem Kennenlernen der Teilnehmer im Bingo-Form: man muss feststellen, welche Eigenschaften die anderen Teilnehmer haben (z.B. „besitzt einen Hund“ oder „wohnt auf dem Land“). Ich stelle fest, dass drei Teilnehmer ebenfalls aus Münster kommen und ein weiterer aus dem Münsterland. Es schließt sich ein Europa-Quiz an. Das Quizthema lautet der Reise entsprechend „Europastadt Straßburg“ entsprechend. Mit meiner Quizpartnerin erreiche ich den zweiten Platz – gar nicht mal schlecht. Das Abendessen ist so einfach wie die Unterkunft.
Nach dem sehr einfachen Frühstück (es gibt nur Weißbrot mit Marmelade) geht es zum fußläufig gelegenen Europaparlament. Hier erhalten wir vom Besucherdienst eine Führung und sehen einen kurzen Film. Am Nachmittag geht es dann zu „Europe Direct“, wo eine charmante Dänin ein weiteres Quiz durchführt.
An nächsten Morgen geht es mit der Tram nach Kehl zum Euro-Institut. Hier erläutert man ums, wie die grenzübergreifende Kooperation am Rhein funktioniert. Ein Ergebnis ist die Tram, die von Straßburg nach Kehl fährt. Das Projekt ist nicht so einfach wie es sich anhört, da in Deutschland und Frankreich unterschiedliche Zugarten verkehren. Für den Nachmittag war eigentlich eine Fahrt zum Memorial d`Alsace geplant. Da die Bahn in Frankreich heute aber streikt, machen wir stattdessen eine Bootsfahrt auf der Ill durch Straßburg.
Am Donnerstagmorgen geht es zum Europarat. Dieser steht in keiner Verbindung zur Europäischen Union. Der Europarat kümmert sich vor allem um Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Ihm gehören bis auf Russland und Belarus alle Staaten in Europa an. Nach einer Führung durch das Gebäude, informiert uns eine hochkompetente Mitarbeiterin des Deutschen Amtes.
Am Nachmittag steht dann eine Führung durch Straßburg an. Francois Muller erläutert uns mit Witz und französischem Charme die wechselvolle Geschichte der Stadt. Mit einigen Interessierten besuche ich noch das Tomi-Ungerer-Museum. Der Grafiker, gebürtig aus dem Elsass, war auch in Amerika tätig.
Am Freitagmorgen steht noch eine Führung durch die Kathedrale auf dem Programm, bevor es Abschiednehmen heißt. Mit den drei Damen aus Münster fahre ich noch zurück in unsere Heimatstadt.
Fotos von meiner Straßburg-Reise in meinem Fotoalbum
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