Freitag, 27. September 1985
Fahrt mit der U—Bahn nach Charing Cross. Dort waren wir zuerst auf dem falschen Bahnsteig. Dieses und die Tatsache, dass die Britrail-Pässe nicht schnell genug abgestempelt werden konnten, führte dazu, dass wir den eine Stunde später fahrenden Zug nehmen mussten. So verkürzte sich unser Aufenthalt in Edinburgh auf knapp zwei Stunden. Davon gingen noch einmal 20 Minuten ab, da jeweils zu zweit die Wacht bei den Koffern übernommen werden musste. Die Mädchen wurden dabei diskriminiert und von der Wache befreit, was sich diese verständlicherweise gerne gefallen ließen. Die Zeit reichte für mich und meinen Mitwächter aus, einen Blick in St. Giles zu werfen. Einige, deren Wacht auf das Ende unseres Aufenthaltes in Edinburgh fiel, und von daher mehr Zeit hatten, schafften den Aufstieg zum Castle. Bei der Besichtigung wurden sie um 2 Pfund ärmer, dafür (wahrscheinlich) an Bildung etwas reicher.
Gegen 19 Uhr kamen wir in Inverness an. Das Gepäck und Herr Schneider wurden in einem Taxi zum Hotel befördert. Der Rest der Truppe schlug sich bis zur Pension durchs dabei wurden erste Erfahrungen mit dem schottischen Akzent gesammelt (vor allem das rollende „R“ fiel auf). Einige Kids, die vermutlich gemerkt hatten, dass wir Deutsche waren, meinten, uns mit dem „deutschen Gruß“ begrüßen zu müssen. Zwei Jungen dagegen gaben sich redlich Mühe, uns den Weg zur Unterkunft zu schildern: „Old Edinburgh Road. Old — not young“.
Schließlich erreichten wir unser Ziel und auch Herr Schneider war gerade erst angekommen. Shake hands mit den Pensionswirten und das obligatorische „How do you do?“ – „How you do?“. Sichtlich entzückt waren die Pensionswirte, dass sich auch ein William in der Gruppe befand.
Die Ein- bis Zweibettzimmer waren geräumig, die Möblierung etwas unpraktisch (ein Stuhl für zwei Leute, kein vernünftiger Tisch). Dafür waren die Betten nicht go weich wie in London.
Nach dem Auspacken wurde ein kleiner Abendspaziergang unternommen. Die Luft war zwar kühler, dafür aber sauberer als in London.
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