Vor 40 Jahren: Weiterfahrt nach Stratford-on-Avon

Mittwoch, 2. Oktober 1985

Es war auch gut, früh zu Bett gegangen zu sein, da schon um 6.30 Uhr gefrühstückt wurde, Mrs. Smith musste auch schon sehr früh aufgestanden sein, denn es gab das normale Breakfast. Kurz nach 7 Uhr führ dann das Taxi mit den Koffern und Herrn Schneider ab. Wer zu spät kam, musste sein Gepäck selbst tragen (Andererseits hätte auch mehr Gepäck nicht das Taxi gepasst).

Um 8 Uhr sollte der Zug dann abfahren. Sollte. Denn die schottische Post (sie soll die schlechteste der Welt sein, aber erstaunlicherweise kamen meine Karten pünktlich an) hatte sich Zeit gelassen. Um 8.45 Uhr fuhr dann ein Postauto vor und brachte die Post zum Zug. Der Zug fuhr dann kurz vor 9 Uhr ab. Eine Entschuldigung erfolgte nicht, der Grund für die Verspätung musste beim Schaffner erfragt werden. Während der Fahrt unterhielt eine Cassette von Loriot (besonders „Der Kunstpfeifer“). In Stirling war der 1 . Umstieg, der nächste in Glasgow. Hier mussten wir durch den Regen mit dem Gepäck zu einem anderen Bahnhof. Von dort fuhren wir bis Birmingham. In Birmingham mussten wir wieder den Bahnhof wechseln. Zumindest lagen die Bahnhöfe in Birmingham näher beieinander als in Glasgow. Um 19.10 Uhr kamen wir schließlich in Stratford an. Der Bahnhof war nicht so weit vorn Quartier entfernt. Es war auch mit Gepäck zu Fuß erreichbar. Nachdem die Mädchen verstaut waren (in einem Dreibettzimmer), wurden die „Boys“ in den unterschiedlichsten Winkeln der Hotelpension untergebracht.
Die „Ruhigen“ bekamen jeweils zu zweit ein Zimmer unterm Dach. „Come along, boys“, forderte die mondäne Pensionswirtin mich und die anderen drei auf. „Die Zimmer oben sind die schönsten“ raunte sie uns dann noch zu. Von der Größe der Zimmer hatte sie recht. Unser Zimmer war zum Beispiel größer als das von Georg und seinem Zimmergenossen, das die Größe einer Besenkammer hatte. Überhaupt wirkte das Hotel wie ein Versuch, möglichst viele Gäste auf möglichst wenig Quadratmetern unterzubringen. Unser Zimmer sah auf den ersten Blick recht passabel aus. Auf dem zweiten Blick stellte man fest, Mobiliar: Ikea, 2. Wahl. Zum Teil waren nicht einmal die Schrauben richtig angezogen. Und an Andreas Bett hatte sich schon das Ziergitter gelöst.
Wenigstens konnte man die Koffer gut unterbringen und als Trostpflaster stand ein Fernseher auf der Bude.

Bei einem Abendspaziergang warfen einige schon einen ersten Blick auf die diversen Shakespeare—Gebäude.

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