Viele, viele Jahre bin ich in den letzten Jahren immer wieder nach Großbritannien gereist. Meine erste „richtige“ Reise nach England und Schottland jährt sich in diesem Monat. Bereits 1983 hatte ich von der belgischen Küste eine Tagesfahrt nach London unternommen. Zwei Jahre später, einige Monate vor meinem Abitur, ging es dann für knapp 14 Tage nach London, Inverness und Stratfort-on-Avon.
Das Durchblättern meines Reisejournals lässt Erinnerungen wachwerden.
Es war eine ganze andere Zeit. Wir waren in einer kleinen Gruppe unterwegs: elf Schüler (darunter drei Schülerinnen) und ein Lehrer. Die Konkurrenz von anderen Reisezielen wie Italien, Frankreich und Griechenland war wohl zu stark. Nur die Fahrt in die DDR, die nur wenige Jahre später zu existieren aufhörte (was damals kaum jemand für möglich gehalten hätte), hatte ähnlich wenig Teilnehmer.
Der Bau des Kanaltunnels war damals noch nicht einmal begonnen worden. Eine Flugreise wäre zu teuer gewesen. Also fuhren wir mit der Bahn nach Ostende und setzten mit einem Jet Foil Boot über. Diese Verbindung gibt es heute nicht mehr. Die Preise, die in meinem Bericht detailliert aufgeführt werden, klingen heute lächerlich gering. 3.30 Pfund für den Eintritt bei Madame Tussauds war damals ein gesalzener Preis. Heute muss man mindestens zehn Mal so viel bezahlen.
Typisch für die Zeit der Kampf mit den Münztelefonzellen. Bis man endlich in die Heimat durchgedrungen war, wusste niemand dort, dass man am Reiseziel angekommen war. Ein Selfie in den Sozialen Netzwerken vor der Tower Bridge oder Buckingham Palace – unthinkable!
Die Reise hat mir großen Spaß gemacht und hat sicher zu meiner Liebe zu England und Großbritannien mitbegründet. Begleiten Sie in den nächsten Tagen einen 19-jährigen Abiturienten auf seinen ersten Schritten durch das Vereinigte Königreich. In den nächsten Tagen veröffentliche ich nach und nach die – nur leicht überarbeiten – Einträge aus meinem Reisejournal.
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