Archiv: Februar 2001 – Mai 2001

Glückwunsch Majestät: Die Queen wird 75

Am 21. April vollendete die Queen das 75. Lebensjahr. Da der Geburtstag
offiziell im Juni gefeiert wird, war der Tag für die Königin fast wie jeder
andere. Von der Familie war nur ihr Mann, Prince Philip, auf Schloss Windsor
anwesend, ihre Enkeltöchter Beatrice und Eugenie und Prince Edward schauten
vorbei. Die Queen Mother weilte in London, Enkel William rief sie aus Südafrika an, der Rest der
Familie war über das ganze Land verstreut. So spottete der Daily Express
"Throne alone" in Anspielung auf den Film "Home alone"
("Kevin allein zu Haus"). Zu ihrem Ehrentag gönnte sich die Queen
einen Ausritt mit ihrem Stallmeister. Ein ganz großes Jubiläum wird im
kommenden Jahr gefeiert: das goldene Thronjubiläum. 1952 folgte sie ihrem Vater
auf den Thron. Anzeichen, dass sie die Krone an ihren Sohn Charles abgibt,
gibt es keine. Es wäre sogar denkbar, dass sie den Rekord von Königin Viktoria
einstellt, die 64 Jahre lang auf dem britischen Thron saß. Allenfalls wird
Thronfolger Charles ihr künftig einige Aufgaben abnehmen dürfen. Ein weiterer
runder Geburtstag steht am 10. Juni an: dann wird Prince Philip 80. Die Queen
will ihm mit mehreren Feiern für seinen Einsatz danken.

Osterurlaub

Charles und Camilla Parker Bowles (53) durften zu Ostern erstmals offiziell
zusammen Urlaub machen. Das Paar verbrachte Ostern im Ferienhaus der
Königinmutter in Schottland. Der gemeinsame Aufenthalt sei von der Queen Mum
angeregt und von der Königin "abgesegnet" worden.

Sophies Welt

Zuviel Öffentlichkeitsarbeit betrieb bekanntlich Sophie, Gräfin von Wessex.
Die Frau des jüngsten Sohn der Queen, die eine PR-Firma leitet, hatte sich im
Londoner Dorchester Hotel mit einem als arabischer Scheich getarnten
Journalisten getroffen, der vorgab, PR-Beratung zu benötigen. Die Gräfin
machte in dem Gespräch, das der Journalist unerlaubt mitschnitt, zahllose
unüberlegte Bemerkungen. Um die Veröffentlichung zu verhindern, gab Sophie der
Zeitung "News of the world" ein Exklusiv-Interview. Das Interview
erschien unter der peinlichen Überschrift "Mein Edward ist nicht
schwul". Ihre Ehe sei kein Schwindel. Kinder seien ihr sehr wichtig, wenn
sie nicht auf natürlichem Wege schwanger würde, würde sie sich einer
Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen.

Obendrein
brach die Zeitung ihr Versprechung, das erste "Interview" dafür nicht zu drucken.
Und so konnte alle Welt lesen, was Sophie über ihre königliche Verwandtschaft
und einige Politiker denkt. So bezeichnete sie die Frau von Premierminister
Blair als "absolut scheußlich", Blair selber ignoriere die
Landbevölkerung und versuche, als Präsident zu wirken, Oppositionsführer
Hague wirke wie eine "Puppe", John Major sei "hölzern". Der
Haushalt der Labour-Regierung sei Quatsch, die Steuerbelastung für den
einfachen Bürger sei in den letzten Jahren enorm gewachsen. Blairs
"spontanes" Statement nach dem Tod von Diana sei einstudiert gewesen.
Die Königin nannte sie eine "alte Tante". Thronfolger Charles wirke
zu steif, obwohl er privat sehr witzig sei – vor allem zu seinen Söhnen.
Außerdem sei er seiner Zeit weit voraus. Solange die Queen Mother lebe, könne
er Camilla nicht heiraten. Außerdem machte sie wenig schmeichelhafte
Bemerkungen über Diana. "Sophiegate" titelten die Zeitungen
sofort. 

Nach Äußerungen von Staatssekretär ("Die Royals sind alle ein bisschen
verrückt") stellte sich Premierminister Blair hinter die Familie. Die
Queen schaltete sich selbst in die Krise ein und veranlasste ihre
Schwiegertochter zu einem Schritt, den sie sich bisher hartnäckig weigerte zu
tun, nämlich ihre PR-Karriere sofort zu beenden. "Es gibt eben keine
Teilzeit-Royals", wurde ein Palastsprecher zitiert.

Fergie lobt die Queen

Sarah, Herzogin von York, nannte dagegen die Königin die "beste Oma der
Welt". In einem Interview zum Muttertag mit dem Sunday Telegraph beschreibt
sie die Queen als ihr "Idol" und sagt, "Ich schaue zu ihr auf.
Sie ist die beste Frau, die ich kenne. Ihre Majestät hat einen wunderbaren Sinn
für Humor. Sie liebt es zu singen. Sie ist die belesenste Frau der Welt und ist
wunderbar mitfühlend und äußerst verständnisvoll. Sie vergibt leicht. Sie
steckt ihre Nase nicht in Dinge. Sie lässt dir freie Hand, aber weiß immer
Bescheid." Der unerwartete Lobgesang schließt mit der Bemerkung "Ich
hatte die beste Schwiegermutter. Ich schicke ihr immer etwas zum Muttertag –
eine Karte und einen kleinen Blumenstrauß. Ich liebe sie unendlich."
Weniger nett findet sie ihren Schwiegervater und seine "grausamen
Kommentare".

Ehrung für Joanne K. Rowling

Die Schöpferin von Harry Potter bekam aus der Hand von Prinz Charles den
Order of the British Empire (OBE). Näheres im Daily
Prophet
.

Edwards Firma macht endlich Gewinn

Ardent Productions, die TV-Produktions-Gesellschaft von Prince Edward machte
nach sieben Jahren erstmalig Gewinn: 30 000 £ vor Steuern.

Charles feiert

Mit einem exklusiven Abendessen im St. James’s Palace bedankte sich der
Thronfolger bei Prominenten für die Unterstützung seines 25 Jahre alten "Prince’s
Trust". Sänger Elton John lobte den Prinzen: "Er tut so viel Gutes
für so viele junge Leute. Er hat das Herz auf dem rechten Fleck, und wir alle
helfen ihm, weil wir wissen, dass das Geld an die richtigen Leute geht."

Die schnelle Anne

Wieder einmal wurde Prinzessin Anne wegen Geschwindigkeitsübertretung zur
Kasse gebeten. Im August wurde sie mit 93 Meilen pro Stunde auf einer Strecke
gestoppt, auf der nur 70 Meilen erlaubt sind. Anne gab an, sie habe geglaubt,
von einem Polizeifahrzeug zu der zügigen Fahrt aufgefordert worden zu sein. Nun
muss sie 430 £ Strafe zahlen.

Auch die Queen muss Kursverluste hinnehmen

Ihre Getmapping.com-Aktien fielen um 94% und sind nur noch 67 000 Pfund
wert, über 900 000 Pfund waren es beim Kurshöchststand. Allerdings hatte
sie auch nur 50 000 £ dafür gezahlt.

Mäusealarm in Buckingham Palace

In der Küche des königlichen Palastes wurden drei der grauen Nager
entdeckt. Der Palastinspektor rief die Kammerjäger herbei und gab ihnen eine
Woche, die Mäuse aufzuspüren und zu vernichten. Sollten sie nicht erfolgreich
sein, wird die Küche geschlossen, und das, vermutete das Massenblatt
"Sun", würde die Queen dazu zwingen, nach Windsor Castle
auszuweichen, weil sie sonst nichts Warmes zu essen bekäme. Ein Palastsprecher
versuchte, die Angelegenheit herunterzuspielen. "Wir reden hier über sehr
geringe Zahlen. Nur drei Mäuse wurden gesichtet und das ist alles andere als
eine Plage. Absolut keine Anzeichen für die Anwesenheit von Ratten wurden
gefunden."

William out in Africa

Anfang März brach Prince William zu einem drei Monate langen Trip nach
Afrika auf, eine weitere Phase seines "Gap
years
". Der genaue Verlauf der Reise wurde nicht bekannt gegeben, ist
gibt keinen Fototermin für die Presse. Vermutlich wird William von Mark Dyer,
früher Stallmeister von Prinz Charles, begleitet. Die Reise ist privat
organisiert und soll eine Safari und ein erzieherisches Projekt umfassen. Vor
der Reise verdiente sich William etwas Taschengeld auf einer Milchfarm in
Südwest-England, auf der er ein Monat arbeitete. Für 4.70 £ (ca. 15 DM) pro
Stunde stand er um 5 Uhr morgens auf, melkte Kühe, stapelte Heuballen und
pflügte Felder – und das 12 Stunden am Tag. William hatte sich den Job selbst
ausgesucht. Auf seiner Afrikareise wird er nach Presseberichten Südafrika, Botswana,
Swasiland und Namibia besuchen. Auf der Safari wird der Prinz nur mit seiner
Kamera schießen, sagte eine Sprecher des St. James’s Palace.

Die geplante Reise seiner Tante – Prinzessin Anne – nach Tibet platzte
hingegen auf Intervention des Auswärtigen Amtes. Man befürchtete, durch die
Reise würde Chinas Herrschaft in Tibet anerkannt. Anne wollte die Reise im
Rahmen ihrer Arbeit für die Save the Children Stiftung unternehmen.

MKS und BSE im UK

Prince Charles verteidigte in einem Interview mit dem Daily Telegraphy die
organische Landwirtschaft auf seinem Gut in Highgrove: "Es ist gesünder
für den Boden und die Menschen, die die Nahrung essen. … Ich wollte beweisen,
dass es wirtschaftlich sein kann, gut schmeckende Lebensmittel auf gesundem
Boden, der durch natürliche Mittel fruchtbar gemacht wurde anzubauen – und das habe
ich." Sein Farm-Manager sagt: "Wenn er nicht der Prince of Wales
wäre, denke ich, wäre er vielleicht gerne Bauer geworden." In dem
Interview greift der Prinz die Globalisierung an und wirbt dafür, sich an
lokale Produkte zu halten.

Charles wurde unterdessen als "herzlos" bezeichnet. Trotz der
Maul-und-Klauen-Seuche kassiere er von seinen Pächtern in Cornwall zwei
Millionen Pfund Pacht. Andererseits spendete er 500 000 Pfund für Hilfswerke
der Bauern und versprach seinen Pächtern Zahlungsaufschub.

Der Sunday Times zufolge hält der Prinz die Massentötung von gesunden
Tieren für unvernünftig und habe sich für ein Impfprogramm ausgesprochen.

Bei seinem Kanadabesuch durfte Charles keine Farmen besuchen. Charles will
bei dem Besuch noch einmal seine Ablehnung von genmanipulierten Lebensmitteln
deutlich machen.

Neue Hofmalerin

Elizabeth Blackadder, 68, wurde als erste Frau zur Painter Laureate, ernannt.
Dieser – ehrenamtliche – Posten wurde vor 300 Jahren von den Stuarts in
Schottland eingerichtet. Mrs. Blackadder ist bisher für Gemälde von Katzen
berühmt; ob sie künftig Corgis porträtieren wird, ist offen.

Erster öffentlicher Auftritt von Prinz William und Camilla 

Am 7. Februar waren nicht nur Prinz Charles und Sohn William Gast eines
Empfangs in Somerset House, sondern auch Camilla Parker Bowles. Interessanter
für William war sicher die Anwesenheit von Claudia Schiffer, Geri Halliwell und
Kylie Minogue. Der lockere und freundliche Auftritt von Prinz William auf der
Party der Press Complaints Commission (eine Kommission, die Verletzungen des
Persönlichkeitsrechts prüft) wurde von den Tageszeitungen gelobt. 

Sorge um die Gesundheit von Prinzessin Margaret

Margaret soll sich in einem Zustand tiefer Depression befinden und sich in
ihrer Privatwohnung im Kensington Palace zurückgezogen haben. Ihre Mutter, die
Queen Mum, verliert offenbar die Geduld mit ihr. Wie berichtet wurde, soll sie
gesagt haben, Margaret solle sich "zusammenreißen". Die
Königinmutter erholte sich überraschend schnell von einem Sturz.

Über ihren derzeitigen Gesundheitszustand liest man unterschiedliche
Informationen: Inzwischen habe sich Margaret von einem vermuteten zweiten Schlaganfall erholt
und habe schon wieder in einem Restaurant im Londoner West End gespeist. Ein
anderes Blatt schreibt, Margaret sei nach dem Schlaganfall fast erblindet und
laufe ständig in ihrer Wohnung gegen Möbel.

Queen ordnet Revision in den königlichen Residenzen an

Nach der Verhaftung von Paul Burrell, dem ehemaligen Butler und Vertrautem
von Prinzessin Diana, der wertvolle Gegenstände aus dem Nachlass von Diana
entwendet haben soll, ordnete die Königin eine Untersuchung an, ob das Inventar
in ihren privaten Residenzen noch vollständig ist. Zeitungsberichten zufolge
beschlagnahmte die Polizei 60 Plastiksäcke mit Designerkleidung, Schuhen,
Hüten und Schmuck aus Burrells Privatwohnung. Prinzessin Margarets Butler,
Harold Brown, der auch unter Verdacht steht, in Kensington Palace gestohlen zu
haben, ist mittlerweile wieder gegen Kaution auf freiem Fuß. Margaret soll
ihren Butler so vermisst haben, das er inzwischen wieder bei ihr arbeiten darf.

Nicht ladylike

benahm sich im Januar Zara Philipps, die 19-jährige Tochter von Prinzessin
Anne. Sie stritt sich bei einer nächtlichen Kneipentour in Oxford mit ihrem
Freund, dem Jockey Richard Johnson, der ihr vorwarf mit einem Kollegen geflirtet
zu haben. Johnson soll Zara zu Boden gestoßen haben, die darauf hysterisch geschluchzt
habe. Das Paar habe geschrieen und geflucht, so dass die Polizei gerufen werden
musste, berichtete die englische Klatschpresse.

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