Archiv: Januar 1999 bis Februar 1999

Der Queen geht’s um die Wurst

Um Würstchenverkäufer vertreiben zu lassen, hat Königin Elizabeth
die Polizei eingeschaltet. Der Gestank durch die Straßenhändler direkt vor dem Tor von
Buckingham Palace sei unerträglich, findet die Queen. Es gehe um einzelne Händler ohne
Lizenz, meist Einwanderer aus Osteuropa, die in Lieferwagen unterwegs seien und Zwiebeln
braten, sagte Polizei-Inspektor David Dance. Besonders Prince Andrew habe unter den
Frittieröl-Schwaden zu leiden, da sein Zimmer an der Vorderseite des Palastes liegen.

Queen Mum wieder ok

Es war nur ein kurzer ambulanter Eingriff, doch ihre zahlreichen
Fans hielten kurz den Atem an: Queen Mum, die Mutter von Königin Elizabeth II., musste
sich im Krankenhaus einer Nasenoperation unterziehen. Wegen ständigen Nasenblutens wurde
eine Ader verödet. Die Patientin sei wohlauf, hieß es gestern.

Fototermin von Charles und Camilla

Prinz Charles und Camilla Parker Bowles haben sich zum ersten Mal
gemeinsam ablichten lassen. 150 Fotografen standen vor dem Ritz-Hotel in London, als das
Paar sich in der Öffentlichkeit zeigte. Wenige Minuten vor Mitternacht erschien das Paar
an einem Nebenausgang und begab sich im Blitzlichtgewitter mit strahlenden Gesichtern zum
bereitstehenden Wagen. Charles drehte sich dabei kurz um und legte einen Arm um seine
Freundin. Obwohl die Beziehung der beiden seit geraumer Zeit bekannt ist, vermieden sie es
bislang, sich zusammen bei Veranstaltungen sehen oder gar fotografieren zu lassen. Auch
wenn die Szene nur wenige Sekunden lang dauerte, sahen Beobachter des Hofes darin einen
Versuch, Camilla nun auch offiziell an Charles Seite zu stellen.

Königliche Hochzeitsglocken

Prinz Edward und seine langjährige Freundin Sophie Rhys-Jones gaben
Anfang Januar ihre Verlobung bekannt. Nach dem Willen des Paares soll die Heirat ohne
großen Pomp im kleinen Kreis auf Schloss Windsor stattfinden. Die Queen und Prinz Philip
zeigten sich "hocherfreut" über die Entscheidung. Der Heiratsantrag des Prinzen
habe sie "einen Augenblick lang überrascht", erklärte Rhys-Jones vor der
Presse mit Verlobungsring in Weißgold und herzförmigen Diamanten besetzt (von Asprey
Garrard) im St. James Palace. "Ja, bitte", habe sie dann geantwortet. Ihren
Verlobten nannte sie "meinen besten Freund". Die 33 Jahre alte
Public-Relations-Beraterin, die äußerlich an Prinzessin Diana erinnert, gilt als
kamerascheu. Sie ist seit fünf Jahren mit Edward befreundet und bewohnt bereits Räume im
Buckingham Palace. Trotzdem habe sie und der Prinz nicht zusammengelebt, wie sie betonte.
Edward und Sophie haben sich 1993 bei einem Tennismatch kennen gelernt, der Druck, dass
eine Heirat nicht wie seinen Geschwistern scheitern soll, hat vermutlich dafür gesorgt,
dass beide sich bis zur Verlobung so viel Zeit ließen. Beide wollen ihren beruflichen
Karrieren weiterhin nachgehen. Prinz Edward leitet eine Fernsehproduktionsfirma, Miss
Rhys-Jones ist Mitinhaberin einer PR-Beratungsfirma.

Die Queen’s Gallery wird erweitert

Die Queen hat ihre Zustimmung zu Plänen einer Erweiterung der
Queen’s Gallery gegeben. Für 15 Millionen £ soll die Fläche der Galerie vervierfacht
werden. Die Kosten dafür sollen durch Eintrittsgelder für den Buckingham Palace und
Schloss Windsor bestritten werden. Zum goldenen Thronjubiläum der Queen im Jahre 2002
sollen die Arbeiten beendet sein, so dass Besucher immer einen Blick auf 5 000 der
500 000 Kunstobjekte der Königin, darunter Werke von Leonardo da Vinci, Canaletto,
Van Dyck und Fabergé, werfen können.

Queen Mum half, einen Spion dingfest zu machen

Es ist zwar schon eine Weile her, jetzt wurde es aber erst bekannt,
dass die Queen Mum half, einen deutschen Spion dingfest zu machen. Im Winter 1917/18 hielt
sich die Königinmutter, damals noch Elizabeth Bowes-Lyon, bei ihrer Schwester Rose auf.
Im Nachbarhaus wohnte ein Zahnarzt. Da die Wände  sehr dünn waren, bekamen beide
mit, dass der Zahnarzt seine Patienten (Soldaten und Marinesoldaten) nach der Behandlung
betrunken machte und ausfragte. Die beiden meldeten ihre Entdeckung den Behörden, die den
Mann verhaften ließen. Sie ließen ihn bald aber wieder frei, um Falschinformationen an
die Deutschen zu bringen.

Gelehriger Prinz wird vielleicht in Cambridge studieren

Es scheint so, als ob Prince William wie sein Vater am Trinity
College, Cambridge studieren wird. Wenn seine Noten in Englisch, Geographie und Geschichte
gut sind, und danach sieht alles aus, könnte im Sommer die Entscheidung für Cambridge
fallen. Der Prinz sei begabt, gut ausgebildet und zeige eine Neigung für die
Wissenschaften. Die Familie seiner Mutter dagegen, bevorzuge Oxford, heißt es. Möglich
sei auch, dass William nach Eton erst einmal ein freiwilliges Jahr in Übersee ableistet.
Weiteren Spekulation zufolge wird William mit königlichen Traditionen brechen und nicht
zur Marine gehen, sondern in den diplomatischen Dienst treten.

Andrew bleibt in der Navy

Prinz Andrew bleibt in der Marine und erhält einen neuen, höher
dotierten Posten. Letztes Jahr hatte Andrew angedeutet, die Navy nach 20 Jahren verlassen
zu wollen. Der neue Posten in der Diplomatie-Abteilung und das Fehlen eines eigenen
Familienlebens sollen ihn umgestimmt haben. Seine Eltern zeigten sich über die
Entscheidung ihres Sohnes "hoch erfreut".

William allein zu Haus

Es ist ganz wie in normalen Familien. Der 16-jährige Prinz William
hat keine Lust auf Familienurlaub im Schnee und will lieber "sein eigenes Ding mit
Freunden machen", berichten britische Hofberichterstatter. Vater und Thronfolger
Prinz Charles reiste deshalb zum Skiurlaub in Klosters nur mit seinem 14-jährigen Sohn
Harry.

Man zeigt nicht mit dem Finger …

Die Queen besuchte den Sultan von Brunei, der bekanntermaßen
um ein Vielfaches reicher ist, als die Königin. Obwohl eine Liste mit den
lokalen Gebräuchen   unter den britischen Gästen verteilt wurde,
verstieß Prince Philip gleich gegen Punkt eins der Liste: zeige mit dem Daumen,
nicht mit dem Zeigefinger. Dem Herzog von Edinburgh unterlief der Fauxpas als er
mit der Frau des Sultans sprach und mit seinem Zeigefinger gestikulierte.

Waghalsige Klettertour

Ohne zweites Sicherungsseil, Stiefel und Helm seilte sich
Prince Harry in Wales von einer 59 Meter hohen Felswand ab. Prince Charles hatte
mit seinem Sohn und Tiggy Legge-Bourke ein ernstes Wort. Das ehemalige Kindermädchen
hatte die Tour organisiert.

Die Beliebtheit von Prince Charles steigt

Seit dem Tod von Prinzessin Diana ist die Popularität von
Prince Charles stark gestiegen, liegt aber noch weit hinter der seiner Mutter
zurück. Im August letzten Jahres waren 46 % mit ihm unzufrieden, heute sind 63
% mit ihm zufrieden, nur noch 24 % sind es nicht. Damit hat er ähnlich positive
Werte wie Premierminister Blair. Noch besser schnitt die Queen ab: 73 % sind mit
ihrer Amtsführung zufrieden, nur 18 % nicht.

Happy Birthday, Queen Mum

Mehrere Tausend Gratulanten warteten am 4. August vor
Clarence House, als die Königinmutter sich an ihre 98. Geburtstag auf ihren
traditionellen Walkabout durch die Massen machte. Sie trug ein hellgelbes Kleid
war sie nach ihrer Hüftoperation wieder ganz die Alte. Viele Menschen hatten
Stunden vor dem Palast gewartet, einige sogar übernachtet, um einen möglichst
guten Blick auf die Queen Mum zu haben. Zum Mittagessen kamen ihre beiden Töchter,
Prince Charles mit Söhnen, die Töchter von Prince Andrew und Zara Phillips,
Prinzessin Annes Tochter, die sich Gerüchten zufolge ihre Zunge piercen ließ,
aber während des Fototermins ihren Mund nicht aufmachte.

Burger Queen

Das hatte es noch nicht gegeben: die Königin fuhr mit
ihrer Limousine vor einem McDonald’s Drive-in vor. Wenn sie auch nicht das Lokal
betragt, begrüßte sie doch das Personal, das sich auf dem Bürgersteig
versammelt hatte. Sie besichtigte stattdessen eine Kaffeestube und ein Kücheneinrichtungsgeschäft.
Weiter ging es zu einem Sportartikelgeschäft, wo sie einen Pullover bewunderte,
der er für Prince Philip geeignet schien. Gekauft hat sie aber nichts.

Königliches Theater

Zu  50. Geburtstag ihres Vaters führten Prince
William und Prince Harry ihre Version von Blackadder auf. Mit ihnen stand Emma
Thompson und Stephen Fry ("Peter’s friends") auf der Bühne. Prince
William spielte den Intriganten Edmund Blackadder, sein Bruder übernahm die
Rolle des einfältigen Baldrick. Der Star der Fernsehserie, Rowan Atkinson (Mr.
Bean), war bei der Aufführung anwesend. Unter den Zuschauern ferner: Prince
Andrew, Prinzessin Anne, Prince Edward, der Ex-König von Griechenland, Freunde
der jungen Prinzen – und Camilla Parker Bowles. Ursprünglich wollte die jungen
Prinzen ihren Vater mit der Aufführung überraschen, doch die britische Presse
hatte ihre Pläne veröffentlicht. Die beiden Prinzen reagierten mit Verärgerung
auf die Enthüllung.

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