Archiv: Januar 2000 bis Mai 2000

"Königlicher Clown"?

Laut "Mr. Blackwell" gehört die Königin zu den
am schlechtesten gekleideten Frauen. Sie sehe aus wie ein "Weihnachtsbaum
aus dem Palast" oder ein "königlicher Clown". Dabei haben die
Royals erst kürzlich Lob aus berufenem Mund erhalten. Modedesignerin Vivienne
Westwood meinte, Queen Elizabeth und ihre Mutter seien "fantastisch
gekleidet. – Allein diese tollen Hüte! Ich glaube fast, das ist ein Trick der
Windsors, sich so zu kleiden, dass man sie gleich erkennt. Diese Leute sind
nicht dumm." Der Times ist aufgefallen, dass die Queen in jüngster Zeit
gewagtere Outfits trägt. Zwar stammen ihre Kleider weiterhin von den beiden
Firmen Hardy Amies und Karl Rehse. Doch bis vor fünf Jahre war die fast
neunzigjährige Margaret MacDonald im Palast für ihre Garderobe zuständig. Nun
sind die Mitarbeiterinnen der Queen gerade einmal Mitte 30. Was meinen Sie? Ist
der Kleidungsstil der Queen wirklich geschmacklos? Stimmen Sie ab bei unserer
Frage des Monats.

(Ex-)Königliches Kaufhaus

Harrods, das exklusive Kaufhaus von Mohamed Al Fayed,
verliert zum Ende des Jahres den Titel Hoflieferant des Herzogs von Edinburgh.
Außerdem wird Harrods auch wohl nicht mehr länger Hoflieferant der Queen und
von Prince Charles bleiben. Harrods wird die Wappen an Hausfront abmontieren und
auch von den traditionellen grünen Harrods-Plastiktüten entfernen müssen. Die
Beziehungen zwischen der Königlichen Familie und der von Al Fayed sind sehr
frostig seit dem Tod von Prinzessin Diana. Al Fayed hat mehrfach angedeutet,
dass Prince Philip für den "Anschlag" auf Dodi und Diana
verantwortlich sei. Ein Sprecher von Harrods sagte, man erwarte keinen
Verkaufsrückgang durch den Verlust des Status als "Hoflieferant". Der
Titel habe nicht mehr die Zugkraft wie früher. 

Königlicher Pudding

Die Lebensmittelkette Tesco erhielt für das
Weihnachtsfest den Zuschlag, den traditionellen Christmas Pudding für die 1411
Angestellten zu liefern. Die Queen wirkte persönlich bei der Auswahl mit. Unter den
Puddings, die zur Auswahl standen, war der von Tesco zu 7.75 £ der
preisgünstigste; das Exemplar
vom Hoflieferanten Harrods dagegen sollte 17,95 £ kosten. Außerdem wurde der
Königin ein großzügiger Rabatt von knapp 2000 £ gewährt. Obendrein forderte
die Queen noch die ihr zustehenden Treuepunkte im Wert von £ 90 ein, die sie für ein Obdachlosenprojekt spendete. Die Königin selbst kam nicht in den
Genuss des Tesco-Puddings, wie jedes Jahr aßen die Royals die vom Personal in
Sandringham zubereitete Nachspeise. 

Königliches Silvestern

Mit einem umfangreichen Programm beendete die Queen das
Jahr 1999. Für den Silvesterabend kehrte die Königin von Sandringham nach
London zurück. Zunächst besuchte sie ein Obdachlosenheim, anschließend einen
Gottesdienst in der Southwark Cathedral und dann eine Party im Millennium Dome
(Lesen Sie dazu auch bitte meinen Reisebericht).
Um Mitternacht wurde auf der Party, die nicht gerade ein Highlight war, das
traditionelle "Auld Lang Syne" angestimmt. Dabei überkreuzt man die
Arme und hält die Nachbarn an den Händen. Anscheinend war die Königin von der
Aktion etwas überrascht, ergriff dann doch die Hand ihres Mannes und
Premierminister Blairs, verzichtete aber auf das Überkreuzen. Dann ging es
wieder zurück nach Sandringham, wo sie um 3 Uhr morgens eintraf. Dort wartete
schon ihre Mutter auf sie, die in Gesellschaft von Prinzessin Margaret bereits
auf das Neue Jahr mit Gin angestoßen hatte. Prince Charles verbrachte den
Silvesterabend auf seinem Landsitz Highgrove zusammen mit Camilla Parker Bowles
und exklusiven Gästen wie den Bischof von London. Das Weihnachtsfest hatte
Charles auf Camilla verzichten müssen, da die Queen noch einmal ganz deutlich
gemacht hatte, dass sie Parker Bowles niemals sehen möchte. Prince William und
Harry feierten Silvestern zusammen mit ihrer Cousine Laura Fellowes auf
Sandringham.

Königliche Spende

Prince Edward arbeitet an seinem Image. 500 000 £
aus dem Erlös an dem Verkauf  der Übertragungs- und Videorechte an der
Hochzeit der Wessexs gehen an wohltätige Organisationen. Außerdem lässt der
Earl of Wessex seine Pläne an einem Drama über seine Großmutter fallen.
Stattdessen will seine Firma Ardent mehr Programme, die nichts mit den Royals zu
tun haben, produzieren.

Königliche Weihnachtsansprache: Bitte lächeln!

BBC-Verantwortliche baten die Queen vor der Aufzeichnung
ihrer jüngsten Weihnachtsansprache ab
und zu beim Verlesen ihrer Botschaft zu lächeln. Einer der TV-Leute meinte:
"Es ist schon frustrierend, sie unmittelbar vor der Aufzeichnung lachend
und scherzend mit der Kamera-Crew zu sehen und dass sie dann, sobald die Kameras
laufen, so steif wird." Einmal klebten BBC-Verantwortlichen an eine Kamera
einen Zettel mit der Aufschrift "Bitte lächeln".

Königlicher Terminkalender

Der Terminkalender der Queen ist im Jahr 2000 besonders
voll. Nach einem geschäftigen Silvestertag (siehe oben) hat sie zwar auf
Sandringham etwas Ruhe bis zum 7. Februar. Dann aber steht der Staatsbesuch von
Königin Margarethe von Dänemark auf dem Programm. Sie selber besucht
Australien im März (weiterhin als Staatsoberhaupt) und im Oktober Italien, wo
sie sich mit dem Papst trifft.

Königlicher Stolz

In einer prunkvollen Zeremonie, die live im Fernsehen
übertragen wurde, zollte die Queen ihrem Sohn
Respekt für seinen Engagement im Prince’s Trust:
"Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um dir zu sagen, Charles, wie stolz
ich bin, auf all das, was du mit dem Trust erreicht hast und wie du diese
Organisation inspiriert hast." Dafür bekam der Trust die Royal
Charter. 

Königlicher Geburtstag

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: einige
Details zur Feier des 100. Geburtstags der Queen Mother im August sind bereits
bekannt gegeben worden: Die Trommeln und Pfeifen der Black Watch werden zu
hören sein, außerdem soll es einen Dankgottesdienst in der St. Paul’s
Cathedral geben. Weitere Details sollen im Frühjahr veröffentlicht werden.
Eine Gedenkmünze wurde bereits vorgestellt. Auf der Vorderseite die Queen
Mother, auf der Rückseite ihre Tochter, die amtierende Queen.

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