Archiv: Juni/Juli 2000

Queen Mum saß auf dem Trockenen

George Carey, der Erzbischof von Canterbury, hatte es verschuldet. Als sich 500
Gäste erhoben, um mit ihr – dem Ehrengast – anzustoßen, musste die Königinmutter
feststellen, dass ihr Glas fehlte. Dr. Carey hatte es versehentlich in der Hand.
Mit scharfen Auge erkannte sie sofort die Situation und sagte resolut "Das
ist meins". Carey errötete, allgemeines Gelächter und eine Entschuldigung
des Bischofs waren zu vernehmen. Die Verwechselung passierte, nachdem die
Königinmuter eine kurze Dankesansprache für die guten Wünsche und die beiden
Gemälde, die ihr die Stadt London zum Geburtstag überbracht hatte, beendet
hatte.

Toast auf William

Die Königliche Familie und 700 Freunde tranken auf das Wohl von Prince
William an seinem Geburtstag am 21. Juni. Doch das Geburtstagskind selber
büffelte in Eton für seine Prüfung, während in Windsor Castle zu drei
Live-Bands und in einer Disko bis 2 Uhr morgens getanzt wurde. Die Party wurde
von der Queen ausgerichtet zu den runden Geburtstagen der Queen Mother (100),
Princess Margaret (70), Princess Anne (50) und Prince Andrew (40). Für
die Königinmutter wurde ein Ständchen gesungen: "A nightingale sang in
Berkeley Square", ihr Lieblingslied. Das Fest kostete die Queen über 300 
000 DM und begann mit einem Dinner für 80 enge und weiter entfernten
Familienmitglieder. Sarah, Herzogin von York, war noch nicht bei dem Dinner,
ebenso wenig Prince Harry, den man zu jung dafür hielt. Nicht beim Fest
anwesend war Camilla Parker Bowles, die am Vorabend noch zusammen mit Prince
Charles ein Gala-Dinner besucht hatte im Rahmen ihrer Kampagne, ihre Beziehung
zum Thronfolger populär zu machen. Dafür war ihr Ex-Mann, Andrew Parker
Bowles, auf der königlichen Party in Windsor. Mr. Parker Bowles ist weiterhin
ein guter Freund von Charles.

Zu schwere Kleiderschränke verursachen dicke Rechnung

Da die neuen Kleiderschränke (und deren Inhalt) zu schwer waren, mussten in
Buckingham Palace die Decken verstärkt werden. Die Umbaumaßnahmen beliefen
sich deswegen statt auf die veranschlagten £ 51 000 auf mehr als 70 000
£. Das brachte nun der Rechnungsprüfer ans Licht. Ansonsten fiel der Bericht
für die königliche Haushaltsführung sehr gut aus. Seit 1991 ist der
königliche Haushalt für den Unterhalt der königlichen
Paläste
(Buckingham Palace, St James’s Palace, Windsor Castle, Kensington
Palace, Clarence House, Marlborough House Mews und Hampton Court Royal Mews und
Paddocks) selbst verantwortlich; vorher war das Kultusministerium finanziell
verantwortlich. Seitdem sanken die Ausgaben von £ 29 Millionen auf £ 15
Millionen.

Königliche Kleidersammlung

Obwohl die Königin nie einen Preis als bestangezogenste Frau gewonnen hat,
kann man zweifellos behaupten, dass ihre Sammlung zu den größten der Welt
gehört. Wie viele Outfits sie besitzt, kann niemand sagen. Jedes ist mit einem
Etikett versehen und erfasst mit der Angabe, wann es zum letzten Mal getragen
wurde. Zu ihrem Besuch in Australien im Frühjahr nahm die Queen drei Tonnen
Gepäck mit: drei unterschiedliche Outfits pro Tag plus Abendgarderobe,  22
Paar Schuhe und 50 Paar Handschuhe (natürlich weiße). Die Queen wirft
Kleidungstücke selten weg. Einige lässt sie umarbeiten, andere verschenkt sie
an ihre Schwester Margaret. Auf diese Weise sollen einige Kleidungsstücke auch
schon ihr eigenes Silberjubiläum gefeiert haben.

Sarah weist Wiederheirat zurück

Die Herzogin von York verkündete auf einer Party ihres engen Freundes des
Grafen Gaddo della Gherardesca, das eine zweite Hochzeit nicht in Frage komme:
"Andrew und ich leben in dem selben Haus mit den Kindern. Heirat oder
Wiederheirat steht im Moment nicht zur Debatte. Das Wohl der Kinder zählt
allein." Fergie ist seit zwei Jahren mit dem toskanischen Grafen befreundet.
Vertraute des Grafen meinten, sie habe ein Verhältnis mit ihm, nicht mit ihrem
Ex-Mann. Prince Andrew hatte mit einem Interview Spekulationen
über eine Wiederheirat
ausgelöst.

Prince Andrews Tochter geht vorerst nicht auf ein Internat in der Schweiz

Beatrice (11), Tochter von Prince Andrew und Sarah, Herzogin von York, wird
vorerst doch nicht auf ein exklusives Schweizer Internat geschickt. Die Schule
war in die Schlagzeilen geraten, da der Schulleiter zwei Jungen
missbraucht haben soll. Prince Andrew hatte zunächst an der Schule
festgehalten, da er mit besagtem Schulleiter auf das Internat Gordonstoun gegangen
war. Auf Intervention der Queen besucht Beatrice nun St. George’s School in
Ascot, nahe Sunningdale, wo sie mit ihren Eltern wohnt. Auch diese Schule
verfügt über einen ausgezeichneten Ruf. Der Monarch ist gemäß dem Royal
Marriages Act von 1772 mit für die Erziehung der direkten Nachkommen verantwortlich.
Beatrice wäre der erste hochrangige Royal gewesen, der im Ausland ausgebildet
wird.

Fliegen wird für die Royals teurer

Da das britische Verteidigungsminister für Flüge
mit Militärmaschinen
von den Royals statt bisher £ 1 200  nun £ 8 000 pro
Stunde verlangt, steigen diese zunehmend auf normale Charterflüge um
und entlasten so den Reiseetat von £ 9,3 Millionen, der in diesem Jahr kräftig
unterschritten wird.

Mode-Designer reißen sich um Camilla

Donatella Versace und Valentino lieferten bereits Kleidungsstücke für die
Frau an Prince Charles‘ Seite. Nun will auch Vivienne Westwood, nur ein paar
Jahre älter als Camilla, diese einkleiden.

Prince Charles ehrt Mentor

Prince Charles enthüllte eine blaue Plakette an dem ehemaligen Wohnsitz
seines Lieblings-Großonkels Lord Mountbatten im Londoner Stadtteil Belgravia.
Mountbatten war ein Mentor von Prince Charles, als dieser ein Teenager war.
Mountbattten starb 1979 bei einem Bombenanschlag der IRA.

Zwei Damen am Grill

Die Queen und die Lebensgefährtin von Prince Charles, Camilla Parker Bowles,
hatten ein kurzes Treffen bei einem Grillfest zu Ehren des griechischen
Ex-König Konstantin. Camilla machte vor der Königin einen tiefen Knicks, beide
unterhielten sich kurz. Charles soll danach äußerst erfreut gewesen sein. Es
war das erste Treffen der beiden Frauen, seit die Ehe von Charles und Diana
zerbrach. 1998 hatte es die Königin noch abgelehnt, beim 50. Geburtstag des
Thronfolgers anwesend zu sein, da Camilla das Fest ausrichtete. Die Queen macht
Camilla für das Scheitern der Ehe ihres Sohnes verantwortlich. Das Tauwetter
kommt um so überraschender, da die Queen sich noch zwei Wochen vor dem Treffen
beim Grillfest verärgert zeigte, weil Charles seine Gefährtin zu einer Versammlung
der schottischen Kirche nach Edinburgh mitbrachte. Hinter den Kulissen muss
anschließend viel ausgehandelt worden sein und Sir Robin Janvrin, der
Privatsekretär der Königin, hat offenbar zwischen der Queen und Prince Charles
vermittelt. Dazu beigetragen hat auch die Tatsache, dass Prince William Camilla
längst akzeptiert hat. Camilla wurde zwar zur großen Familienparty
in Schloss Windsor am 21. Juni eingeladen, auf der der 100. Geburtstag der Queen
Mother, der 70. von Princess Margaret und der 50. von Princess Anne sowie der
40. Geburtstag von Prince Andrew gefeiert wird, lehnte es aber ab zu kommen, um
den Geburtstagskindern nicht die Show zu stehlen. Überraschenderweise wurde auch
Sarah, Herzogin von York, eingeladen. Eine Heirat zwischen Charles und Camilla
wird derzeit kategorisch ausgeschlossen. Noch. Denn, wenn die Reaktionen der
Öffentlichkeit auf die öffentlichen Auftritte von Charles und Camilla positiv
sind, könnte eine Ehe in Betracht kommen. Allerdings erkennt die englische
Staatskirche, deren Oberhaupt Charles einmal sein wird, Ehen von Geschiedenen
nicht an. Wie seine Schwester Anne, die 1992 in zweiter Ehe Captain Tim Laurence
heiratete, könnte Charles sich nach Schottland wenden. Die Kirche von
Schottland sieht in Ehen von Geschiedenen kein Problem. Aber auch in der
Kirche von England könnte sich dass ändern. Zurzeit wird dort eine Reform debattiert,
die eine Wiederheirat Geschiedener möglich machen soll. Das nächste Problem
wäre dann, dass es nicht akzeptiert würde, wenn Camilla den Titel
"Princess of Wales" bekäme. Charles und Camilla haben also noch einen
langen Weg vor sich …

Eine ganz gewöhnliche Familie: Streit um genmanipulierte Lebensmittel

Auch Royals können unterschiedlicher Meinung sein. Zwar nicht zum Thema
Fuchsjagd, aber beim Thema genmanipulierte Lebensmittel. Der Standpunkt von
Prinz Charles ist bekannt: "Genetisch veränderte Feldfrüchte bringen den
Mensch in einen Bereich, der Gott gehört und Gott allein." Nun haben sich
auch Prinzessin Anne und Prince Philip zu Wort gemeldet. Anne meinte, die
Menschheit habe schon ewig an der Nahrungsproduktion und Pflanzenentwicklung
herumgebastelt, dass es verwunderlich sei, dass Genmanipulationen, die ja nicht
viel anderes seien, so kritisiert würden. Etwas später relativierte sie ihre
Äußerungen. Sie habe sich noch kein Urteil über genmanipulierte Nahrung
gebildet. Wenn man
etwas nicht vorschnell verdamme, bedeute das noch nicht, dass man dafür sei.
Prince Philip, immer an Technologie und Naturwissenschaften interessiert, nahm
wie üblich kein Blatt vor den Mund: "Die Einführung von exotischen Arten
in dieses Land wie das graue Eichhörnchen war weitaus schädlicher als eine
genetisch veränderte Kartoffel." Ob Philip hier nicht Äpfel mit Birnen
vergleicht?

Neuer PR-Berater für Buckingham Palace gesucht

Heiße Kandidaten für den Posten des Image-Beraters am Hof sind zwei
"Spin doctors", die bereits für die "eiserne Lady" Margaret
Thatcher und den konservativen Premierminister John Major gearbeitet haben. Der
derzeitige Berater stieß bei der alten Garden im Palast wegen seiner Nähe zu
New Labour auf Ablehnung und wurde hinter dem Rücken "der Gasableser"
getauft, in Anspielung an seinen früheren Arbeitgeber British Gas.

Prince Philip wieder ins Fettnäpfchen getreten

Der Herzog von Edinburgh, berüchtigt für seine undiplomatischen
Äußerungen, fiel diesmal unangenehm auf der Landwirtschaftsausstellung Royal
Cornwall Show auf. Als man ihm Meeresfrüchte des berühmtesten Fischhändlers
anbot, verzog er das Gesicht zu einer Grimasse und sagte: "Nein. Ich würde
wahrscheinlich den Fisch über alle ausspucken." Die
Angestellte, die den Herzog durch das Geschäft führte, interpretierte seine
Bemerkung mit viel gutem Willen positiv: "Ich denke, er meinte, dass der
Fisch recht bröckelig war und er Angst hatte, ihn auf die Leute zu
verteilen." Ansonsten benahm sich Philip diesmal tadellos zwischen den
Zwei- und Vierbeinern aller Größe und Sorte.

Charles auf Schottland-Tour

Eine Woche reiste der Prince of Wales, der auch den schottischen Titel
"Duke of Rothesay" führt, durch Schottland. Es war eine heikle Tour,
da Schottland ein Jahr nachdem es wieder ein eigenes Parlament besitzt,
zunehmend eigene Wege geht. Doch, so berichtet die Times, war die Reise des
Thronfolgers äußerst erfolgreich. Der Prince gründete einen schottischen
Ableger des Prince’s Trust, der
jugendlichen Arbeitslosen eine Starthilfe gibt und versprach ein Förderer der
Kunst in Schottland zu sein. Höhepunkt war ein rauschendes Fest in
Holyroodhouse, bei dem Tradition und Moderne überbrückt wurden.

Prince Charles‘ brauner Daumen

Kaum hatte Prince Charles, der sich rühmt einen grünen
Daumen zu haben, die gigantische Wasserlilie Victoria amazonica auf der
Chelsea Flower Show
bewundert, bekam sie braune Blätter und fing
an zu welken.

Spätere Hochzeit nicht ausgeschlossen

Prince Andrew hat erneut Spekulationen, er könne Sarah
Ferguson wieder heiraten, ausgelöst. In einem Interview mit dem Magazin Tatler
sagte der Herzog von York, er schließe eine Wiederheirat nicht aus. Andrew und
Fergie leben seit drei Jahren wieder unter einem Dach in Sinninghill Park, Ascot.
Sie nehmen die Mahlzeiten gemeinsam mit ihren zwei Töchtern ein und fahren
zusammen in Ferien. Andrew stellte aber klar, dass derzeit eine zweite Heirat
nicht geplant sei.

Biker Prince

Prince William geht unter die Motorradfahrer. Nach
bestandener Prüfung im April interessiert er sich nun für eine 125cc Kawasaki.
Vermutlich wird William das gute Stück in seinen Ferien im Juni erwerben. Aber
er wird die Maschine nur zu Hause in Highgrove fahren dürfen – mit dem
Anfänger-Zeichen natürlich.

Prince Charles: Kissenschlacht im Pub

Unter den Glückwunschkarten zu ihrem 90. Geburtstag fand
Gwen Amis eine Karte und einen Blumenstrauß von Prince Charles. Er schrieb,
dass ihm seine Zeit im Pleasure Boot Inn, in dem Mrs. Amis Gastwirtin war, in
bester Erinnerung sei. Vor nunmehr 41 Jahren stiegen die
Royals in dem Gasthof ab, weil ihr Quartier unter Wasser stand. An einem Tag
überraschte sie den damals 11-jährigen Charles, wie er sich mit Timothy Buxton
und Philip Knatchbull (heute Lord Romsey) eine Kissenschlacht lieferte. Beherzt
ging die Wirtin dazwischen. Nun schrieb ihr der Prinz: "Sie werden froh
sein, zu hören, dass ich mittlerweile weniger gewalttätig bin, da ich in den
mittleren Jahre stecke."

Prince Charles in Siebenbürgen sehr populär

Seit den frühen 90-er Jahren setzt sich Charles für die
Region, insbesondere für den Erhalt historischer Gebäude ein. Seitdem genießt
"Zee Prinze Charles" in den kleinen Dörfern Siebenbürgen eine
Popularität, von der er im Vereinigten Königreich nur träumen kann.

Ski-Urlaub in Klosters

Anfang April machte Prince Charles mit seinen beiden
Söhnen William (17) und Harry (15) Ski-Urlaub im schweizerischen Klosters. Beim
Fototermin zeigte sich der gegenüber der Presse scheue William erstaunlich
aufgeschlossen. Die Fotos brachten es ans Licht: Inzwischen sind sowohl William
als auch Harry ihrem Vater über den Kopf gewachsen. 

Lunchlose Fastenzeit für Charles

Während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis zum
Ostertag verzichtete Charles auf das Mittagsmahl. Das fiel auf, als er
europäische Chefkochs im Rahmen seiner Promotion-Tätigkeit für britisches
Beef zum Mittagessen eingeladen hatte, selber aber die Fleischtöpfe mied.
Mediziner meinen, dass ein Verzicht auf den Lunch zur Übellaunigkeit führt.

Wird der nächste König George heißen?

Prince Charles soll überlegen, wenn er den Thron antritt,
sich George VII. anstatt Charles III. zu nennen. Der Thronfolger, dessen voller
Name Charles Philip Arthur George ist, Charles erinnere zu sehr an Charles I.,
der 1649 geköpft wurde. Auch die Regierungszeit Charles II. war nicht viel
rühmlicher. Mit der Namensänderung würde Charles dem Beispiel zweier
Monarchen der jüngeren Zeit folgen: Edward VII. (eigentlich Albert Edward) und
George VI. (sein Großvater, George war nur sein 4. Vorname).

Digitale Signatur statt Füllhalter

Im Mai soll die Queen zum ersten Mal ein Gesetz nicht mit
ihrem eleganten "Elizabeth R" unterzeichnen, sondern ein Gesetz mit
digitaler Unterschrift versehen. Passenderweise ist es ein Gesetz über
elektronische Kommunikation, das digitale Unterschriften denselben Wert verleiht
wie auf Papier geschriebenen. Sicherheitshalber – sei es auch nur für die
Bibliothek des Oberhauses – wird die Queen zusätzlich eine gedruckte Fassung
des Gesetzes unterschreiben.

Queen macht Millionen-Geschäft am Neuen Markt

Aus ihrer Privat-Schatulle investierte die Königin Geld
in Internet-Start-Up-Firma Gatmapping.com. Am Ausgabe-Tag schoss der Kurs der
Aktie in die Höhe, dass die Queen £ 900 000 gewann.

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