Donnerstag, 3. Oktober 1985
Wie gehabt um 8.30 Uhr Frühstück. Kein Vergleich zu Mrs. Smith Breakfast. Statt Grapefruit gab es künstlichen Orangensaft, gefolgt von Cornflakes, der Schinken war zu fett. Dazu gab es in Fett getunktes Toastbrot, das nicht jedermanns Sache war. Aber nun Schluss mit der Nörgelei.
Morgens begaben wir uns auf den obligatorischen Touristenweg: Holy Trinity und Grab Shakespeares. Da man In der Kirche nicht fotografieren durfte, musste man auf die Postkarten am Kiosk in der Kirche zurückgreifen. Um einen Blick auf Shakespeares Grab werfen au dürfen, war eine „Spende“ von 20 Pence zu entrichten. Dafür gab es auch ein Blatt mit Informationen über die Kirche.
Am Kiosk erteilte Karen mit Hilfe eines dort feilgebotenen Buches über die königliche Familie Georg Nachhilfe in Sachen britisches Königshaus. Da es regnete, wurden die Miete und die Gebühr für den Minibus von Herrn Schneider in der Kirche eingetrieben. Moralische Zweife1, ob man solche profanen Geldgeschäfte in einer Kirche regeln dürfe, wurden mit dem Hinweis auf den äußerst profanen Kiosk in der Kirche entkräftet.
Nachdem sich der Regen ein wenig gelegt hatte, ging es weiter auf dem Touristengang: Shakespeare-Denkmal, Shakespeare-Zentrum, Geburtsstätte und New Place (späterer Wohnsitz): Die beiden letzten Gebäude wurden nur von außen besichtigt.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Andreas und ich retteten die Ehre der Gruppe und besichtigten Shakespeares Geburtsstätte. Am Beginn der Ausstellung standen einige Ausstellungsstücke in Vitrinen. Einige Stücke erinnerten schon an Vergötzung Shakespeares. Münzen und Gegenstände, die er vielleicht einmal in seinen erlauchten Händen gehabt haben könnte, waren als ausstellungswürdig betrachtet worden. Ferner wurde noch über die Geschichte des Hauses unterrichtet. Im Obergeschoss gab es Möbel zu besichtigen, u. a. des Bett, in dem Shakespeare geboren wurde. Anschließend konnte man sich im Besucherbuch eintragen, Über sechs DIN A4-Seiten stammten allein vom 3. Oktober. Man sieht der National Shakespeare—Trust verdient bei 1,20 Pfunde Eintrittsgebühr gut.
Anschließend begaben wir uns nach New Place und besichtigten es von außen mit Garten.
Shakespeare und Stratford sind untrennbar miteinander verbunden. An jeder Ecke stößt man auf etwas, was an ihn erinnert. So wäre eine Umbenennung des Ortes in Shakespeare-on-Avon durchaus zu rechtfertigen. Unvorstellbar für heute erscheint auch der Satz aus Brave New World: „And a man called Shakespeare. You’ve never heard of him of course.“
Für 18 Uhr war ein Essen, das vorn Wanderetat bestritten wurde, angesetzt. Um 20 Uhr ging es dann, vorbei am Avon, zurück zum Quartier. Es musste wieder gepackt werden, denn am nächsten sollte ja die Abreise stattfinden.
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