Rendezvous mit einer Leiche oder der Tod wartet

Fragen und Gedanken zu den Büchern der Queen of Crime
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cherry
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Rendezvous mit einer Leiche oder der Tod wartet

Beitrag von cherry » 07.11.2018, 15:46

Da ich ja kuerzlich den Film auf ARTE gesehen haben, hatte ich Lust, wieder einmal das Buch zu lesen.
Hier also mein Beitrag.

RENDEZVOUS MIT EINER LEICHE ODER DER TOD WARTET

Wichtigste Personen:
Mrs. Boynton (amerikanische Witwe)
Ginevra Boynton, genannt Jinny (ihre Tochter)
Lennox, Raymond und Carol Boynton (ihre Stiefkinder)
Nadine Boynton (Lennox' Frau)
Dr. Sarah King (Ärztin)
Dr. Theodore Gerard (französischer Arzt für psychische Krankheiten)
Mr. Cope Jefferson (Freund der Familie Boynton)
Lady Westholme (englische Politikerin)
Miss Amabel Pierce (Reiseteilnehmerin)
Hercule Poirot (Detektiv)

Handlung:
Poirot ist in Jerusalem und hört wie Raymond und Carol Boynton folgendes sagen: „Du denkst doch auch, dass sie am besten tot wäre“.
Dr. Gerard und Dr. King lernen sich in einem Hotel in Jerusalem kennen. Sie beobachten die amerikanische Familie Boynton und sehen wie die ganze Familie unter der Fuchtel von Mrs. Boynton, einer ehemaligen Gefängnisaufseherin, steht.
Sarah King lernt Raymond und Carol Boynton kennen. Sie will ihnen helfen, sich von der Stiefmutter zu befreien, dies gelingt ihr aber nicht.
Nadine Boynton will frei sein und bittet ihren Mann Lennox, mit ihr zu gehen. Er möchte, kann aber nicht.
Sarah King sagt Mrs. Boynton ihre Meinung über ihr Verhalten. Diese antwortet, dass sie nie ein Ereignis, einen Namen oder ein Gesicht vergisst.
Sarah King fährt mit Lady Westholme, Dr. Gerard und Miss Amabel Pierce nach Petra. Dort treffen sie auf die Familie Boynton. Raymond erklärt Sarah, dass er sich in sie verliebt habe.
Am Nachmittag fordert Mrs. Boynton überraschenderweise ihre Familie auf, ohne sie einen Spaziergang zu machen. Dabei trifft die Familie auf Mr. Cope, Sarah King und Dr. Gerard.
Alle versammeln sich später zum Abendessen. Ein Diener wird geschickt, Mrs. Boynton zu holen. Sarah folgt ihm und stellt fest, dass Mrs. Boynton tot ist.
Oberst Carbury zieht Hercule Poirot zum Fall zur Rate. Dr. Gerard hat nämlich den Verdacht, dass Mrs. Boynton mit Digitoxin ermordet worden sei, das aus seinem Medikamentenkoffer gestohlen worden war.
Poirot beginnt mit der Befragung der Leute. Dann lässt er alle Personen versammeln und klärt den Fall auf. Der Mörder begeht Selbstmord.

Rezension:
Bei diesem Roman handelt es sich um einen klassischen Hercule-Poirot-Roman und kann deshalb auch einem Neueinsteiger in die Christie-Krimis gut empfohlen werden.
Zuerst werden die handelnden Personen im Detail beschrieben und vorgestellt, dann geschieht ein Mord. Hercule Poirot beginnt mit der Befragung der Leute und rein daraus kann er den Fall aufklären. In diesem Roman sind die Indizien eigentlich gut und klar angegeben, so dass man eigentlich selbst den Fall lösen könnte. Die Kunst Christies ist es aber jeden, aber auch wirklich jeden, als verdächtig erscheinen zu lassen und so führt sie den Leser immer wieder auf die falsche Fährte.
Dass die ganze Geschichte im Vorderen Orient spielt, gibt dem ganzen noch eine tolle Atmosphäre, die vielen Krimis Christies zu eigen ist.
Das Buch ist im Gegensatz zum Film mit Peter Ustinov wesentlich spannender. Das liegt wohl daran, dass die psychologische Seite des Falls im Buch viel besser und kohärenter ausgearbeitet werden konnte.
Im Epilog wird aufgezeigt, was aus den beteiligten Personen fünf Jahre später geworden ist. Nett, aber etwas zu klischeehaft, da fast alle beteiligten Personen ein Happyend erfahren. Etwas weniger wäre da wohl mehr gewesen.

Kuriosum:
Am Beginn des Romans erwähnt Poirot den englischen Schriftsteller Trollope. Laut Wikipedia gab es im 19. Jahrhundert wirklich einen Schriftsteller namens Anthony Trollope, welcher einer der erfolgreichsten und meistgelesenen Romanautoren der viktorianischen Ära war.
Zudem werden auch die früheren Romane Christies „Mord im Orientexpress“ und die „ABC-Morde“ in Zusammenhang mit Poirots erfolgreicher Detektivarbeit erwähnt.

Zitate:
„Nehmen wir zum Beispiel die Freude an der Grausamkeit um ihrer selbst willen. Wenn Sie ihr begegnen, werden Sie entdecken, dass dahinter noch etwas anderes steckt: eine echte und bemitleidenswerte Sehnsucht nach Liebe.“
„Der Charakter des Opfers spielt keine Rolle! Ein Mensch, der sich das Recht anmaßt, selbst Justiz zu übern, und einen anderen Menschen umbringt, ist für die Gemeinschaft nicht mehr tragbar.“
„Wenn man ein Verbrechen aufklären will, braucht man nur den Schuldigen oder die Schuldigen reden zu lassen – am Ende werden sie Ihnen immer erzählen, was Sie wissen wollen.“

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