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Mittwoch, 12. Dec. 2018, 17:48
 
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Möge uns das Neue Jahr von Terror verschonen

Die Weihnachtsbotschaft (Christmas message) der Königin 1996 - deutsche Übersetzung

Zurückzublicken bedeutet nicht notwendigerweise nostalgisch zu werden. Wenn ich jedes Jahr nach Sandringham komme, denke ich gerne daran, wie es wohl zu Weihnachten zugegangen sein muss, als König Edward VII., mein Urgroßvater und Königin Alexandra zum ersten Mal als junge Eltern hier herkamen. Ich erinnere mich an meine Weihnachtsaufenthalte in meiner eigene Kindheit hier, mit meinem Vater und meiner Mutter, eine großes Familientreffen. Nun sehe ich mit Freude, wie meine Kinder und Enkelkinder die gleichen Traditionen genießen.

Weihnachten ist die Feier der Geburt des Begründers des christlichen Glaubens, ein Ereignis, das vor fast 2 000 Jahren stattfand. Jedes Jahr, zu dieser Zeit, sollen wir uns mit der außergewöhnlichen Geschichte konfrontieren und uns die Botschaft vor Augen führen, die die Nachfolger Christi in ihren Bann zog und genauso relevant für uns ist.

Zu Weihnachten sehe ich gerne auf einige Ereignisse des Jahres zurück. Viele wurzeln in der Geschichte, aber haben immer noch einen Bezug für uns heute. Ich erinnere mich besonders an einen traumhaften Frühlingstag in Norwich, als ich den Gründonnerstaggottesdienst besuchte. Die Kathedrale gab eine spektakuläre Kulisse ab. Der schöne Gottesdienst ist immer eine Erinnerung an Christi Worte an seine Jünger: "Liebt einander, wie ich Euch geliebt habe." Es klingt so einfach, dennoch erweist es sich als schwierig, diesen Worten zu folgen.

Im Juni kam Trooping the Colour, eine lebendige Erinnerung an die stolzen militärischen Traditionen dieses Landes und an die Disziplin und Hingabe, die unsere Soldaten und Soldatinnen bei ihrer schwierige Aufgabe der Friedenserhaltung in den vielen weitabgelegenen Orten der Welt zeigen.

Im Oktober eröffnete ich das Parlament. Das ist nicht nur ein Staatsakt, sondern auch symbolisch für den Prozess der parlamentarischen Demokratie, derer wir uns hier in Großbritannien und in vielen Ländern des Commonwealth erfreuen. Es ist ein Vorgang, der versucht, das Ideal der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz auszudrücken.

Die Vergangenheit, mit ihren Traditionen, hat für uns im Jahr 1996 ihre Lektionen. Dieses Jahr konnten Prinz Philip und ich bei unseren Reisen auch in die Zukunft blicken. Ich und meine ganze Familie haben es immer als eine unserer wichtigsten Aufgaben erachtet, das Wohlwollen unseres Landes gegenüber unseren ausländischen Freunden, nah und fern, auszudrücken.

Im letzten Frühjahr besuchten wir Polen und die Tschechische Republik. Wir sahen die Entwicklung von Demokratie und Wohlstand in Ländern, die bis vor kurzem kommunistisch regiert waren. Überall wurden wir auf das Herzlichste empfangen.

Im Herbst gingen wir nach Thailand, wo wir alte Freundschaften erneuerten und die Mischung von Tradition und dynamischen Wirtschaftsgeist sahen.

Außerdem gab es den gelungenen Besuch des französischen Präsidenten hier in Großbritannien. Und ich werde nie den Staatsbesuch Präsident Mandelas vergessen. Dieser gütigste aller Menschen hat uns gelehrt, die Fakten aus der Vergangenheit ohne Bitterkeit zu akzeptieren, lieber neue Möglichkeiten zu ergreifen, als alte Streitigkeiten zu sehen und wie man in die Zukunft mit Mut und Optimismus blickt. Sein Beispiel ist eine stetige Ermutigung für das gesamte Commonwealth und für all die, die sich weltweit für Frieden und Versöhnung einsetzen.

Jedes Jahr bringt auch für viele Familien Schwierigkeiten mit sich. Ich weiß, dass dieses Jahr da keine Ausnahme gemacht hat. Im Laufe des Jahres haben einige schmerzliche und tragische Verluste erlitten. In solchen Zeiten ist man versucht, besonders die, die leiden, zurückzublicken und zu sagen "Ja, wenn nur". Aber auf diese Art zurückzublicken bedeutet, in eine Sackgasse zu schauen. Es ist besser, vorwärtszublicken und zu sagen "Ja, wenn nur". Ja, wenn wir nur nach dem Beispiel des Kindes, das zu Weihnachten geboren wurde, leben würden, mit einer Liebe, die die ganze Welt umarmt.

Ja, wenn Gott uns nur die Zeit zurückbringen könnte, als wir noch mit unbegrenztem Kinderglauben in die Zukunft blicken konnten. Mit einem solchen Glauben kann das Neue Jahr, mit seinen Herausforderungen und Chancen keinen Schrecken bringen und wir sollten uns unbekümmert auf das Neue Jahr einlassen können.

Ich und meine Familie wünschen jedem einzelnen von Ihnen Frohe Weihnachten.

Stand: 02.01.2009

 
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