Diana, Princess of Wales Memorial Trust

Die Stiftung wurde kurz nach Dianas Tod zu ihrem Andenken und zu dem Zweck, die zahllosen Spenden in ihrem Sinne weiterzuleiten, gegründet.

Schon bald nach seiner Gründung wurde die Stiftung heftig kritisiert. Das Institute of Charitable Fundraising Managers bemängelte den Verwaltungsrat des Diana Gedächtnisfonds. Die Stiftung habe nicht genug unternommen, illegale Händler, die nur vorgeben, für den Fond zu sammeln, zu stoppen. Ebenso sei die Vergabe an Lizenzen falsch abgewickelt worden, zuwenig vom Erlös fließe an die Stiftung. Zwei Firmen, die Diana-Weihnachtskarten verkaufen, wurde Geiz vorgeworfen, da gerade mal 5 Prozent aus dem Erlös an den Diana-Fond wandern. Stephen Lee, Direktor des Institute of Charitable Fundraising Managers: “Millionen an Pfund, gespendet von Menschen in gutem Glauben, sind am Fond vorbeigeflossen.”

Anfang 1998 geriet der Fond erneut in die Schlagzeilen, als der Aufsichtsratsvorsitzende für die Rechtsberatung durch seine Anwaltsfirma £ 500 000 haben wollte. Daraufhin trat der Vorsitzende zurück und  der Aufsichtsrat holte Kostenvoranschläge bei anderen Firmen ein.

Im März 1998, mehr als sieben Monate nach dem Unfalltod der Prinzessin, erhielten einige Organisationen eine erste Zahlung in Höhe von 13 Millionen £. Je eine Million Pfund gingen an die sechs Organisationen, deren Schirmherrschaft oder Vorsitz Diana bis zu ihrem Tod wahrgenommen hatte. Darunter sind ein Obdachlosenzentrum, das Englische Nationalballet, ein Krankenhaus für Straßenkinder, eine Lepramission und die Nationale Aidsstiftung Großbritanniens. Mit einer weiteren Million bedachte die Stiftung verschiedene Organisationen, die sich dem Kampf gegen Landminen verschrieben hatten. Ein Knochenheilzentrum für Kinder erhielt ebenfalls eine Million. Die Stiftung war kritisiert worden, weil sie sich mehr als halbes Jahr Zeit genommen hatte bis zur Ausschüttung der ersten Hilfszahlungen.

Über 100 Organisationen wurden eingeladen, sich um die restlichen 5 Millionen £ zu bewerben. Begünstigt werden sollten Projekte, die Jugendlichen, Kindern, sozial Außenstehenden und Bedürftigen helfen. Auch Im Juni wurden Gelder an  Organisationen ausgeschüttet. Darunter eine Obdachlosenhilfsorganisation,  ein Frauenhaus und die British Youth Opera.

Die Stiftung wurde von verschiedener Seite wegen ihrer zu großzügigen Vergabe des Diana-Logos kritisiert. Das Logo (Dianas Unterschrift) wurde entworfen, um offizielle Diana-Souvenirs kenntlich zu machen. Vor allem das Erscheinen des Logos auf Margarine-Deckeln stieß auf Ablehnung. Der frühere Premierminister John Major, ein finanzieller Treuhänder der Prinzen sagte: “Das Andenken an die Prinzessin ist sehr kostbar für ihre Familie und Freunde und ihr Gedächtnis verdient Respekt.” Die Stiftung selbst gab an, zahlreiche Anträge auf Erteilung des Logos zurückgewiesen zu haben und man sei oft über die Unsensibilität von Firmen, die ihre Produkte mit dem Logo bedrucken wollen, erstaunt gewesen. Unter den abgelehnten Gesuchen war eine Kompostanlage, ein Teppich mit Diana als Muster, ein Autoaufkleber “Bye bye Di”, eine Plastiknachbildung ihres Verlobungsrings und Puppenspielzeug. Grundsätzlich abgelehnt wurde alles, was mit Automobilen in Verbindung steht wegen des Bezugs zu Dianas tödlichem Autounfall. So sollte Dianas Logo auf einem Sicherheitsgurt, an einer Stoßstange und an einem Autoschlüsselring kleben. Allerdings ist Dianas Gesicht  kein Markenzeichen. Ein entsprechender Antrag der Diana-Stiftung wurde abgelehnt. Damit können auch nicht lizenzierte Produkte ihr Bild tragen.

Im März wurde Paul Burrell, Dianas Butler und Vertrauter, von der Stiftung als Fundraising Manager (eine Art Spendengeldbeschaffer) eingesetzt.

Graf Spencer befürwortet, dass der Gedächtnisfond in absehbarer Zeit aufgelöst wird. Auch Prinz William soll nach einem Bericht der Sunday Times zunehmend “wütend und erschüttert über die kommerzielle Ausbeutung seiner Mutter” sein. Prinz William wolle endlich in Ruhe um seine Mutter trauern können. Eine der Verwalterinnen des Fonds, Vivienne Parry, nannte Spencers Forderungen naiv. Ihrer Auffassung zufolge wird die Stiftung in zwanzig Jahren und mehr fest im britischen Leben verwurzelt sein. Der Stiftungsrat will sich aber mit den beiden Prinzen über die Zukunft des Fonds in Verbindung setzen. Lady Sarah McCorquodale, Dianas Schwester und Präsidentin der Stiftung, möchte, im Gegensatz zu ihrem Bruder, dass der Fond weiterbesteht.

Bereits zu ihren Lebenszeiten gab es eine private Diana-Stiftung (The Princess of Wales Charities Trust), deren Existenz bis zu ihrem Tod geheimgehalten wurde. Hauptsächlich wurde der Fonds über “Gebühren” finanziert, die Organisationen und Firmen bzw. der Sponsoren dafür bezahlten, dass Diana sie besuchte oder sie repräsentierte. Die Stiftung förderte damit zahlreiche kleinere gemeinnützige Organisationen. Diana  wollte  die Arbeit der Stiftung möglichst von der Öffentlichkeit fernhalten. Einige Organisationen und Projekte erfuhren nicht, dass das Geld, das sie bekamen, aus dem Diana-Fonds stammte. Im August 1998 trat der The Princess of Wales Charities Trust an Prince William und Prince Harry mit der Bitte heran, die Arbeit ihrer Mutter fortzusetzen und die Schirmherrschaft zu übernehmen. Darüber ist noch nicht entschieden worden.

Mohammed Al Fayed hat eine eigene Stiftung zum Andenken an Diana und seinen Sohn Dodi eingerichtet. Eine marmorne Spendendose steht im Kaufhaus Harrods zwischen kerzenbeleuchteten Fotos von Diana und Dodi. Im Juni 1998 wurde eine Untersuchung gegen die Dodi Fayed International Charitable Foundation eingeleitet. Es fehle eine Verzeichnung der eingegangenen Spenden.