“Eine einzigartige Feier für eine einzigartige Persönlichkeit” – Die Trauerfeier

Der Palast teilte am Sonntag nach dem Unfall um 5 Uhr früh mit, “die Queen und der Prinz of Wales” seien tief betroffen und schockiert über die schreckliche Nachricht”. Am selben Tag flog Prinz Charles mit den beiden Schwestern Dianas nach Paris, um Dianas Leichnam nach England zu überführen. Der Sarg wurde in den St. James Palace, der Residenz von Prinz Charles gebracht.

Am Freitag reiste die königliche Familie nach London. Prinz Charles und seine beiden Söhne nahmen in der Kapelle des Palastes Abschied von Diana. Zuvor sahen sie sich mit ihrem Vater die zahllosen Blumenspenden vor dem Kensington Palace an. Die jungen Prinzen wurden von der Menge warm empfangen. Vor dem Buckingham Palace nahm die gesamte königliche Familie bei “Walkabouts” die Anteilnahme ihrer Untertanen entgegen.

In einer bewegenden Rede würdigte die Queen ihre verstorbene Ex-Schwiegertochter:

“Seit den schrecklichen Nachrichten vom letzten Sonntag haben wir in Großbritannien und rund um die Welt einen überwältigenden Ausdruck von Traurigkeit über den Tod von Diana empfunden. Wir haben alle auf unsere eigene Weise versucht, damit fertig zu werden. Es ist nicht einfach, dem Gefühl des Verlustes Ausdruck zu geben, da dem ersten Schock ein Gemisch der Gefühle von Unglauben, Unverständnis, Zorn – und Sorge um die Hinterbliebenen folgt. Wir alle haben diese Gefühle in den letzten Tagen verspürt. Was ich Ihnen nun als Königin und Großmutter sage, kommt direkt aus meinem Herzen.

Zunächst möchte ich persönlich Diana meine Anerkennung aussprechen. Sie war eine außergewöhnliche und begabte Persönlichkeit. In guten Zeiten wie in schlechten verlor sie nie ihre Fähigkeit zu lächeln und zu lachen oder andere mit ihrer Wärme und Güte aufzumuntern. Ich bewunderte und respektierte sie – ihre Energie und ihre Verpflichtung anderen gegenüber und besonders ihre Hingabe an ihre beiden Jungen.

In dieser Woche auf Balmoral haben wir alle versucht, William und Harry zu helfen, damit sie über den niederschmetternden Verlust hinwegkommen, den sie und wir alle erlitten haben.

Keiner, der Diana kannte, wird sie jemals vergessen. Millionen von anderen, die sie niemals getroffen hatten, aber das Gefühl hatten, sie zu kennen, werden sich ihrer erinnern. Ich selbst glaube, dass man aus ihrem Leben und aus der außergewöhnlichen und bewegenden Reaktion auf ihren Tod lernen kann. Ich teile ihre Entschlossenheit, die Erinnerung an sie zu bewahren. Dies ist auch eine gute Gelegenheit für mich, Ihnen allen im Namen meiner Familie und besonders im Namen der Prinzen Charles, William und Harry für Blumen, Beileidsbotschaften und Ehrenbezeugungen aller Art für eine ganz besondere Persönlichkeit zu danken.

Diese Beweise der Freundlichkeit waren eine wichtige Quelle der Hilfe und des Trostes. Unsere Gedanken sind auch bei Dianas Familie und den Familien derer, die mit ihr gestorben sind. Ich bin sicher, dass auch sie aus allem, was sich seit dem letzten Wochenende ereignet hat, Kraft geschöpft haben. Auch sie versuchen, ihren Schmerz zu heilen und einer Zukunft ohne ihre Lieben entgegenzusehen.

Ich hoffe, dass wir morgen alle zusammen, wo immer wir sind, unserer Trauer über den Tod Dianas Ausdruck geben und unsere Dankbarkeit für ihr allzu kurzes Leben erklären können. Dies ist eine Gelegenheit, der ganzen Welt eine in Trauer und Respekt vereinte britische Nation zu zeigen. Mögen diejenigen, die der Tod uns genommen hat, in Frieden ruhen und wir, jeder einzelne von uns, sollten Gott danken für jemanden, der so viele, viele Menschen glücklich gemacht hat.”

Der Trauerzug durch London

Die Trauerfeierlichkeiten wurden von der BBC in 187 Länder übertragen, 2 Milliarden Menschen waren live dabei. 200 Kameras nahmen die Bilder vom Trauerzug und des Gedenkgottesdienstes in der Westminister Abbey auf. Ausländische Politiker und Staatsoberhäupter fehlten, dafür kamen Leute, die der Prinzessin wichtig waren, Popstars, Künstler und Mitarbeiter der Wohltätigkeitsorganisationen, für die sich Diana eingesetzt hatte. Unter den Prominenten waren Luciaono Pavarotti, Sir Richard Attenborough, Hilary Clinton, Bernadette Chirac, Henry Kissinger, Ex-Premierminister Edward Heath, Margaret Thatcher und John Major. Earl Spencer verbat sich ausdrücklich die Anwesenheit von Verlegern der Boulevardpresse beim Gottesdienst.

Vom Kensington Palace, dem letzten Wohnsitz der Prinzessin, ging der Zug vorbei am Hyde Park, am Buckingham Palace, weiter zum St. James Palace bis zur Westminster Abbey. Der von weißen Lilien geschmückte Sarg wurde von den Welsh Guards auf einer Geschützlafette zur Westminister Abbey gebracht. Während der Prozession schlug die Trauerglocke jede Minute. Prinz Charles, seine Söhne, Prinz William und Prinz Harry, Prinz Philip sowie Dianas Bruder, der Earl Spencer gingen hinter dem Sarg. Die Flagge auf dem Buckingham Palace wehte auf Halbmast.

Der Trauergottesdienst

Bei dem Gottesdienst sangen der Chor von Westminister Abbey, die BBC Singers, Lynne Dawson (Sopran). Der Gottesdienst wurde geleitet vom Dekan der Westminster, der Reverned Dr. Wesley Carr.

  • Vor dem Gottesdienst: Orgelspiel.
  • Die Familie Spencer betritt die Kirche, es folgen der Klerus und die Königliche Familie, zum Schluss betritt die Queen, Prinz Edward und die Königinmutter Westminister Abbey.
  • Die Nationalhymne: God save the Queen
  • Lesungen: Johannes 11: 25,26, Hiob 19, 25-27, 1 Timotheus 6 7, Hiob 1 21, 1 Korinther, 13 (Das Hohelied der Liebe)
  • Elton John singt “Candle in the Wind”
  • Der Nachruf von Earl Spencer, dem Bruder von Diana
  • Fürbitten (vorgetragen vom Erzbischof von Canterbury, Dr. George Carey)
  • Vaterunser
  • Der Segen
  • Schlussworte
  • Auszug
  • Der Sarg mit Diana wird aus der Kirche getragen. An der Westseite der Abbey hält der Sarg an. Schweigeminute im ganzen Land

Der 33 Jahre alte Graf Spencer schloss am Samstag mit tränenerstickter Stimme seinen Nachruf auf Diana. “Deine Schönheit, innerlich wie äußerlich, wird niemals aus unserer Erinnerung weichen.” Er schilderte sie als “Symbol selbstloser Menschlichkeit”, das vor allem Gutes tun wollte. Deshalb griff er die Boulevardpresse und die Paparazzi an, die seine Schwester “zur meistgejagten Person der modernen Zeit” gemacht hätten. Spencer bescheinigte seiner Schwester einen klassenlosen angeborenen Adel. “Sie brauchte keinen königlichen Titel, um ihren ganz besonderen Zauber zu verbreiten”, sagte er in Anspielung auf die Aberkennung des Titels Königliche Hoheit nach der Scheidung Dianas von Prinz Charles vor einem Jahr. Erzbischof George Carey würdigte die Tätigkeit der Prinzessin vor allem für Aidskranke, Opfer von Anti-Personenminen in aller Welt und für viele andere Aufgaben. “Sie war eine Quelle der Stärke für uns alle”, sagte das Oberhaupt der anglikanischen Kirche von England und erinnerte dabei auch an die am Freitag gestorbene Mutter Teresa, der sie sich eng verbunden gefühlt hatte.

Die Beerdigung

Nach der Feier wurde der Sarg auf dem Landsitz der Familie Spencer nach Althorp gefahren, rund 100 km nordwestlich von London. Entgegen der ursprünglichen Planung wird sie nicht in der Familiengruft beigesetzt, sondern auf einer kleinen Seeinsel im Park des Familienbesitzes. Nur so könne das Grab angemessen gepflegt und in Ruhe von der Familie besucht werden. Einmal im Jahr dürfe das Grab von der Öffentlichkeit besucht werden, so Earl Spencer.

Dem Erzbischof von Canterbury hat die Trauerfeier gut gefallen. Er lobte den Auftritt von Elton John. Künftig solle die Anglikanische Kirche ihre Gottesdienste verständlicher und einfacher gestalten. Die öffentlichen Reaktionen auf den Tod der Prinzessin hätten gezeigt, dass Millionen Kirchenferner Antworten auf die Frage nach Leben und Glauben suchten.

Die BBC meinte bereits jetzt, dass künftige königliche Begräbnisse anders aussehen würden. Beim Tod älterer Mitglieder der königlichen Familie blicke man auf deren Leben zurück und falle nicht in “tiefe, tiefe Trauer”. Die Berichterstattung der Medien sei angemessen gewesen. Sie sei nicht Auslöser der öffentlichen Reaktion gewesen, sondern Antwort darauf.