Dianas Vermächtnis – Welche Konsequenzen hat Dianas früher Tod?

Die Presse steht im Mittelpunkt der Kritik. “Jeder Verleger, der für unfreiwillig aufgenommene Fotos der Prinzessin gezahlt hat, hat Blut an den Händen”, sagte Dianas Bruder, der Earl Spencer. Doch bisher hat es die britische Regierung bei Appellen an die Presse zur stärken Selbstkontrolle belassen. Weite Teile der Presse haben eine Mitschuld zurückgewiesen. Die italienischen Blätter dagegen titelten: “Vergib uns, Prinzessin”, “Ein Exklusivfoto ist kein Menschenleben wert”. Auch den Lesern wird eine Mitschuld gegeben. Die Gier nach sensationellen Nachrichten von Berühmtheiten und der Zynismus der Zeitungsverleger, die keine Skrupel kannten, ihre Auflagen zu steigern, seien letztlich für den Tod Dianas verantwortlich, schrieb die FAZ.

Prinz William und Prinz Harry sind die Haupterben ihrer Mutter. Das Geld wird bis zur Volljährigkeit der Söhne treuhänderisch angelegt. Doch Geld kann eine Mutter nicht ersetzen. Dianas Bruder versprach in seiner Ansprache beim Trauergottesdienst, die Spencer Familie werde sich auch weiterhin um die Prinzen kümmern. Prinz Charles selbst wird sein möglichstes tun. Auch ist es möglich, dass die ehemalige Nanny der Prinzen, Tiggy Legge-Bourke wieder eingestellt wird. Das Verhältnis der Kinder von ihr war so herzlich, dass Diana mit Eifersucht darauf reagiert haben soll. Das wichtigste wird sein, dass die Prinzen in Ruhe aufwachsen können, ohne von der Presse belagert zu werden. Bei Prinz Charles war das noch halbwegs möglich, im Fall seiner Söhne erscheint dies mehr als fraglich.

Mitte September 1997 machten viele Boulevardblätter ein bisher beispiellose Versicherung. Sie versprachen, künftig auf Fotos von Paparzazzi zu verzichten. Man wolle die Richtlinien der Press Complaints Commission einhalten. Der Herausgeber des Sunday Mirrors gab seinen Lesern eine “feste und absolute Versicherung, daß wir die Privatsphäre der jungen Prinzen respektieren werden.” Premierminister Blair lehnte bisher eine Verschärfung der Gesetze ab.

Bei seinem ersten Auftritt nach der Beerdigung seiner Frau, bedankte sich Prinz Charles herzlich für die Anteilnahme – auch im Namen seiner Söhne. In Manchester sagte er am 19. Oktober die mehr als 250 000 Kondolenzschreiben aus aller Welt hätten enorm geholfen. “Es war wirklich bemerkenswert und auf vielfältige Art auch überwältigend. Vermutlich werden viele von Ihnen aus persönlicher Erfahrung wissen, dass, wenn man ein Mitglied der Familie verliert, es schwierig ist, mit der Trauer fertig zu werden. Aber es ist noch schwieriger, wenn die ganze Welt dabei zusieht.” Er lobte auch seine Söhne. Sie hätten die schwere Zeit mit enormen Mut und Würde überstanden. Dennoch würde seine Söhne und auch er selbst den Verlust Dianas immer noch spüren. Nach dem Tod von Diana hatte Charles alle Termine abgesagt, auch Reisen nach Berlin, Prag und Salzburg. In Manchester wurde der Prinz warm empfangen. Wo er sich auch aufhielt, überbrachten ihm die Menschen ihre Anteilnahme am Tode Dianas. Unter anderem besuchte Charles eine Niederlassung der Heilsarmee. Dort sprach er mit Patricia Beacock, 62. Mrs. Beacock meinte nachher: “Er ist sehr gut. Ich glaube, er wird unterschätzt. Er tut Dinge, von denen die Leute nichts wissen, während Diana mehr Publicity bekam. Er hat immer viel für Wohltätigkeitsorganisationen getan, aber er macht es auf ruhige Art.”

Am 10. Oktober 1997 bekam die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen den Friedensnobelpreis. Francis Sejersted, Vorsitzender des Nobelkomitees, sagte, der Preis habe zwar direkt nichts mit der Prinzessin zu tun, aber “wir wissen sehr wohl, dass es viele Einzelpersonen und Gruppen gibt, die viel zu dem Prozess beigetragen haben.”

Reformen

Premierminister Blair kündigte an, dass sich die Monarchie den modernen Zeiten anpassen werde. Auch die Queen stimmte dem zu. Die königliche Familie sei schon auf diesem Wege, meinte Blair nach einem Treffen mit der Queen im Balmoral. Schon die Erziehung von Prinz Charles sei ganz anderes als die seiner Mutter; seine Erziehung unterscheide sich wiederum von der seiner Söhne. Blair ist überzeugt, dass Charles einmal ein guter König werde. Der Premierminister verteidigte die königliche Familie gegen Kritik an ihrem Verhalten nach Dianas Tod: “Die königliche Familie ist durch eine sehr harte Zeit gegangen und ich denke, die Kritik an ihnen ist sehr unfair. Es war eine unglaublich schwierige Situation für sie und sie sind damit auf eine Art fertig geworden, die großen Respekt verdient.” Befragt zur Trauerfeier meinte Blair: “Sie sollte nicht ein Ereignis sein, dass mal stattgefunden hat … und keine dauernde Bedeutung hat. Die Menschen wollen, dass ein dauerndes Vermächtnis befolgt wird. Ihr [also Dianas] Vermächtnis soll Mitgefühl sein. Lasst und sein besseres, mitfühlendes Großbritannien sein.”

In her own words

“Die Presse ist grausam. Sie verzeiht nichts, sie hetzt nur Irrtümern hinterher. Jede Absicht wird ins Gegenteil verkehrt, jede Geste kritisiert.”
Prinzessin Diana in ihrem letzten Interview in der französischen Zeitung “Le Monde”.

“Sie wissen alles über mich, abgesehen davon, wie viele Plomben ich habe. Und das werde ich nicht verraten.”
Diana zu einem Reporter.

“Stellen Sie sich vor, Sie müssten jeden Tag auf eine Hochzeit gehen – als Braut. Ja, das ist ein bisschen so, wie mein Leben ist.”
Diana über ihre offiziellen Verpflichtungen.