Queen verteilte Maundy Money am Gründonnerstag

Am Gründonnerstag verteilt die Königin traditionell Sondermünzen in einer der Kathedralen oder Abteien an Senioren der Gemeinde, die sich in ihrer Gemeinde verdient gemacht haben. Die Anzahl der Empfänger richtet sich nach dem Alter des Monarchen: da die Queen Ostermontag 77 Jahre wird, verteilte sie diesmal Maundy money an 77 Männer und 77 Frauen – jeder bekam 77 pence einer Spezialprägung.

Obwohl die Zeremonie sich bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, belebte George V. erst 1932 diese Tradition wieder. Seit 1971 findet sie nicht mehr ausschließlich in Westminster Abbey statt, sondern in verschiedenen Anglikanischen Kathedralen im Land.

Die Zeremonie hat ihren Ursprung in der Fußwaschung der Jünger durch Christus beim Letzten Abendmahl. Doch der letzte Monarch, der die Fußwaschung noch durchführte, war 1685 James II. Heute ist das Zeichen der Demut das Maundy Money – aber die Queen und der Klerus tragen noch immer Blumensträuße aus wohlriechenden Kräutern und Priester tragen Tücher um die Taillen.

Die älteste Empfängerin des Maundy Money war 99 – das Durchschnittsalter 80. Eine wesentlich jüngeren Generation ist die Kathedrale von Gloucester, wo das Ereignis dieses Jahr stattfand, gut bekannt: als Hogwarts aus den Harry-Potter-Filmen.


Die Queen verteilte in der Gloucester Cathedral das traditionelle Maundy Money

J. K. Rowling las sterbendem Kind aus noch nicht erschienenem Buch

J. K. Rowling spendete 100 000 Dollar im Gedenken an ein kleines amerikanisches Mädchen, dessen Kampf gegen den Krebs im Endstadium, so die Schriftstellerin – „Fußabdrücke auf meinem Herzen“ hinterließ. Die Freundschaft zwischen der Schriftstellerin aus Edinburgh und Catie Hoch, ein Harry-Potter-Fan aus Albany, New York, wurde erst jetzt – über zwei Jahre nach dem Tod der kleinen Catie – bekannt. Sie begann im Jahr 2000, drei Jahre nachdem bei der damals 6-jährigen Neuroblastoma, eine aggressive Form von Krebs, festgestellt wurde, die sich von ihrer Niere über ihre Leber in die Lunge ausgebreitet hatte.

Ihre Mutter, Gina Peca, hatte die ersten drei Harry-Potter-Bände Catie vorgelesen. Ende 1999 hatte Catie mehrere Operationen und Chemotherapien hinter sich und ihre Mutter fürchtete, dass sie bald kein Harry-Potter-Buch zum Vorlesen haben würde.

„Ich fürchtete mich davor, dass dritte Buch zu beenden, denn ich wusste, dass Catie Band vier nicht erleben würde, erzählte sie der britischen Zeitung „Telegraph“. Sie schickte dem Verlag eine E-Mail mit einer Nachricht an J. K. Rowling in der sie sich danach erkundigte, wann sie den vierten Band wohl beendet hätte und berichtete, was für eine Freude die Bücher in Caties Leben gebracht hätten.

Ein paar Wochen später kam eine Antwort: „Ich arbeite im Moment sehr an Buch vier – an einem Kapitel, dass davon handelt, dass Hagrid ein paar neue Kreaturen zum Unterricht für Pflege magischer Geschöpfe mitgebracht hat … Das ist alles top-secret. Du darfst davon nur engen Freunden und deiner Mum erzählen, aber keinem anderen oder du bekommst eine Eule vom Zaubereiministerium. Es ist mir klar …, dass du ein äußerst mutige Person bist und eine wahre Gryffindor. With lots of love, J. K. Rowling (Jo für alle in Gryffindor).“

Nachdem Catie geantwortet hat, nahm Mrs. Rowling, deren Tochter Jessica neun Jahre ist, den Kontakt wieder auf: „Ich habe immer noch nicht Buch vier beendet und – oh je – es ist lang. Glaubst du, dass die Leute da etwas gegen haben?“.

Rowling schickte Catie eine Stoffeule names Pigwidgeon – aus dem neuen Buch und schrieb in ihrer Mail auf die Danksagung des Mädchens: „Ich bin so froh, dass Pigwidgeon es bis zu dir geschafft hat, denn (wie du in Buch vier herausfinden wirst) er ist nicht sehr zuverlässig – ein bisschen über-enthusiastisch.“

Caties Zustand begann sich zu verschlechtern. Ihre Mutter schrieb der Autorin eine Mail, dass Catie keinen Computer mehr benutzen könnte. Ein paar Tage später, bot Rowling an, ihr aus dem damals noch unveröffentlichten Band vier vorzulesen. „Liebe Gian“, schrieb sie, „Es tut mir so Leid. Gibt es etwas, was ich für Catie tun könnte? Könnte ich sie anrufen? Wenn Sie mir eine Nummer geben und eine Zeit, die passend ist, werde ich es tun, wenn Sie meinen, es würde sie freuen. Ich denke so viel an Sie. Bitte lassen Sie mich wissen, wenn ich etwas tun kann. Much love, Jo.“

So geschah es, dass in einem Haus im Staat New York, ein kleines krebskrankes Mädchen die erste Person war, die die neuesten Abenteuer von Harry Potter, die später unter dem Titel „Harry Potter und der Feuerkelch“ veröffentlicht wurden, hörte. Caties Mutter, ihr Vater Larry Hoch und ihre beiden Brüder Robby (10) und Johnny (7) saßen bei ihr und hörten per Lautsprecher mit.

J. K. Rowling erzählte, dass sie demnächst nach Amerika auf eine Lesereise komme und sie hoffe, dass sie sich treffen könnten. Aber Caties Zeit lief ab: am 18. Mai 2000 starb sie im Alter von neun.

Die Geschichte ihrer Freundschaft mit J. K. Rowling wäre vielleicht nie bekannt geworden, wenn Mrs. Peca nicht kurz vor Weihnachten einen Brief von Mrs. Rowling erhalten hätte – mit einem Scheck über 100 000 Dollar. Die Schriftstellerin hatte davon erfahren, dass die Familie einen Gedächtnisfond in Caties Namen eingerichtet hatte. Mrs. Peca entschloss sich, von der Freundschaft zu erzählen, um noch andere zu Spenden zu bewegen. Das Geld wird verwendet, um damit Behandlungen von krebskranken Kindern zu bezahlen. Mit Rowlings Geld sind inzwischen 350 000 Dollar zusammen gekommen.

In der letzten Mail von J. K. Rowling – drei Tage nach Caties Tod – schreibt sie: „Liebe Gina und lieber Larry, ich habe erst gerade Ihre Nachricht erhalten. Ich habe darum gebetet, dass Catie erlöst würde, dass sie dorthin gehen würde, wo sie glücklich und schmerzfrei auf uns warten kann. Aber es gibt keine Worte, die ausdrücken könnten, wie Leid es mir tut. Ich betrachte es als etwas besonderes, dass ich Kontakt zu Catie hatte … Ich weine so sehr beim tippen dieser Worte. Sie hat Fußabdrücke auf meinem Herzen hinterlassen. With much love, Jo.“

Ein Sprecher von J. K. Rowling bestätigte, dass eine Spende geleistet wurde. Catie Hoch Foundation

Prince Philip macht über seine „Verletzung“ Späße

Der Duke of Edinburgh zeigte sich in guter körperlicher Verfassung und zu Scherzen aufgelegt bei einer Sportveranstaltung kurz vor Weihnachten. Der Buckingham Palace hatte zuvor dementiert, der Prince habe sich am Kopf verletzt. Die Gerüchte um Prince Philips Gesundheit waren aufgekommen, als der Duke zur Kirche gefahren wurde, statt wie sonst zu laufen. Trotz einer kleinen Wunde am Kopf, sagte eine Palastsprecherin, dem Herzog gehe es gut.

Prince Philip selbst zeigte sich bei bester Gesundheit bei einem Tontaubenschießen auf dem königlichen Landsitz in Sandringham.

Zeitungen hatten von unterlaufenen Augen und Schnittverletzungen des 81-jährigen Prinzgemahl berichtet. Aber nichts davon war zu sehen, als er im Sandringham Shooting Club nahe King’s Lynn herumging. Er schien gut gelaunt zu sein, als er sich mit den Veranstaltern unterhielt.

Beim Umhergehen scherzte er „Sehe ich verdammt krank aus?“ und wartenden Reportern rief er zu: „Sie haben doch nicht den Zeitungen geglaubt, oder?“ Allen Gerüchten zum Trotz lief er eine Meile auf dem Gelände, nachdem er selbst zum Tontaubenschießen von Sandringham aus gefahren war, wo er mit seiner Familie die Weihnachtstage verbringt.

Der Duke of Edinburgh blieb ab und zu stehen und unterhielt sich mit Teilnehmern und Besuchern, darunter auch Karen Warne, die ihre drei Kinder begleitete. „Die Kinder fragten, ob er mit einer Limousine gekommen sei“, erzählte sie. „Ich sagte, es müsse eine Daimler sein. Er muss das gehört haben, denn er sagte: ‚Nein, ich bin auf einem Rentier hergeritten.'“

Die Queen dagegen hat sich am Knie verletzt, macht aber laut Buckingham Palace gute Genesungsfortschriftte“. Sie hatte sich bei einem Privatbesucht in Newmarket, Suffolk die Bänder überdehnt und geht seitdem am Stock. Trotdem ändert sich dadurch an ihrem Terminkalender nichts: sie wird wie geplant mit ihrer Familie am Weihnachtsgottesdienst in Sandringham teilnehmen.

Queen: 2002 war ein Jahr der Trauer, des Verlustes – und der Freude

In ihrer traditionellen Weihnachtsbotschaft reflektierte die Königin über ein Jahr der Trauer und der Freude und würdigte sowohl die Verdienste ihrer verstorbenen Mutter als auch ihrer Schwester. Außerdem gab sie preis, wie sie mit den Problemen des Lebens fertig wird.

In ihrer 10-minüten Ansprache, traten die traurigen Ereignisse eines Jahres, das eigentlich wegen des Golden Jubilee ein reines Freudenjahr sein sollte, deutlich hervor. Fotographien ihrer Schwester und Eltern standen neben ihr auf einem Tisch, so dass die Einsamkeit des letzten Familienmitglieds einer einst engen Familie deutlich wurde.

In einer bewegenden Passage schien sie ihr Herz zu öffnen, als sie ihre einfache und alltägliche Lebensweise darlegte: das Richtige zu tun und auf Gott zu vertrauen.

Die Königin nahm keinen direkten Bezug auf die Kritik, der sie ausgesetzt war wegen ihrer Verwicklung in den Prozess von Dianas Butler, Paul Burrell. Keinen Zweifel ließ die Monarchin daran, weiter auf dem Thron zu bleiben und „weiterhin Ihnen zu dienen mit meinem besten Möglichkeiten und das Tag für Tag.

Ihre Ansprache war teilweise mit Aufnahmen vom Begräbnis der Queen Mother und den Feiern zum Golden Jubilee bebildert. Zum ersten Mal machte der Privatsender ITV, der im Wechsel mit der BBC die Ansprache ausstrahlt, mit Trailern im Vorfeld darauf aufmerksam. Das kam den Quoten offenbar zugute, die von 28 Millionen (1987) auf 8,7 Millionen (2001) gefallen waren.

Die Queen ließ beim Besuch des Weihnachtsgottesdienstes ihren Stock im Rolls-Royce zurück, nachdem sie vor die St. Mary Magdalene Church mit der Countess of Wessex vorgefahren wurde. Der Rest der Familie lief von Sandringham House und zurück. Auf dem Rückweg stürzte sich plötzlich eine Frau auf Prince William und umarmte ihn. Nachdem sie von der Polizei hinter die Sicherheitsabsperrungen gebracht worden war, erzählte die 42-jährige Marlene Ponce, Mutter dreier Kinder, die für die US-Streitkräfte arbeitet: „Als ich William aus der Kirche kommen sah – nicht weit von dem Ort, wo ich stand – sagte ich mir einfach: ‚Los, Mädchen!'“

Die vollständige Weihnachtsansprache der Queen in deutscher Übersetzung
Die Weihanchtsansprachen im Laufe der Zeit