Bad Reichenhall – Salzburg – Berchtesgaden – Königssee – Prien am Chiemsee – Herrenchiemsee

Am frühen Nachmittag erreiche ich Bad Reichenhall und begebe mich zu meinem Quartier für die nächste Zeit: „Haus Anneleise“. Nach einer Brotzeit im „Schwabenbräu“ erkunde ich die Umgebung. Ich habe auf Anhieb einen guten Eindruck von dem Ort, der sehr gepflegt ist. Bei sommerlichem Wetter gehe ich durch den Königlichen Kurgarten und atme die gute Luft an dem Gradierwerk ein. Zweimal besuche ich während meiner Zeit in der Rotunde Kurkonzerte, die von hoher musikalischer Qualität sind. Ich besichtige das Reichenhall-Museum, das über die Stadtgeschichte, den Reichtum der Stadt durch die Salzgewinnung, die Konflikte mit dem Erzbischof von Salzburg und dem benachbarten Propst von Berchtesgarden und der Entwicklung durch den Kurbetrieb und den Tourismus berichtet. Auch die Alte Saline ist sehenswert, nur der Eintrittspreis etwas überteuert.

Ein besonderes Highlight ist in der erste Woche meines Aufenthalts die Fahrt mit der Seilbahn hoch zum Predigtstuhl. Die Seilbahn ist die älteste Seilbahn der Welt mit geschlossener Kabine, wenngleich ich auch nicht mit der Original-Kabine von 1928 hochfahre, da sie derzeit überholt wird. Das bekannte Berghotel auf der Bergstation fungiert heute nur noch als Restaurant – mit fantastischem Ausblick. Ich spaziere den kurzen Weg zur benachbarten Almhütte. Teilweise liegt noch Schnee auf den Wegen. Ein beeindruckender Ausflug und da noch Vorsaison ist, ziemlich ruhig.

Von Reichenhall ist es nicht weit bis Salzburg. Am schnellsten gelangt man dort mit dem Linienbus hin. Man kann direkt am Mirabllgarten aussteigen. Sehenswert dort der Zwerglgarten. Mit der Festungsbahn (eine Standseilbahn) fährt man zur Alten Festung hoch. Mit meinem Bruder, der mich für eine Woche besucht, besichtige ich die Anlage und die Ausstellung. Auch besichtige ich das Geburtshaus Mozart und das Haus, in dem er bei seiner Familie einige Jahr gewohnt hat.

Der Salzburger Dom, der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, ist natürlich auch sehenswert. An der Haltestelle am Mirabellplatz entdecken wir, dass der Musicalfilm „The Sound of Music“ offenbar immer noch populär ist. Jeden Tag findet eine Bustour zu den Drehorten des Films von 1965 statt.

Außerhalb von Salzburg befindet sich ein Freilicht-Museum. Das Gelände ist sehr groß. Dort befinden sich wieder dort aufgebaute Höfe und Hütten aus ganz Österreich vom 16. bis 20. Jahrhundert. Es verkehrt auch eine kleine Bahn zwischen den einzelnen Bereichen. Sehr interessant, wie Dienstboten, insbesondere die, die nicht mehr arbeiten konnten, leben mussten. Leider habe ich bei meinem Besuch Pech mit dem Wetter: es ist regnerisch und sehr kühl.

Berchtesgarden ist auch ein lohnendes Ausflugsziel. Hier verbrachte Hitler seit 1923 bis 1944 ein Viertel seiner Zeit und plante hier seine Feldzüge und Kriegsverbrechen. Das ist alles detailreich im informativen Dokumentationszentrum Obersalzberg zu sehen. Auch wie die Dorfbewohner von Obersalzberg nach und nach ihre Häuser verlassen mussten, um Hitler und seiner Entourage Platz zu machen. Teilweise mussten sie die Häuser unter dem Preis verkaufen. Aber auch von den Pilgermaßen, die bis das Gebiet „Führersperrgebiet“ wurde, nach Berchtesgarden anreisten, um ihren „Führer“ zu huldigen, wird berichtet.

Von Bad Reichenhall kann man auch gut mit einem Linienbus zum Königssee fahren. Wir haben einen Tag mit bestem Wetter erwischt. Wenn auch der Obersee bis Mai aus Naturschutzgründen nicht zugänglich ist. Auf der ruhigen Fahrt auf dem See in dem Boot, das seit über 100 Jahren elektrisch angetrieben wird, wird die Fahrt für eine Demonstration des weltberühmten Echos unterbrochen. Wir besichtigen die Bartholomä-Kirche und machen eine Pause für eine Brotzeit. Vom Königssee wandern wir nach Berchtesgarden und nehmen die Bahn zurück nach Bad Reichenhall.

Am letzten Wochenende hat mich das Glück mit dem Wetter verlassen. Ich nehme trotzdem die Bahn (via Freilassing) nach Prien am Chiemsee. Hier hat meine Mutter vor fast 50 Jahren eine Kurz gemacht. Ich schaue mir ihre Kurklinik an, die auch heute noch mit leicht verändertem Namen in Betrieb ist. Da die Dampfbahn erst ab Mai verkehrt, gehe ich zu Fuß bis zum Seehafen und steige dann in die „Josef“ ein. Wegen des Wetters fahre ich unter Deck bis zur Herreninsel. Wegen des schlechten Wetters sind nur wenige Touristen auf der Insel. Trotzdem findet sich im Schloss Hohenchiemsee noch genügend Interessierte ein, um das Schloss, das König Ludwig II. von Bayern plante und erbauen ließ, zu besichtigen. Die Baukosten für Herrenchiemsee waren so hoch wie für den Linderhof und Neuschwanstein zusammen. Dabei wurde es nur zu einem Drittel fertiggestellt. Während der Besichtigung sieht man, warum es so teuer war. Nichts war dem König zu teuer, um seinem Idol Ludwig XIV. und Versailles nachzufeiern. Insgesamt lebte Ludwig II. nur zehn Tage im Schloss. Im Gebäude befindet sich ein ihm gewidmetes Museum, das über sein Leben, seine Zeit als König, seine Faszination für das Theater und insbesondere Wagner sowie seine Ideale berichtet.

Das Berchtesgardener Land ist ein wunderbares Urlaubsgebiet, das nehmen viel landschaftlichen Höhenpunkte auch viel an Kultur – und gutes Essen zu bieten hat.

Fotos aus Berechtesgarden in meinem Fotoalbum.

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