And then there were 10 … again

Das „International Agatha Christie Festival“ läuft schon seit Samstag, aber heute ist für mich der erste Festivaltag. Wegen der Pandemie ist es dieses Jahr besonders britisch, auch wenn Jackie und Jeff aus den USA geschafft haben. Ich bin vermutlich der einzige deutsche Vertreter.

Am Morgen hält Victoria Dowd einen Vortrag „And then there were none – From Small Island to Big Screen“. Sie listet die zahllosen Adaptionen von „Und dann gab’s keines mehr“ im Radio, Fernsehen und Film auf. Auch Brettspiele und Computerspiele und dergleichen gibt es. Der Vortrag ist gut vorgetragen und gut illustriert, aber vor einigen Jahren hat John Curran, der dieses Jahr leider nicht auf dem Festival ist, einen ähnlichen Vortrag gehalten. Es befremdet mich etwas, dass auf dem gezeigten Cover der Erstausgabe „And then there were none“ steht, in Wahrheit aber damals der Titel „Ten little niggers“ lautete. Auch eine Art Geschichtsklitterung.

Wir haben Glück: zur Lunchzeit ist das Café von Torre Abbey (wo die meisten Veranstaltungen stattfinden) geöffnet. Wegen Covid ist es ansonsten am Wochenende geschlossen. Die Festivalbesucher hatten daher am Wochenende keine Möglichkeit, sich in der Nähe zu stärken.

Am Nachmittag nehme ich am Christie Walk mit Matt Newbury teil. Mark hat vor zwei Jahren ein kleines Buch „Agatha Christie’s Mysterious Riviera“ geschrieben und 2019 schon mal seinen Rundgang im Programm. Mit ihm schreiten wir die üblichen Stationen zu Christies Kindheit und Jugend in Torquay ab.

Corona hat auch seine positiven Seiten: wegen der Pandemie trifft sich Normans Reading Group seit zwei Jahren per Zoom und ich wurde eingeladen, mit dazugeschalteten. Heute treffen wir uns am Rande des Christie Festivals in Präsenz im Imperial Hotel, um „Evil under the sun“ zu besprechen. Man ist sich rasch einig, dass es ein sehr unterhaltsamer Krimi mit sehr gutem Plot ist. Über die Plausibilität und insbesondere das Mordmotiv gibt es unterschiedliche Ansichten. Dennoch von allen top marks für das Werk. Da man vom Imperial Hotel, das unter anderen Namen Schauplatz in „Peril at End House“ und „The Body in the Library“ ist, zwar eine schöne Aussicht hat und komfortabel sitzt, aber der Service nicht besonders ist, suchen wir in der Innenstadt nach einem Restaurant. Doch auch hier machen sich Brexit und Corona bemerkbar: die Restaurants sind zwar halbleer, aber wegen Personalengpässen können sie keine weiteren Gäste aufnehmen. Schließlich finden wir im weiträumigen Wetherspoon Platz. Dessen Betreiber, Brexit-Fan Tim Martin, ist allerdings mit an der Misere schuldig.

Fotos von dem Tag in meinem Fotoalbum.

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