Bericht von der Jahresversammlung der Agatha Christie Society 1999 in Torquay – Freitag

Die Fahrt von Bath nach Torquay verläuft ohne Probleme. Gegen 14 Uhr komme ich an und fahre mit dem Taxi zum Princes Hotel, wo ich schon mal vor 13 Jahren Urlaub gemacht habe. Leider hat das Hotel an Glanz verloren. Ich muss meine schweren Koffer alleine die engen Treppen hinauf schleppen. Einen Aufzug gibt es nicht.

Am Nachmittag gehe ich herunter nach Torquay. Ich erkenne einiges wieder. Zahlreiche Geschäfte sind neu hinzugekommen. Ich stärke mich mit dem berühmten Devon Cream Tea: Tee (bei mir Kaffee) und zwei Scones mit Marmelade, dazu der clotted cream (sehr schwere und fette Sahne, aber lecker).

Am Abend mache ich mich zum Grand Hotel auf, wo das Jahrestreffen der Agatha Christie Gesellschaft stattfinden soll. Meine Befürchtungen, dort nur lauter „reizende alte Damen“ vorzufinden, sind unberechtigt. Das Publikum ist bunt gemischt: jung und alt, weiblich und männlich. Die größte Gruppe der nicht englischsprachigen Teilnehmer kommt aus Deutschland. So treffe ich Eggie und einen weiteren Hamburger. Ferner sind Agatha-Christie-Fans aus Dänemark, Finnland und sogar Japan angereist!

Um acht geht das Murder Mystery los. Vermeintliche Mitglieder der Archaelogical Society tauchen auf. 

Sie halten ihr jährliches Dinner ab. Wir spüren Spannungen innerhalb der Mitglieder der Archäologischen Gesellschaft. Ganz unbeliebt scheint Rupert, der Sekretär der Gesellschaft, zu sein. Unser Dinner wird um halb neun gereicht. Es beginnt mit einer Lachspastete, dann gibt es Lamm. Michael, Mitglied der Archäologischen Gesellschaft, kündigt einen Vortrag mit 400 Dias an! Die Vorsitzende Imogen beklagt sich über Rupert, er sei ein lausiger Sekretär. Dieser weist die Vorwürfe empört zurück und greift seinerseits seine Frau wegen angeblicher Untreue an. Michael kürzt den Vortrag – sehr zum Bedauern der Anwesenden – auf 200 Dias. Er berichtet von seiner letzten Ausgrabung, bei der er einen Zeremonienstab gefunden hat. Diesen will er holen. Er kommt aufgelöst zurück: der Stab ist aus seinem Zimmer verschwunden. Man beginnt eine Suche. – Es sollen nur noch 100 Dias gezeigt werden. Schade!

Plötzlich ist Rupert, der Sekretär, verschwunden. Wenig später findet man ihn: er liegt tot im Nachbarzimmer. Wer war’s? Diese Frage wird nun an die Mitglieder der Agatha Christie Society weitergegeben. An den einzelnen Tischen wird gerätselt. Die meisten verdächtigen Imogen, die Vorsitzende der Archäologischen Gesellschaft, die sehr erbost über ihren lausigen Sekretär war. Außerdem hatte er ihre Mutter falsch behandelt. Auch an unserem Tisch „Nofret“ ist man von Imogen als Schuldige überzeugt. Doch wir alle liegen falsch: es war Michael, der Grabungsleiter.

Damit geht der interessante und angenehme Abend zu Ende.

Fotos vom 1. Tag des Treffens finden Sie in meiner Fotogalerie

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