Ein letzter Walk und die Queen of Crime

Der dritte und letzte Spaziergang startet vom Botanischen Garten. Sehr zur Freude von Mike beginnt er erst um 11 Uhr. Zu Beginn die übliche Verwirrung: wir sehen niemanden Bekannten, als wir vor dem Eingang zum Park stehen. Der Mann am Ticketschalter spricht nur Spanisch. Auf die Nachfrage „Agatha Christie walk?“ drückt er uns das Programm in die Hand. Da entdecken wir Festival-Organisatorin Ana, die zusammen mit José den Weg zum Eingang erklimmt. José ist Sprachlehrer der Universidad Europea de Canarias und kurz darauf lernen wir seine Schülerinnen und Schüler kennen, die schon voller Nervosität auf uns warten. Ihre Aufgabe war es, eine Tour vorzubereiten, die uns zu den Orten führt, die Agatha Christie 1927 besucht hat. Es ist ein bisschen wie „Täglich grüßt das Murmeltier“, da wir wieder zu den Stationen der beiden Vortage gehen. Die Sichtweise und die Informationen sind aber anders, weil die Studenten gründlich den ökonomischen und sozialen Hintergrund der damaligen Zeit recherchiert haben. Sie erledigen ihren Job ausgezeichnet. Unser Aufenthalt in der Villa „La Paz“ (Hintergründe in meinem Bericht von der ersten Tour mit Ramon am Mittwoch) übertrifft noch den Besuch vom Vortag: wir dürfen nicht nur den Garten betreten, sondern gar das Haus. Ein älterer Herr, den ich zunächst für den Gärtner halte, der aber ein Mitglied der Familie ist, der das Haus gehört, führt uns hinein. Er ist sichtlich erfreut über das Interesse am Haus und der Familiengeschichte. Seit dem Tod seiner Mutter vor sieben Jahren ist das Haus unbewohnt. Seine Neffen und Nichten nutzen es gelegentlich, um Feste im Haus zu feiern. Die Familie würde es gerne an die Stadt verkaufen, damit diese es in ein Museum verwandelt, dass die Geschichte der Familien erzählt, die im 19. Jahrhundert und früher nach Teneriffa eingewandert sind. Aber es ist natürlich eine Frage der Finanzen. Wir verbringen fast eine Stunde in dem Haus und bringen sicher damit den Zeitplan der Schüler durcheinander, die aber geduldig auf uns warten. Wir verabschieden uns kurz danach mit großem Applaus von ihnen.

Fotos vom Spaziergang in meinem Fotoalbum.

Im Luxus-Hotel Botanico steht am Nachmittag ein Vortrag von Dr. Curran und Andrew Wilson auf dem Programm. „Why Agatha Christie is still the Queen of Crime“ lautet der Titel der Veranstaltung. Diese Frage (es ist eigentlich auch keine Frage, sondern ein Tatsache) beantworten sie zwar nicht, sondern werfen Schlaglichter auf ihr Leben und ihr Werk. Ein kurzweiliger Vortrag, mit vielen Details, wenn auch für die Superfans nicht viel Neues.

Fotos vom Vortrag in meinem Fotoalbum.

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