London und Nether Wallop 27.05.2004 (Donnerstag)

Nach dem "Erholungstag" gestern, außerhalb von London, steht heute
wieder ein Besichtigungstag in London an.

Zunächst besichtigen wir Kensington Palace (von außen) und Kensington Garden.
Es dauert eine ganze Zeit, bis wir den Diana Memorial Fountain – zum Gedenken an die
Princess of Wales – gefunden haben. Die Anlage befindet sich noch im Bau und ist
daher noch nicht richtig im Park ausgeschildert.

Wir fahren zur Knightsbridge und streifen durch Harrod’s, wo wir genauer
den  "Schrein" für Diana und Dodi al Fayed betrachten, aber auch
die beeindruckende Food Hall. Gegenüber von Harrod’s essen wir recht gut bei
EAT’s
Sandwiches aus biologischem Anbau. "Organic food" hat in der
Hauptstadt große Verbreitung gefunden. Prince Charles hat doch Recht behalten.

Es ist ein kleiner Aufwand, CDs mit Reden von Margaret Thatcher zu finden. Nachdem
ich ihm die richtige Schreibweise des Vornamens nannte (er ist halt ein Kind der
Nach-Thatcher-Ära), findet der nette Verkäufer in Virgin’s Megastore
Piccadilly heraus, dass noch ein Exemplar in der Filiale in der Tottenham Court
Road vorhanden ist. Und tatsächlich: ich finde eine CD-Box, herausgegeben zum
25. Jubiläum des Amtsantritt von "Maggie" als Premierministerin. So
lange ist das schon her!

 Im Wynfrid House schreiben wir die letzten Karten. Nach der Pause
fahren wir zum
Leicester Square und essen sehr gut in der Pizzeria Bella Italia. Anschließend
werfen wir einen Blick auf die zahlreichen Musical-Theater, und das St.
Martin’s
, wo "Die Mausefalle" nunmehr seit über 50 Jahren läuft.
Diesmal fahren wir mit einem Doppeldecker nach Aldgate, wo wir schon fast
traditionsgemäß den Abend im Pub ausklingen lassen.

Die Fotos zur Reise finden Sie in meiner Gallery

London und Nether Wallop 26.05.2004 (Mittwoch)

Heute sind wir mit meinem Freund Norman, den ich in der
Agatha-Christie-Gesellschaft kennen gelernt habe, verabredet. Zunächst einmal
besorgen wir uns in der Post die nötigen Briefmarken für die Urlaubskarten. Dann
geht es mit der U-Bahn zum Queen’s Garden, wo wir gegen 10.20 Uhr eintreffen.
Hier erweist es sich dann,  dass Handys doch nützlich sein können: Nach
dreimaligem Läuten öffnet Norman immer noch nicht. Ich rufe ihn über Handy
an: sein Telefon ist  besetzt. Um 10.30 Uhr  kann ich endlich Norman am Telefon
erreichen. 10.32 Uhr: die Tür öffnet sich. Wie er uns bei Kaffee und Tee erzählt, wird
eifrig im Haus renoviert und bei den Arbeiten im Haus ist offenbar ein
Klingeldraht durchtrennt worden, so dass die Türklingel im Arbeitszimmer, wo er
telefonierte, nicht mehr ertönt. 

Um 11 Uhr fahren wir von London ab und
erreichen dann gegen 13 Uhr den Ortseingang von Nether Wallop, dem Ziel unserer
Fahrt.

Auf einem Parkplatz gibt es wieder ein Picnic à la Norman (Sausage rolls,
Kaffee und Tee aus der Thermoskanne, Gebäck). 

Um 13.30 gehen wir dann in Richtung Nether Wallop. Der Ort ist für uns
Christie-Fans so interessant, weil hier die BBC in den 80er-Jahren die
Miss-Marple-Serie mit Joan Hickson in der Titelrolle drehte. Im Dorfpub "5 Bell’s Inn"
wollen wir uns erkundigen, wo die Kirche ist, in der "Mord im
Pfarrhaus" gedreht wurde. Der "Village Idiot" hinterm Tresen
(Norman) konnte uns aber nicht weiterhelfen. Auch eine offensichtlich taubstumme
Dame im Garten hinter dem Pub konnte uns den Weg zur Kirche nicht weisen. So laufen
wir erst einmal weiter durch Nether Wallop. Ein Mann in einem anderen Garten
kann uns endlich den richtigen Pfad beschreiben. Wir finden die wunderschöne Dorfkirche,
die etwas außerhalb des Dorfkerns liegt. Die Kirche wurde 1030 erbaut, die Tür
erweist sich als offen. Die Feuchtigkeit im alten Gemäuer hat leider einige
Schäden verursacht, besonders an den alten Fresken. Das Geld der BBC ist für
Renovierungsarbeiten wohl schon ausgegeben, man sucht neue Spender. Am
Schriftenstand gibt es interessante Hefte über die Kirche und das Dort zu
kaufen.

Wir laufen zurück zum Auto und kommen dabei am Wallop House (heute ein
Altenteim)
vorbei. Das Haus gab das Herrenhaus in „Die Tote in der Bibliothek" ab. Um 17.30
Uhr treten wir die Rückfahrt an und erreichen 19.30 Uhr London,  Harvist Road.
Um 21.00 Uhr sitzen wir bei Pizza und Salat, Weiß- und Rotwein. Zum Nachtisch
gibt es Schokoladentorte mit doppel- und dreifach Creme, kalorienreich, aber
sehr lecker. Um 22.30 Uhr fahren wir nach Aldagte East zurück und um  23.00
sind wir wieder im Wynfrid House.

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London und Nether Wallop 25.05.2004 (Dienstag)

Auf unserem heutigen Vormittagsprogramm steht Greenwich. Von Aldgate
East fahren wir zunächst mit der U-Bahn bis Bow Road und dann weiter mit der Dockland Light
Railways bis Island Gardens, wo man normalerweise einen guten Blick auf
Greenwich hat, heute allerdings ist es etwas trüb. Der Greenwich Foot Tunnel
(von 1902) führt uns dann nach Greenwich. Zunächst besichtigen wir die Cutty
Sark, der letzte Teeclipper, der Tee und Gewürze von China nach England
brachte. Sie wurde 1869 in Schottland erbaut und war mit 17,5 Knoten
Höchstgeschwindigkeit das damals schnellste Schiff. Doch schon nach 1871, als
das Segelschiff für die Strecke Shanghai-London nur 107 Tage benötigte, war
seine größte Zeit schon abgelaufen. Wenn die Cutty Sark auch noch einmal 1889
das Dampfschiff Britannia auf der Fahrt nach Sydney überholte. 1954 wurde das
Schiff endgültig außer Dienst gestellt und hat nun seinen Ehrenplatz in
Greenwich gefunden.

Nachdem wir die Cutty Sark von oben nach unten durchkämmt haben, geht es
nun in das National Maritime Museum. Hier erwartet und eine Tim-und-Struppi-Sonderausstellung
mit Tims (bzw. Tintin’s) Abenteuern auf Hoher See. Im Royal Observatory sehen
wir uns die Dauerausstellung zur Längengradmessung ("Longitude") an
und werfen einen Blick durch die Camera Obscura und das Teleskop.

Bei Tesco versorgen wir und mit Lebensmitteln und nehmen dann die U-Bahn in
die Stadt zurück.

St. Paul’s Cathedral ist momentan fast komplett eingerüstet. Auch kann man
die Kathedrale heute nicht betreten. So verzehren wir im Garten von St. Paul’s
unsere bei Tesco’s erstandenen Lebensmittel, werfen noch einen Blick auf die Bank of
England, um dann über die Millennium Bridge (inzwischen schwankt sie nicht
mehr) auf dem Südufer der Themse uns Shakespeare’s Globe Theatre anzusehen.

Nachdem wir schon in St. Paul’s vor verschlossener Türe standen, lässt die
nächste Enttäuschung nicht lange auf sich warten: leider ist das alt-ehrwürdige
Brown’s Hotel (Vorbild für Agatha Christies Roman "At Bertram’s
Hotel" mit Miss Marple) wegen Renovierung geschlossen. So fahren wir nach
Covent Garden, gehen zum Leicester Square, wo wir in einem italienischen
Restaurant ausgezeichnete Lasagne und Tagliatelle essen. Auf bewährte Weise
beschließen wir auch den heutigen Abend im Pub auf dem Weg zum Wynfrid House.

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London und Nether Wallop : 24.05.2004 (Montag)

6:15 Landung in London Stansted, von dort aus Weiterfahrt um 7:00 mit dem
Stansted Express
nach Liverpool Station. Mit der dort eingetauschten London Travel Card geht es
weiter zum Wynfrid House, das wir um 8:10 erreichen.

Nach Bezug der Zimmer fahren wir mit der U-Bahn zum Piccadilly Circus (9:00
Uhr) und gehen zur Royal Academy of Arts, um in der Royal Geological Society
einen Blick auf die Karte von William Smith zu werfen. Leider ist diese nicht
für die Öffentlichkeit zugänglich. Stattdessen schlendern wir durch die Burlington
Arcades. Unser nächstens Ziel ist Green Park, wo wir einen ersten Blick auf
den  Buckingham Palace werfen. Gegenüber den Royal Mews stärken wir uns
bei einem britischen Frühstück.

Gestärkt spazierten wir etwas im St. James’s Park.

An den Cabinet War Rooms vorbei, werfen wir einen Blick auf die zahlreichen
Ministerien und gelangen zu den Houses of Parliament. Wir überqueren die
Westminister Bridge und kommen zum London Eye und dem alten County House.
Zurück über die Westminister Bridge schauen wir uns die Margaret’s Church und Westminister
Abbey (von außen) an. Der weitere Weg führt uns zu den  Horse Guards und
der Downing Street (zumindest zu deren Eingang). Schließlich gehen wir weiter
zum  Trafalgar Square, und genehmigen uns einen Kaffee in der National Gallery
bevor wir noch einen Blick auf die Kirche St. Martin’s in the Fields werfen.

Nun laufen wir Charing Cross und den Strand entlang und erreichen Tower Hill mit
der Tower Bridge. Hier fällt die "City Hall", das Neue Rathaus von Sir Norman Forster, auf.

Nach diesem interessanten, aber auch anstrengendem Rundgang – gleich am
ersten Tag – fahren wir mit der U-Bahn nach Aldgate Easte und zu unserem
Quartier, dem Wynfrid House.

Nach dem Auspacken der Koffer und eine wenig Ausruhen "speisen wir
stilecht" im East End bei
McDonald’s. Unser Abendspaziergang führt uns zum "Cigar Building"
(dem Hauptsitz von Swiss Re). Dieses Gebäude, auch "Gherkin‚"
(Gurke) genannt, verfolgt uns schon den ganzen Tag – ein neuer
Orientierungspunkt an der Londoner Skyline. Zwar konnte der Architekt des
energiesparsamen Gebäudes – ebenfalls Sir Norman Forster – einen Preis für das
Gebäude einheimsen – doch bis auf die Swiss Re hat es noch keinen Mieter
gefunden. 20
Stockwerke warten noch auf Interessenten
.

Postmoderne Architektur neben mittelalterlichen Kirchen: das ist London.
Gleich um die Ecke der "Gurke" stoßen wir auf die Kirchen St.
Helen Bishopsgate
(12. Jahrhundert) und St. Mary’s. Wir beschließen den
Abend im Pub bevor es wieder zurück ins Wynfrid House geht.

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London und Nether Wallop 29.05.2004 (Samstag)

Vor dem Frühstück ein kurzer Gang zum nächsten Geldautomaten, wo wir uns
Bares zum Begleichen der Rechnung ziehen. Anschließend letztes Frühstück,
heute wieder mit Ei. Im Frühstücksraum ist es deutlich voller, weil zwei Gruppen eingetroffen sind.
Nun heißt es Koffer packen und auschecken. Unsere Koffer lassen wir aber erst
einmal im Haus, da der Flieger erst abends abhebt.

Mit der U-Bahn fahren wir zur Tate Britain. Die Tate ist seitdem die Tate
Modern im ehemaligen Power Station dazu gekommen ist, neu angeordnet worden. Die
Klassiker wie Turner, Constable und Co. finden wir hier in der Tate Britain. In der
Cafeteria essen wir unseren Lunch.

Nun fahren wir zum Green Park. Als Souvenir erstehe ich zwei Tea towel im Buckingham Palace
Gift Shop. In der Westminister Cathedral legen wir einen weiteren Stopp ein, in
einer Kappelle findet gerade eine Trauung statt. Nach einiger Zeitungslektüre
auf einer Bank im Green Park bei Sonnenschein, gehen wir noch in Richtung Hyde
Park Corner / Wellington Arch und laufen dann herunter bis Trafalgar Square und
nehmen noch etwas Kunst auf in der National Gallery.

Mit der U-Bahn fahren wir ein letztes Mal zum Wynfrid House, sammeln dort
unsere Koffer ein und  weiter geht’s zum Flughafen. Dort essen wir eine Kleinigkeit und
kaufen noch ein paar Mitbringsel.

Der Rückflug verläuft ohne Probleme und wir landen 10 Minuten zu früh am FMO.
Unser "Chauffeur"  wartet schon mit dem Auto auf uns. Ca. 0.30
Uhr bin ich zurück in der Finkenstraße.

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Queen baut Brücken zu Dianas Familie

Die Queen wird persönlich im Juli den Diana-Gedächtnis-Brunnen eröffnen. Anwesend werden Mitglieder der Spencer-Familie wie auch der Windsors sein. Der erste gemeinsame öffentliche Auftritt beider Familien seit Dianas Beerdigung 1997. Höchstwahrscheinlich werden auch Dianas Söhne, Prince William und Prince Harry bei der Zeremonie dabei sein. Dianas Bruder, Earl Spencer, und Dianas Schwester, Lady Sarah McCorquodale, Mitglied des Gedächtnis-Komitees, das den Brunnen in Auftrag gab, werden die Delegation der Spencer-Familie anführen.

Die Rede der Königin steht noch nicht fest. Berater empfehlen ihr, das Wort „Liebe“ zu verwenden, das in ihrer Ansprache nach dem Tod von Diana fehlte. Ein Ratgeber meinte: „Was auch immer die wahren Gefühle der Familien sind, es wird nicht ausreichen, wenn sie Gefühle nur vortäuschen.“

Sieben Jahre dauerten die Planungen für ein Denkmal für Diana. 10 000 unterschiedliche Pläne wurden begutachtet. Dann entschied man sich zum Bau des 3 Millionen Pfund teuren Springbrunnens. Ein Komitee unter dem Vorsitz von Schatzkanzler Gordon Brown hatte den Plan ausgewählt. Zu den anderen Vorschlägen gehörte die Idee, den Flughafen Gatwick nach Diana zu benennen, eine ewige Flame – ähnlich der für Präsident Kennedy auf dem Arlington Friedhof – zu errichten und eine Diana-Statue auf dem Trafalgar Platz oder vor der Kensington Palace, wo sie gelebt hatte, zu stellen.

Der Grundstein für den Springbrunnen wurde bereits im letzten Sommer gelegt. Zu der Anlage gehört auch ein Kinderspielplatz.

Bilder der sterbenden Diana schocken nicht nur die königliche Familie

Fotos der nach dem Autounfall sterbenden Diana wurden vom amerikanischen TV-Sender CBS ausgestrahlt. Es handelt sich um undeutliche Schwarz-weiß-Fotokopien von Aufnahmen des Mercedes-Wracks, die die französische Polizei bei von Paparazzi beschlagnahmt hatte. Bisher waren die Fotos tabu für die Medien, selbst die englische Presse hielt sich daran. Ein Freund von Dianas Familie meinte: „Das ist krank, nur krank. Das wird William und Harry verletzen. Es ist ein sehr trauriger Tag für die Pressefreiheit, wenn ein respektables Medienunternehmen meint, Fotos von Sterbenden für kommerzielle Zwecke verwenden zu können.“

Die Aufnahmen wurden in der CBS-Reihe „48 Stunden“ gezeigt und stammen aus dem vertraulichen Untersuchungsbericht der französischen Staatsanwaltschaft. Wie der Sender an den Bericht und die Bilder kam, ist unklar. Vermutlich ist eine Menge Geld im Spiel. CBS wollte so seine Sendung, die sonst nicht viel Neues brachte, mit den Fotos sensationeller machen.

Clarence House gab keine offizielle Stellungnahme ab. Aber Palastmitarbeiter sprachen von Ärger und Unglauben über die Ausstrahlung der Fotographien. Prince Charles und seine Söhne befürchteten, dass das Beispiel Nachahmer findet und die Fotos auch im britischen Fernsehen ausgestrahlt werden könnten.

Mohammed Al Fayed, Vater von Dodi Al Fayed, der ebenfalls bei dem Unfall getötet wurde, sagte: „Sie wollen nur an der Tragödie verdienen. Das ist für mich und Prince William und Prince Harry niederschmetternd.

Auch die Politik kommentierte die Sendung. Premierminister Blair nannte die Veröffentlichung der Fotos „geschmacklos“.

9,4 Millionen Amerikaner sahen die Sendung, die Quote war um 800.000 höher als die Sendung der Vorwoche. Doch die Fotos waren für die Amerikaner weniger schockierend als die Fotos von Särgen mit toten amerikanischen Soldaten, die fast zeitgleich in der amerikanischen Presse erschienen. Die Veröffentlichung dieser Fotos war von einem amerikanischen Verleger erstritten worden.

Grabsteinentwurf für Corgi der Queen kommt doch nicht unter den Hammer

Eine Skizze der Queen für einen Grabstein ihres Corgis wurde kurzfristig von einer Auktion zurückgezogen. Das Mindestgebot sollte bei 300 £ liegen, es lagen Angebote von mehreen Tausend Pfund vor. Auf dem Blatt hatte die Queen ein abgerundeten Grabstein mit der Aufschrift: „Susan, gestorben 26. Jan. 1959. 15 Jahre lang treue Begleiterin der Queen“ gezeichnet.

Die Königin hatte das Papier damals an den Verwalter von Sandringham, Robert Marrington, geschickt worden. Der hatte es jemandem überlassen, der in 70-ern starb und es einem Verwandten vermachte.

Buckingham Palace argumentierte, der Brief sei Marrington als Angestelltem der Queen zugestellt worden und damit gehöre die Zeichnung weiterhin der Queen.

Der Corgi war 1944 der damaligen Princess Elizabeth zum 18. Geburtstag geschenkt worden und wurde schnell zu ihrem Liebling. Am 4.2.1959 schrieb sie an Marrington: „Ich habe Susans Geburtstag herausgefunden: 20. Februar 1944. Können Sie das bitte auf den Stein einfügen lassen. ER.“

Prince Charles als Heimwerker-King?

Bisher war Tim Allen in der Comedy-Serie „Hör mal wer da hämmert“ der (selbst ernannte) Heimwerker-King. Nun will ihm wahrscheinlich Prince Charles den Titel streitig machen. Für das britische Fernsehen plant der Thronfolger eine Sendung, in der junge Leute zu Handwerkern ausgebildet werden. Charles will mit der Serie das schlechte Image der britischen Handwerkszunft aufpolieren. In seiner Serie soll ein Team von jungen Anfängern, angeleitet von Handwerksmeistern, aus einem heruntergekommenen Gebäude des ehemaligen königlichen Waffenlagers in Woolwich ein Apartment im Wert von 400.000 £ machen. Vorbild der Serie ist die von Starkoch Jamie Oliver, in der er mit 15 arbeitslosen Jugendlichen zusammen ein Trendrestaurant eröffnete. Oliver und sein Team bekamen eine Einladung nach Clarence House, wo sie für den Prince ein organisches Essen kochen durften.

Das „Casting“ für die Serie läuft bereits und wird wohl ein Highlight der sechsteiligen Serie sein, die 1 Million £ verschlingen wird. Sie trägt den Arbeitstitel „Tricks und Mörtel“.

Sechs Monate wird das 10-köpfige Kandidatenteam Zeit haben, ein wohnliches Appartment zu bauen. Frü jeden Fehler gibt es einen Abzug von ihrem 10.000 £ Bonus. Am Ende der Serie wird die Wohnung versteigert. Der Gewinn soll dem Prince’s Trust zufließen, der damit weiteren Jugendlichen einen Arbeitsplatz finanzieren wird.

Prince Charles ist sehr engagiert bei dem Projekt, zwei Sitzungen hat er dazu schon mit den Programmmachern und Vertretern des Handwerks abgehalten. Ihm geht es darum, die Handwerks-Standards zu heben und für das Handwerk als Beruf zu werben.

Der Thronfolger wird die Sendung aber nicht moderieren, aber vor dem Bildschirm gelegentlich auftreten. Wahrscheinlich wird er die angehenden Bauleute auf eine Tour durch Poundbury (sein Modelldorf in Dorset) und London mitnehmen, um ihnen zu zeigen, welche Architektur er mag – und welche er verabscheut.

Was die Queen auf der „hohen Kante“ hat

Zum ersten Mal wurden detaillierte Zahlen zum Vermögen der Queen bekannt gegeben. Danach besitzt die Königin Schmuck (darunter die Tiara der russischen Zarin) und historische Wagen im Wert von 10 Millionen £, Möbel und Kunstgegenstände im Wert von 20 Millionen £. Ihre Besitztümer in Sandringham und Balmoral werden zusammen auf 61 Millionen £ geschätzt.

Trotz großzügiger Spenden zu wohltätigen Zwecken und ihrer Sparsamkeit, gibt sie ihm Jahr mehr als 1 Million £ aus, um ihren Landsitz Balmoral und die Verlust bringenden Reitpferde zu unterhalten.

Das wertvollste was die Queen besitzt, ist ihre Briefmarkensammlung, die bedeutendste der Welt, die mehr wert sein soll, als die beiden Landsitze zusammen.

Vertraulich bleibtder Aktienbesitz der Köngin. Schätzungen von 100 Millionen £ seien aber „total übertrieben“. In den vergangenen Jahren hat der Palast einiges getan, um die Vermögensverhältnisse der Queen und wie die Steuergelter verwendet werden, transparenter zu machen. Bisher wurden Details zu ihrem Privatvermögen nicht preisgegeben. Nicht zu ihrem Privatvermögen gehören z.B. Windsor Castle, Buckingham Palace und die königliche Kunstsammlung, die laut Liste 10 Milliarden £ wert sind. Diese verwaltet die Königin nur als Monarchin und kann sie nicht veräußern.

Auf der Liste der Reichsten der Sunday Times rutschte das Staatsoberhaupt 44 Plätze auf Platz 177 ab.

Am profitabelsten ist ihr Gut Sandringham. Tourismus und Landwirtschaft bringen 500.000 £ jährlich. Damit und mit Einahmen eines neuen Farmladens in Windsor werden die Verluste von Balmoral, die sich auf 1 Million £ belaufen, aufgefangen.

Laut ihrem Finanzberater habe die Queen kein Interesse an Geld und überlässt Investitionen ihren Experten, kaufe aber lieber britisch. Ein Luxus, den sich die sonst sehr sparsame Königin leistet, sind Pferde. Das Defizit, das ihr Rennstall verursacht, soll sich auf 300.000 £ belaufen. Diese Zahl sei nicht weit von der Realtität entfernt, gab der Finanzberater zu.

Quelle: The Times, 11.04.2004