London 2001 Mittwoch, 20.06.2001: Keine Evensongs heute – Von Platform 10 nach Cambridge und Ely

Heute steht wieder ein Ausflugstag an. Oxford ist zwar schön, aber Cambridgegefällt mir vom Stadtbild noch besser. So fahre ich morgens von King’s Cross,Bahnsteig 10 (Platform 9 ¾ entdecke ich leider wieder nicht) nach Cambridgeab. Die Fahrt dauert nur eine knappe Stunde, dann erreiche ich den Bahnhof von Cambridge,der etwas außerhalb der Stadt liegt. Das Wetter ist wieder gut, aber leichtwindig. Am Markt setze ich mich in ein italienisches Café.
Ich schlendere zum King’s College, das ich bei meinem letzten Besuch inCambridge 1997 bereits von Innen besichtete. Leider ist heute kein Evensong(Abendgottesdienst). Die Chorknaben haben wohl frei. Schade. Weiter geht’s durchdie Straßen und Colleges der Stadt. Am Ruderclub mache ich Rast. Eine Fahrt miteinem punching boat (das Boot wird durch Abstoßen vom Grund mit einer langenStange bewegt) kostet 10 £. Das ist mir etwas zu teuer, außerdem plane ichfür morgen bereits eine Themsefahrt.
So spaziere ich am Flussufer vorbei an der Rückfront von King’s College inRichtung Stadt. Von dort aus gehe ich zurück zum Bahnhof und nehme den Zug weiter in die Kleinstadt Ely, die ich am Spätnachmittag erreiche. Die meistenTagestouristen haben die Stadt wieder verlassen. Ich gehe zur Kathedrale – eineder schönsten in ganz England – und bekomme den Rest eines Schulgottesdienstesmit. Die Schulkinder – gekleidet in den unterschiedlichsten Schuluniformen -ziehen singend durch die Kirche. Leider findet auch hier – und das hatte icheigentlich gehofft – kein Evensong statt. Da ich auch Ely 1997 ausführlichbesichtigt habe, schlendere ich nur kurz durch die Stadt und fahre zurück nachLondon.
Dort fahre ich zum Leicester Square und gehe – obwohl es angesichts des Preises von £ 10 fast sündhaft ist – ins Kino. Ich habe mir die Bridget Jones’s Diaries ("Schokolade zum Frühstück") ausgesucht. Der Film wird bei uns am 23. August 2001 anlaufen. Es ist nette Unterhaltung, auch für Männer gut anzuschauen. Die Hauptdarstellerin Renée Zellweger spielt die Rolle der jungen Durchschnittsfrau mit Torschlusspanik überzeugend, Hugh Grant ist diesmal nicht ganz so nett und Colin Firth ist ein Mann, dessen Qualitäten erst auf dem zweiten Blick auffallen.
Um 23 Uhr bin ich wieder in meinem Zimmer. Ich rufe kurz bei der Tickethotline des Musicals "The beautiful game" an, um die Öffnungszeiten des Ticket Office herauszubekommen, doch man kann tatsächlich zu dieser Nachtzeit noch Karten bestellen. Eine freundliche Stimme nimmt meinen Kartenwunsch entgegen. Da ich gehört habe, dass das Stück nicht gar so gut läuft, bin ich nicht überrascht, dass für morgen eine Karte bekomme. Also wieder auch morgen volles Programm.
Auch die Queen hatte einen langen Tag: vormittags eröffnete sie in London das neu gewählte Parlament, nachmittags war sie auf dem Pferderennen in Ascot bei Windsor. Wie sie das alles unter einen Hut (denn der gehört zum Ascot-Rennen dazu wie die Pferde) bekam, kann man in der Times nachlesen. Außerdem finde dort einen wenig schmeichelhaften Artikel über Kanzler Schröder: mit dem Rückgang der Konjunktur in Deutschland kämen harte Zeiten auf ihn zu. Er habe die Illusion verbreitet, ein Modernisierer zu sein, in Wahrheit seien seine Reformen Stückwerk geblieben, es fehle ihnen der Mut. Zum Schluss heißt es: "Präsident Bush nennt den Kanzler ‚Mr Shredder‘ [Reißwolf], ein Name der mehr und mehr zuzutreffen scheint."
Die Fotos zur Reise finden Sie in meinem Fotoalbum

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