Am 8. November erscheint „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ in deutsch

Nun steht auch der deutsche Erscheinungstermin von Band 5 der Harry-Potter-Bücher fest. Es wird der 8. November 2003 (Samstag) sein. Das teilte der deutsche Carlsen-Verlag am 9.5. mit. Für den Übersetzter Klaus Fritz fällt damit der Sommerurlaub aus. Denn am 21. Juni erscheint erst das Buch in deutscher Sprache. Die deutsche Ausgabe wrid nach Angaben des Verlages über 1000 Seiten stark sein – damit der dickste Potter aller Zeiten. Der Ladenpreis soll 28,50 Euro betragen.

Den Umschlag gestaltet wie auch bei den vier anderen deutschen Bänden Sabine Wilharm, die mit ihren ausgeprägten Konturen und der kecken Brille Harry in Deutschland ein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Damit wird nicht – wie befürchtet – der Warner Brother Einheit-Harry auf den Umschlägen der neuen Bücher zu finden sein. Wie der Umschlag der deutschen Ausgabe aussehen wird, steht noch nicht fest. „Erst einmal muss Frau Wilharm das Buch selber lesen, dann entscheidet sie über die Gestaltung“, sagte Carlsen-Sprecherin Cornelia Berger den Westfälischen Nachrichten.

London und Torquay 2003 Freitag, 02.05.2003: Torquay: Torre Abbey und Partners in Crime

Da wir einen Tag vor dem Beginn des Torquay-Wochenendes von " Partners inCrime" gekommen sind, haben wir den Tag für uns. Nach dem Frühstück (Full English Breakfast)machen wir uns wieder in die Stadt auf. Unterwegs finden wir zufällig in einemLaden, in dem auch die Post untergebracht ist,  eineAgatha-Christie-Postkarte. Wir kaufen sämtliche Karten (ca. 8 Stück) davonauf. Leider regnet es auf dem Weg herunter nach Torquay immer wieder. Sobeschließen wir, das Torre Abbey Museum zu besichtigen. Drinnen ist es angenehmwarm und trocken – ein "havenof peace" wie Norman sagt.
Torre Abbey ist das älteste Gebäude der Stadt. Das ehemalige Kloster wurde 1196 gegründet. Nur ein das Turmhaus (um 1320), Reste des Kapitelhauses, und die Spanish Barn existieren heute noch. Die Scheue heißt deswegen "Spanisch", weil 1588 die Matrosen einer vor Torquay gestrandeten Fregatte der spanischen Armada hier gefangen gehalten wurden. 
Nach der Auflösung der Klöster durch Heinrich VIII. wurde Torrey Abbey als Privatresidenz verkauft. Von 1662 bis 1930 war es in Besitz der Familie Cary. Sein gegenwärtiges Aussehen erhielt das Gebäude 1741-43, als der Südflügel im klassizistischen Stil umgebaut wurde. Die Carys waren Katholiken und bauten eine Geheimkapelle unter dem Dach des Westflügels. Nach der Emanzipation der Katholiken wurde um 1779 die ehemalige Abbot’s Hall in eine Kapelle umgebaut und diente bis 1856 als katholische Pfarrkirche für Torquay. Torrey Abbey wurde von der Gemeinde 1930 der verschuldeten Familie Cary abgekauft.  Heute ist in dem Gebäude die städtische Kunstgalerie eingerichtet. Ein Raum – vermutlich ein ehemaliges Dienstbotenzimmer – ist der Queen of Crime gewidmet. Obwohl ich es bereits 1999 besichtigte und wohl seitdem nicht daran geändert wurde, ist es nach wie vor interessant.
Zum Lunch essen wir Sandwiches im Museumscafé. Da nicht viel Betrieb ist,unterhält sich der Kellner nur zu gern mit uns. Wenn wir etwas über diePläne, Greenway House (dort lebte Agatha Christie) für Touristen zu öffnen,erfahren wollten, sollten wir den Mann an der Museumskasse fragen. Wenn er gutdrauf wäre, könnte er eine Menge erzählen. Ob er heute gut gelaunt sei, willNorman wissen. Das könne er nicht sagen, das könne sich von einer Minute aufdie andere ändern.
Wir fragen den Herrn an der Kasse. Besucher können nach Voranmeldung nach Greenway fahren und den Parkplatz nutzen oder auch mit dem Boot das Haus auf dem River Dart erreichen. Aber wie bisher nur den Garten besichtigen. Ob er wisse, ob es Mrs und Mr. Hicks (Agatha Christies Tochter und Schwiegersohn, mittlerweile beide in den Achtzigern) besser ginge, fragt ihn Norman. Ja, ihnen gehe es gut. Er habe sie erst gestern gesehen. Mrs Hicks mache ausgezeichnete Scones, fügt der Mann noch hinzu. Norman kann ihm nicht ganz glauben. Zurecht wie sich nachher herausstellt.
Wir haben eine ganze Weile in dem interessanten Museum verbracht. Trotzdem regnet es draußen ab und an immer noch. Wir nehmen diesmal den Bus zurück ins Hotel.
Um 18.30 Uhr treffen sich die Partners in Crime ("devoted to the life and works of Dame Agatha Christie – The Queen of Crime")  im Launch. Wir sind 13 Personen. Gill, die Gründerin des Vereins, bittet jeden, sich kurz vorzustellen. Die Christie-Fans kommen aus dem ganzen Königreich: England, Wales und Schottland. Nur Irland ist nicht vertreten, dafür Kanada. Unser kanadischer Freund Bruce lebt aber mittlerweile in Cambridge, so dass ich aus Deutschland die weiteste Anreise hatte. Dazu kommt noch der "Speaker" des Abends: John von English Heritage.
Vor dem Vortrag wird aber erst mal zum 6-gängigen Dinner gebeten. Durch dieangeregte Unterhaltung zieht sich der Dinner bis 21.30 Uhr hin. Da es im Hotelkeinen Raum für einen Diavortrag gibt, müssen wir mit vier Taxen zumSchwesterhotel fahren. Aber das ist nicht unpassend, denn das Bishops CourtHotel war zu AgathaChristies Zeiten ein Privatwohnsitz namens Normount. Agatha war mit einer gewissenMiss Chadwic bekannt und besuchte sie dort gelegentlich zum Tee.Deswegen gibt es es im Hotel den Agatha ’s Coffee Lounge. Wir allerdings müssenherauf bis unters Dach, wo in einem Mansardenraum ein Diaprojektor aufgebautist.
John Risdon, ein Local historian, stellt in seinem Vortrag die Bezüge im Leben von Agatha Christie mit Torquay und seiner Region dar. Einige der dabei von ihm gezeigten Dias habe ich vorher noch nie gesehen. Agatha Christie ist untrennbar mit Torquay und Devon verbunden. Hier verbrachte sie eine glückliche Kindheit, verbrachte ihre ersten Ehejahre und auch hier begann sie, Kriminalromane zu schreiben. Zahlreiche Schauplätze ihrer Romane finden sich in Devonshire wieder. In zweiter Ehe glücklich mit dem Archäologen Max Mallowan verheiratet, ließ sie sich unweit von ihrer Geburtsstadt Torquay in Greenway House nieder. Sie nahm regen Anteil am lokalen Leben und unterstützte lokale Projekte.
Gegen 23.15 Uhr endet der Vortrag. Damit ist wohl ein Rekord von John, bis 24 Uhr einen Vortrag zu halten, nicht ganz gebrochen worden. Wir fahren mit den Taxen zurück. Interessant übrigens die Preisspanne für die Taxen: sie reicht von 2,90 bis 4,90 £. Nach einem erlebnisreichen Abend geht es nun zu Bett.
Die Fotos zur Reise finden Sie in meinem Fotoalbum.

London und Torquay 2003 Dienstag, 06.05.2003: London: Celebrating Sir Peter and back to Germany

Nach dem Frühstück fahren Norman und ich zur Charing Cross Station. Von
dort aus gehen wir zum Duke of York’s Theatre. Hier findet heute Morgen eine
"Celebration of the life and work of Sir Peter Saunders" statt. Sir
Peter Saunders, der kürzlich 91-jährig verstorben ist, war Theaterproduzent
und besaß mehrere Theater. Sein größter Erfolg als Produzent war "Die
Mausefalle" (1952, läuft immer noch). Er produzierte noch mehrere andere
Theaterstücke von Agatha Christie und zahlreiche andere Stücke.

In der Veranstaltung im Theater erinnern sich Weggefährten an Sir Peter.
Zwischendurch werden Songs aus seinen Stücken vorgetragen. Penelope Keith liest
aus seinen Memoiren ("The mousetrap man"), wie er zum ersten Mal
Agatha Christie traf und aus Agathas Autobiographie, wie sie das Treffen empfand.

Zum Schluss tritt Lord Richard Attenborough auf. Er war in der ersten
Besetzung der Mausefalle. Zwei Jahre lang spielte er den Sergeant Trotter. Er
war auch an der Produktion beteiligt – und das ohne Geld zu investieren: Bevor
das Stück in London Premiere feierte, ging die Truppe auf Tournee. Einen Teil
seiner Gage investierte Attenborough in die Produktion des Stückes – keine
schlechte Investition. Als er Jahre später bei der Produktion des Films Gandhi
Geld brauchte, kaufte ihm Peter Saunders seine Beteiligung  zum dreifachen
Preis ab. Mit einer Würdigung beendet Attenborough seine persönlichen
Erinnerungen an Sir Peter.

Anschließend stärken wir uns mit ein paar Sandwiches bei Pret a manger. Bei
"Murder one" erstehe ich noch ein antiquarisches Buch über Agatha
Christie und ihr Werk. Dann fahren wir zurück zu Norman und es heißt
Kofferpacken.

Am späten Nachmittag nehme ich die U-Bahn zu
Tottenham Hale, steige dort in den Stanstead Express, der mich zum Flughafen
bringt. Der Rückflug läuft entspannt; da die Landung allerdings in
Münster-Osnabrück recht spät ist (22.50 Uhr) fahren die Busse nach Münster
nicht mehr so häufig. Also muss ich eine knappe Stunde auf den nächsten Bus
warten, der mich zum Hörster Platz bringt. Von dort aus bin ich dann um kurz
nach 0.00 Uhr zu Hause.

Damit geht wieder eine interessante Fahrt zu Ende. Am folgenden Tag erfahre
ich, dass ein Abszess an der Wade, der mich in den vergangenen Tagen etwas
behindert hat, im Krankenhaus entfernt werden muss. Das ist nicht so angenehm

Das Foto zur Reise finden Sie in meinem Fotoalbum

London und Torquay 2003 Montag, 05.05.2003: London: Guards, Toys & Music

Nach dem Frühstück mache ich mich zu einer Touristenattraktion auf: Changing of the Guard.Pünktlich um 11.30 Uhr findet der Wachwechsel vor dem Buckingham Palace statt.Die Fußtruppen marschieren dazu von den Wellington Barracks herüber. Ich sehemir nicht die gesamte Zeremonie an, sondern begebe mich zum Guards Museum ineben den Wellington Barracks im Birdcage Walk, einer Seitenstraße von der Mall.
Das Museum stellt die Geschichte der Royal Guards und ihren Regimentern dar: Scots Guards, Coldstream Guards, Grenadiers, Irish Guards und Welsh Guards. Ihren Ursprung fand die Leibgarde zur Zeit der Stuarts, ihre Vorläufer wurden nach dem Bürgerkrieg im Exil gegründet und nach der Restauration kamen sie nach England. Die Geschichte der Regimenter, ihre Ausstattung und Beteiligungen an diversen Kriegen (von den Kämpfen gegen Napoleon bis zum Zweiten Weltkrieg) wird in dem Museum illustriert.
Ein amerikanischer Tourist ist ganz begeistert von den Exponaten und derGeschichte der Regimenter. Der Mann an der Kasse, vermutlich ein pensionierterSoldat, gibt bereitwillig Auskunft. Ich dagegen, gehe zum Shop, wo vor allemSpielzeugsoldaten verkauft werden.
Mein nächster Besuch steht mit den Spielzeugsoldaten in Verbindung: ich besuche das Bethnal Green Museum of Childhood. Als Teil des Victoria und Albert Museum hat es den großen Vorteil, kostenfrei zu sein. Es ist in einem viktorianischem Gebäude untergebracht, das ursprünglich einmal eine Markhalle gewesen sein muss. Die Ausstellungen sind thematisch/stofflich geordnet. Ein großer Bereich beschäftigt sich beispielweise mit Puppen der verschiedensten Zeiten, Länder und Herstellungsweisen. Ein anderer Bereich mit Brettspielen. Hier lerne ich, dass "Mensch ärgere dich nicht" im Englischen "Sorry!" heißt. Im oberen Stockwerk wird der 100. Geburtstag des Teddybären gefeiert. Ausführlich wird der Beitrag von Margarete Steiff gewürdigt.
Am Nachmittag fahre ich zum Trafalger Sqaure und besichtige St.Martin-in-the-Fields, die ich vorher noch nie von innen gesehen hatte. Dabei istsie eine bedeutende Kirche: sie ist die Pfarrkirche der Royals und die derAdmiralität und besitzt deswegen im Chor eine Royal Box und eine Admiralsloge.Die Kirche, der vierte Bau inzwischen, wurde 1726 nach einem Entwurf von JamesGibbs (einem Wren-Schüler) vollendet. Der Stil der Fassade mit ihrenkorinthischen Säulen und klassizistischem Giebel wurde häufig in Amerikakopiert. Der Chor und das Orchester der Academy of St. Martin-in-the-Fieldsgenießt Weltruf, unter anderem wurde haben sie den Soundtrack zu Milos Formans"Amadeus" eingespielt. Als ich die Kirche besuche, wird geradegeprobt. Es ist sehr erholsam, in der Kirche ein paar ruhige Minuten verbringenzu können. In der Krypta von St. Martin-in-the-Fields kann man kleine Snacksund Kuchen essen. Der Erlös kommt Armen und Bedürftigen zu Gute. Denn St.Martin-in-the-Fields ist nicht nur Kirche der Royals; seit den Tagen des Vicars"Dick" Sheppard ist sie auch Anlaufstelle für Arme und Obdachlose.
Am Abend fahren Norman und ich zu "Pizza on the Park", an Hyde ParkCorner. Im Keller des Restaurants, eines der wenigen Varietebühnen Londons,spielt heute ein junger Pianist und Sänger namens Nathan Martin. Doch zunächstgenießen wir eine Pizza. Dann tritt um 9 Uhr Nathan Martin auf. AlleMobiltelefone sollen abgestellt und das Rauchen bitte eingestellt werden. Pechfür die beiden Kettenraucher am Tisch vor uns. Zufälligerweise haben wir diebesten Plätze, direkt am Klavier. Nathan Martin singt – obwohl gerade mal 26Jahre – vor allem Lieder aus den 30er und 40er Jahren, ganz nett, obwohl ich sie bis auf Nat King Cole’s "When I fall in love" alle nicht kenne.Unterstützt wird er gesanglich von Gay Soper, die wahrscheinlich doppelt so altist wie er. Gegen elf – es gibt eine halbstündige Pause – in der wir den"Pudding" ordern – ich bekomme ein riesiges Stück Chocolate Fudge -ist das Konzert beendet und Tim, ein Freund von Norman und großerNathan-Martin-Fan setzt uns netterweise am Queen’s Park ab.
Die Fotos zur Reise finden Sie in meiner Gallery

London und Torquay 2003 Sonntag, 04.05.2003: Rückkehr nach London

Es gibt noch mal ein gemeinsames Frühstück (Full English Breakfast withoutbeans für mich), dann heißt es Abschied nehmen, denn einige haben noch eineweite Rückreise nach Schottland vor sich. 
Norman und ich gehen zunächst vom Hotel herunter nach Anstey Cove; hier hat Agatha Christie in ihrer Jugend oft im Sommer gepicknickt. Das Wetter ist schön und die Sicht gut. Eine Robbe entpuppt sich allerdings beim zweiten Hinsehen als Seeboje. Von Anstey Cove gehen wir herunter nach Torquay und genießen vor einem Café den Blick auf den Hafen. Gegen Mittag fahren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel, holen unser Gepäck und fahren zum Bahnhof.
Die Rückfahrt verläuft ohne besondere Ereignisse, nurunsere reservierten Plätze sind nicht markiert (aber dennoch frei) und trotzdemwill der Fahrkartenkontrolleur nicht nur die Fahrkarte sehen, sondern auchunsere Reservierungen. Aus Personalmangel hätten sie keine Zeit gehabt, diereservierten Plätze zu kennzeichnen. In Europa seien reservierte Plätzegrundsätzlich nicht ausgewiesen. Fast fühle ich mich in der seltenen Lage, dieDeutsche Bahn verteidigen zu müssen.
Am Abend erreichen wir Paddington. Die U-Bahn fährt uns zurück zum Queen’s Park. Norman bereitet ein schmackhaftes Fertiggericht zu. In der BBC läuft der große nationale IQ-Test. Moderiert von der Präsentatorin von "The weakest link" (Lief bei uns auf RTL kurzzeitig unter dem Titel "Der Schwächste flieg"). Sehr zu ihrem Bedauern schneiden die Männer besser ab als die Frauen.
Die Fotos zur Reise finden Sie in meinem Fotoalbum

London und Torquay 2003 Samstag, 03.05.2003: Torquay: Greenway House und auf Agathas Spuren

Um acht Uhr ist Frühstück angesagt. Wieder gibt es Full English Breakfast.Eine Zuckerdose, deren Deckel festgeklebt ist, erregt allgemeine Heiterkeit.Mitglied Dolores wird vermisst. Gill erzählt, wie bei einer anderenVeranstaltung der Partners in Crime plötzlich zwei Teilnehmer fehlten. Nachzwei Stunden habe sie beunruhigt bei der Polizei angerufen: "Wir sind hier beieinem Agatha-Christie-Wochenende und zwei Leute sind verschwunden". Diese Einleitungrief am anderen Ende nur Gelächter hervor. Glücklicherweise tauchten diebeiden Vermissten in diesem Moment wieder auf.
Gegen 10 Uhr brechen wir auf. Auch John, der lokal Historian, ist als Tourguide dabei. Wir fahren mit einem Minibus, einem umfunktionierten Schulbus, da die Straßen nach Greenway House sehr schmal sind. Unterweges legen wir einen Zwischenstopp in der St. Mary’s Church in Churston ein. Diese Kirche besuchte Agatha Christie immer von Greenway House aus. Am Wochenende findet hier ein "Festival of flowers, arts & crafts" statt: Gemeindemitglieder stellen ihre handwerklichen und hobbykünstlerischen Werke aus und bieten einige zum Verkauf an. Bereits 1999 hatte ich die Kirche mit der alten Agatha Christie Society besichtigt.Gerne schaue ich mir noch einmal das Glasfenster an, das Agatha Christie der Kirche spendete.
Auf der Weiterfahrt kommen wir an einem kleinen Bahnhof vorbei, den die Queenof Crime für "Die Morde des Herrn ABC" als einer der Schauplätzeverwendete.
Gegen elf sind wir am Ziel, dem Greeenway House. Nach einer kurzen Einführung durch eine Mitarbeiterin des National Trust, beginnt John mit der Führung. Wir beginnen mit dem Tennisplatz, auf dem schon lange kein Tennis mehr gespielt wurde. Daran schließt sich ein von Mauern umschlossener Garten an mit einem alten viktorianischen Gewächshaus, das schon sehr verfallen ist. John leitet ein Projekt, das Gewächshaus zu restaurieren, die Kosten für die Renovierungsarbeiten werden auf 95 000 £ geschätzt.
Wir gehen ein ganzes Stück bis zum Ende der Gärten und dann am Ufer entlangwieder zurück in Richtung Eingang. Am alten viktorianischen Badehaus legen wireinen Stopp ein. Mit der Flut konnte die übergroße "Badewanne"befüllt werden. In viktorianischen Zeiten hielt man es für gesund darin zubaden – und für schicklicher als im Fluss selbst. Agatha Christie hat dasBadehaus aber nie gemocht und schwamm lieber im Dart.
An das Badehaus grenzt das Boat House. Es begegnet uns wieder in "Dead man’s folly" (Deutsch: Wiedersehen mit Mrs. Oliver). Hier wurde die arme Marlene Tucker tot aufgefunden. Die Möbel im Bootshaus, in dem Agatha gerne an ihren Romane schrieb, sind sicher noch original aus ihrer Zeit.
Wir gehen weiter in Richtung Haus. Nach einer Weile haben wir einen gutenBlick auf das Wohnhaus. Im vorigen Jahr sind die Dächer neu gedeckt worden.Ansonsten sieht es sehr verfallen aus und der National Trust braucht noch vielGeld für die nötigen Renovierungsarbeiten. Deswegen läuft auch eineSpendenaktion.
Damit sind wir auch wieder am Eingang zum Garten. Wir trinken noch einenCafé und essen ein paar Scones. Dann geht es mit dem Minibus zurück nachTorquay.
Durch Zufall finden wir nur drei Geschäfte vom Touristenbüro in einemkleinen Geschäft namens "Temptations" noch mehr von den Postkarten,die es eigentlich nicht geben dürfte. Wir fahren mit dem Bus ins Hotel, damitNorman die Pflanzen die er in der Churston Church erstanden hatte, dortverstauen kann.
Nach einer kurzen Rast beschließen wir, die alte Pfarrkirche von Torquay aufzusuchen. Hier wurden Agathas Eltern beerdigt. Leider ist der Stadtplan, den wir uns kurz zuvor gekauft hatten, nicht sehr genau und Kirchen sind nicht eingezeichnet (Norman: "Oh, was sind wir für ein säkulares Land geworden."). So dauert es eine ganze Weile, bis wir vor einer Kirche stehen und dann ist es noch nicht einmal die gesuchte, sondern All Saints‘ Torre. Aber auch diese Kirche, steht in Verbindung mit Agatha Christie: ihr Vater spendete viel Geld für den Bau der Kirche (1886: Grundsteinlegung, Architekt John Pearson). Die Kirche lag nur ein paar Minuten von ihrem Elternhaus entfernt. Agatha wurde hier getauft und besuchte regelmäßig den Gottesdienst. Zufällig finden wir die Kirche geöffnet vor: der Pfarrer bereitet sie für den Sonntagsgottesdienst vor. Wir werden sehr freundlich begrüßt und bekommen eine kleine Führung. All Saints‘ gehört der Anglo-Catholic Richtung an, die Wert auf die katholischen Traditionen und die Verbindung zum Heiligen Stuhl legt. Nicht ohne Stolz erzählt uns der Pfarrer, das seit seinem Amtsantritt der sonntägliche Kirchenbesuch von 25 auf 100 gestiegen ist. Ebenso gut besucht sei die Sonntagsschule.
Der freundliche Pfarrer beschreibt uns den Weg zur alten Pfarrkirche von Torre, St. Saviour’s, die mittlerweile griechisch-orthodox ist und sehr verfallen aussieht. Den Grabstein der Christies finden wir leider nicht.
Für den Abend ist wieder ein opulentes Dinner angesetzt. Ich wähle Turkey.
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London und Torquay 2003: Donnerstag, 01.05.2003: London – Torquay

Heute Nacht regnet es. Kurz vor dem Aufstehen höre ich um ca. 7.20 Uhr einenKnall, der wie ein Donner klingt. Beim Frühstück bessert sich aber das Wetter.
Heute ist in England kein Feiertag, der ist erst am ersten Montag im Mai, also am 05. Mai. Trotzdem finden in London Mai-Demonstrationen statt. Als Norman und ich auf dem Weg zur U-Bahn-Station Queen’s Park sind, kommt uns Doris, die Mutter von Normans Postboten entgegen. Sie wollte bei Sainsbury’s einkaufen, doch habe es dort eine Explosion gegeben und der Laden sei geschlossen. Vermutlich kam das Geräusch, was wir einen Donner hielten, von der Explosion. Norman bringt das mit den angekündigten Aktionen gegen Großkonzerne in Verbindung. Glücklicherweise ist die U-Bahn-Station von der Sperrung nicht betroffen und so erreichen wir ganz pünktlich Paddington. Dort steigen wir in den Great Western. Der Zug ist ziemlich voll, erst eine Stunde vor Newton Abbot, wo wir umsteigen müssen, leert sich der Zug. 
Kurz nach 13 Uhr steigen wir in Newton Abbot in den Bummelzug nach Torquay um. Dort "gönnen" wir uns – wie Norman sagt – ein Taxi, da der Bahnhof am Rande der Stadt liegt. Eine gute Entscheidung, denn wir müssen feststellen, dass unser Hotel – das Gleneagles – weiter von der Innenstadt entfernt ist, als der Plan uns glauben ließ und zudem auf einer Anhöhe liegt. Bizarrerweise sind die Zimmer nicht nummeriert, sondern haben Namen: ich wohne in "Lavender", Norman in "Mimosa".
Nach dem Auspacken und etwas Ausruhen machen wir uns auf dem Weg nach Torquay. Zunächst stoppen wir im Torquay Museum und stellen im Shop fest, dass es inzwischen Agatha-Christie-Schokolade gibt. Wir entscheiden uns gegen eine Besichtigung, da wir das Museum bereits 1999 besichtigt haben und es zudem keinen besonders einladenden Eindruck macht.
Wir gehen stattdessen zum Strand und schauen in der Touristeninformation herein. Fast der gesamte Shop dort ist der Queen of Crime gewidmet, es gibt Bücher, Videos und jetzt auch DVDs. Leider keine Christie-Postkarten, das hätte, so die Dame an der Kasse, ihre Tochter untersagt, damit ihre Mutter nicht zu sehr vermarktet würde.
Wir machen uns auf die Suche nach einem Café und finden um die Ecke auch einsehr schönes. Zum Draußensitzen ist es leider etwas zu kalt. Nach einerStärkung bei Sandwiches und Cola beginnt der "steile Aufstieg" zuunserem Hotel. 45 Minuten später sind wir dort.
Der angekündigte Dinner mit sechs Gängen umfasst tatsächlich sechs Gänge und gegen 20.30 Uhr sitze ich sehr gesättigt wieder in "Lavender" und lese noch etwas.
Die Fotos zur Reise finden Sie in meinem Fotoalbum